So schmeckt der Sommer

Ausgabe 2015.07-08

Wenn die Temperaturen steigen, ist es wichtig, die Ernährung auf leichte Sommerküche umzustellen – so kann der Körper die Hitze besser verkraften. Tipps und Rezepte finden Sie hier.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - Kolpakova

Die warme Mahlzeit sollten Sie eher auf die kühleren Abendstunden verschieben und dafür tagsüber kleinere Gerichte genießen“, empfiehlt Ernährungswissenschafterin Mag. Angela Mörixbauer. Dann ist es nicht mehr so heiß, der Körper schwitze weniger. Mittags genügt durchaus ein Salat oder Topfen mit Obst. Auf dem Speiseplan sollte vor allem Sommerobst stehen – allein wegen der großen Auswahl. „Essen Sie vermehrt Obst- und Gemüsesorten mit einem hohen Wasseranteil, zum Beispiel Gurken, Paradeiser, Zucchini, Radieschen, Beeren, Pfirsiche, Äpfel, Birnen oder Kirschen“, rät Mörixbauer. Um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten, sollte auf fettreiches Essen zur Gänze verzichtet werden. Das Essen sollte gut verdaulich sein, dabei viele Vitamine und Nährstoffe enthalten. Das Wichtigste ist aber, dass Sie auf das Trinken nicht vergessen.

Essen gegen Hitze. Im Sommer ist vor allem unsere Verdauung mit zu schwerem Essen überfordert. Die Hitze im Sommer verlangt von unserem Körper viel Energie, der jetzt mit der „Kühlung“ unserer Körpertemperatur beschäftigt ist. Unsere Verdauung wünscht sich deshalb leichte Kost wie Getreide, kurz gedünstetes, knackiges Gemüse, gut verdauliches Eiweiß in Form von hellem Fleisch und frischem heimischem Fisch. Achten wir bei Hitze nicht genügend auf gesundes Essen, ist es nicht verwunderlich, wenn wir stark schwitzen und uns nach einer ausgiebigen Mahlzeit nicht wohlfühlen. Durch die hohen Temperaturen verliert unser Körper beim Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch Spurenelemente und Mineralstoffe, welche für unser Wohlbefinden wichtig sind. Um dem entgegenzuwirken, gilt es, den Organismus ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Die Hitze macht uns alle zu schaffen. Denn: „An heißen Sommertagen ist man oft nicht so leistungsfähig wie gewohnt und fühlt sich rasch müde. Ideal sind leichte, fettarme Gerichte, die viel Flüssigkeit liefern und nicht schwer im Magen liegen“, erklärt Mörixbauer. Etwa Salate (Blattsalate, Getreidesalate, Obstsalate, Griechischer Salat, Nudelsalat, Sprossensalate), Kaltschalen (beispielsweise Gazpacho, gekühlte Paradeisersuppe, Kräuterschaumsuppe), Joghurt und Joghurtgerichte, Fischgerichte, Grillspeisen, Speisen mit viel frischen Kräutern (ideal sind zum Beispiel alle Minzearten).

Trinken! Durst ist kein guter Indikator, da sich dieser erst bemerkbar macht, wenn man bereits zu wenig getrunken hat und somit schon die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist. Daher gilt: Regelmäßig, über den Tag verteilt trinken, bevor der Durst kommt. „Grundsätzlich benötigt unser Körper rund eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit in Form von Getränken pro Tag. Bei Sport und besonders heißen Temperaturen, wenn man also viel schwitzt, sollte es mehr sein – pro Stunde schweißtreibender Bewegung rund einen Liter zusätzlich“, meint Mörixbauer. Denn schon ein Flüssigkeitsdefizit von zwei Prozent des Körpergewichts führt zu messbaren Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Leistungsabfall, Übelkeit und Kopfschmerzen. Vor allem magnesium- und kalziumreiches Mineralwasser eignet sich gut, die mit dem Schweiß verloren gegangenen Mineralstoffe zu ersetzen. Wer nur viel Leitungswasser oder mineralstoffarmes Wasser trinkt, ruft eine weitere Verminderung der Natriumkonzentration in den Körperflüssigkeiten außerhalb der Zellen hervor, beispielsweise im Blut. Dies kann zu einer Wasserverschiebung in die Zelle führen, woraus zelluläre Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) entstehen können. Daher gilt: Achten Sie besonders bei starker Hitze und großem Schweißverlust darauf, dass das Mineralwasser genug Mineralstoffgehalt aufweist.

Lebensmittelhygiene. Damit muss man es im Sommer ganz genau nehmen, ansonsten drohen schnell Infektionen. Denn die Mikroorganismen vermehren sich bei hohen Temperaturen sehr schnell. Zu den gefährlichsten Krankheitserregern, die über Nahrungsmittel übertragen werden, gehören Salmonellen. Sie lösen Durchfall und Erbrechen aus, was besonders bei älteren Personen, Kindern und Schwangeren zu einem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlust führen kann. Salmonellen finden sich besonders oft in Eiern und Geflügelfleisch und werden erst bei Temperaturen von über 70 Grad abgetötet. Im Sommer sollte man Fleisch auf jeden Fall durchgaren und auf Speisen mit rohen Eiern (etwa Tiramisu) möglichst verzichten.


 

Sommer, Sonne, Picknick. Bei blauem Himmel und Sonnenschein lockt es viele Menschen ins Freie hinaus. Draußen erstrahlt die Natur in ihrer vollen Pracht, und besonders das Wochenende bietet genug Zeit, um wieder einmal einen schönen Ausflug zu machen. Die Krönung einer solchen Fahrt ins Grüne ist ein ausgedehntes Picknick auf einer großen schönen Wiese mit vielen Blumen. Durch eine gute Vorbereitung wird das Picknick zum unvergessenen Ausflug. Zunächst einmal brauchen Sie die richtige Ausstattung. Ein Picknickkorb und eine Kühltasche zählen zur Grundausrüstung, genauso wie eine große Decke und vielleicht auch Unterlagsmatten oder kleine Sitzpolster. Ebenfalls sollten Sie sich ein Set mit Plastikgeschirr zulegen, das Sie wiederverwenden können. Papierteller und Einmalbesteck sind schlecht für die Umwelt. Zudem ist Einmalbesteck äußerst unpraktisch, da die Gabeln und Messer sich meist nach dem ersten Essversuch verbiegen oder sogar brechen. Geschirr aus Porzellan sollte man nicht mitnehmen, da es für den Transport zu schwer ist und sehr leicht kaputtgehen kann. Zu guter Letzt gehören auch Servietten, Küchenrolle und ein Müllsack in den Picknickkorb. Damit der Genuss des Speisens im Freien zu einem vollen Erfolg wird, sollte man einige Dinge beachten. Wichtig ist zunächst die Auswahl der Gerichte, die Sie kredenzen wollen. Alles, was klebt, schmilzt, tropft oder in der Wärme schnell schlecht wird, sollte man zum Picknicken nicht mitnehmen. Gut eignen sich frische Salate und Fingerfood. Auf Blattsalat sollte man weitgehend verzichten, da dieser schnell an Frische verliert. Bevorzugen Sie einen Nudelsalat, der schmeckt hervorragend – etwa zubereitet mit Sauerrahm und frischem Gemüse. Aber auch Paradeiser mit Mozzarella sind eine leichte Speise für draußen. Praktisch sind kleine Schmankerl wie zum Beispiel gefüllte Teigtascherl, Pizzaecken oder belegte Brötchen. Aber auch faschierte Laberl, panierte Hühnerstreifen oder knackiges Gemüse mit dazu passenden Dips sind sehr beliebt. Zum Nachtisch reichen Sie am besten Kuchen oder Muffins, die sich in die Hand nehmen lassen, oder eine Melone, die Sie vor Ort aufschneiden. Zu bedenken ist außerdem, dass Sie die Speisen in verschließbaren Plastikbehältern transportieren, da Sie sonst sehr schnell Gesellschaft von unliebsamen Gästen wie Insekten und Ameisen bekommen. Nicht vergessen sollten Sie auch Sportgeräte, damit Sie sich ausreichend nach dem Essen bewegen können. Eine Frisbeescheibe oder ein kleiner Ball passen in jeden Picknickkorb. Auch Bücher oder anderes Lesematerial können Ihren Sommertag perfekt machen. Haben Sie vor, einen ganzen Tag im Freien zu verbringen, dann packen Sie zur Sicherheit auch Westen oder Pullover für die Abendstunden ein, da es in der Natur sehr schnell kühl werden kann.

Buchtipp

buchtippTanja Dusy
Sommerküche Gräfe und Unzer Verlag
256 Seiten, 24,99 Euro

Tanja Dusy zeigt köstliche Rezepte sowohl für drinnen als auch für draußen. Ihre Sommerküche ist voller Ideen für sonnengereifte Geschmackserlebnisse. Für jeden Moment des Sommers gibt es die passenden Köstlichkeiten.

© Gesünder Leben Verlags GsmbH.