Freitag, 15. November 2019

So schmeckt Weihnachten

Ausgabe 2012/12-2013/01
GESÜNDER LEBEN verführt Sie in das Reich der weihnachtlichen Backkunst und hat für Sie köstliche Bio-Kekse zum Selberbacken.

Foto: elena moiseeva - iStock
Wenn der Duft von Zimt, Vanille und Gewürznelken in der Luft liegt, dann ist Weihnachten nicht mehr weit. Wichtig ist, dass wir uns die wahren Werte bewusst machen und unseren inneren Frieden in der stillen Weihnachtszeit finden. Genießen Sie, schmökernd in einem guten Buch, selbst gebackene Weihnachtskekse, während draußen die Schneeflocken fallen.

Ursprung der Weihnachtskekse. Zu Weihnachten werden vor allem in Familien gerne Weihnachtskekse gebacken. Wer kennt nicht Omas herrliche Weihnachtsbäckerei – doch die Ursprünge des Keksebackens sind älter als das Weihnachtsfest. Schon vor Christi Geburt haben die Menschen sogenannte „Gebildbrote“ geformt. Die kleinen Kuchen, häufig in Menschen- oder Tierform, sollten göttliche Attribute symbolisieren. Gegessen wurden sie nach dem Motto: „Man ist, was man isst.“ Die Menschen von damals wollten auf diese Art und Weise göttlicher, nahezu „gottgleich“ werden, also stark und mächtig. Diese heidnischen Bräuche sind der Ursprung, aus dem die Tradition des Keksebackens entstanden ist. Typisch für die österreichische Backkunst zu Weihnachten sind zudem viele exotische Gewürze. Schon die Mayas und Azteken nutzten das Aroma der Vanilleschote, um ihre Heißgetränke zu süßen und bekömmlicher zu machen. Bereits mehr als 5.000 Jahre ist es her, dass im alten Ägypten zum ersten Mal mit Honig gesüßt und kleine Kuchen gebacken wurden. Damals schrieb man dem „flüssigen Gold“ magische Kräfte zu. Im Mittelalter verwendeten die Mönche der wohlhabenden Klöster den Honig und den sehr kostbaren Zimt für religiöse Backwaren. Auch bemühten sich christliche Missionare zur damaligen Zeit, den alten heidnischen Backtraditionen eine religiöse Bedeutung zu verleihen. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich in ganz Europa der Brauch, süßes Feingebäck auf den Tisch zu bringen. Parallel entwickelte sich Weihnachten zum traditionellen Familienfest, und die Menschen begannen, den Christbaum mit Keksen zu schmücken.

Die Lieblingskekse der Österreicher
Von diesen Köstlichkeiten können wir nicht genug bekommen!
Vanillekipferl : 57 %
Linzeraugen: 42 %
Rumkugeln: 41 %
Kokos- oder Nussbusserln: 35 %
Mürbteigkekse: 34 %
Weihnachtsstollen: 16 %

Bio-Weihnachtskekse. Der Trend zu gesunder und vor allem biologischer Ernährung macht auch vor der Weihnachtsbäckerei nicht halt. „Der Unterschied von Bio-Weihnachtskeksen zu ,normalen‘ Keksen liegt weniger in den Nährwerten – Fett-, Zucker- und Kaloriengehalt sind vergleichbar mit der herkömmlichen Bäckerei“, so Ernährungswissenschaftlerin Mag. Angela Mörixbauer, „aber die Art und Weise, wie Bio-Lebensmittel produziert werden, das ist die Besonderheit.“ Die ausschließliche Verarbeitung von Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau ist die Basis für gesunde Backwaren. Eine wichtige Zutat für Bio-Kekse ist z. B. der „goldgelbe Süßmacher“. Der Honig enthält gesundheitsfördernde Enzyme, Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium sowie Vitamine und Aminosäuren. Weitere Zuckeralternativen sind Ahornsirup oder Agavendicksaft, die beide aus zuckerhaltigen Pflanzensäften gewonnen werden. Wer anstelle des weißen Mehls Vollkornmehl bevorzugt, tut seiner Gesundheit ebenfalls Gutes. Denn beim Vollkornmehl bleiben alle positiven Eigenschaften des Getreidekorns erhalten. Dass das Backen mit Vollkornmehl ganz einfach ist, bestätigt auch Mörixbauer. Allerdings gilt zu beachten: „Wenn man mit Bio-Vollkornmehl bäckt, muss man etwas mehr Flüssigkeit verwenden und den Teig etwas länger ruhen lassen, damit das Vollkornmehl quellen und Flüssigkeit aufnehmen kann. So wird die Weihnachtsbäckerei schön saftig.“ Nüsse gelten schon seit jeher als wichtiger Bestandteil vieler Kekserezepte. Sie enthalten neben den Vitaminen der B-Gruppe auch Folsäure und Vitamin E. Alle Nüsse haben zudem einen hohen Anteil an leicht verdaulichem Eiweiß und ungesättigten Fetten.

Andere Länder, andere Sitten. Die Österreicher backen zu Weihnachten traditionell köstliche Weihnachtskekse und saftige Lebkuchen. Die Italiener bevorzugen zur Weihnachtszeit hingegen den „Panettone“-Kuchen, der aus einem weichen, gebackenen Teig mit kandierten Früchten und Rosinen besteht. In Frankreich wird als Dessert nach dem Weihnachtsessen der sogenannte Bûche de Noël (Weihnachtsbaumstamm) serviert. Ein Biskuitboden wird mit Schokolade-Buttercreme bestrichen und aufgerollt. Die äußere Cremeschicht wird rillenförmig verziert. In Spanien und Portugal hingegen ist das Quittenbrot (Dulce de membrillo) ein fester Bestandteil in der Adventszeit. Mit Zucker gesüßtes Quittenmus wird auf dem Backblech gedörrt und anschließend in Rauten geschnitten und in Zucker gewendet.

Buchtipp
Bio-Weihnachts-Bäckerei Dass Weihnachtskekse und Christstollen nicht nur herrlich schmecken, sondern auch gesund sein können, verrät Bio- und Vollkornbäcker Clemens Waldherr in seinem Backbuch. Er präsentiert Rezepte mit raffinierten Zutaten wie Vollkornmehl, biologischen Lebensmitteln, verschiedenen Getreidesorten wie Kamut und Dinkel oder glutenfreien Mehlen.
Kneipp-Verlag, 144 Seiten, 17,95 Euro

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