Donnerstag, 23. Mai 2019

Schutz vor Schnupfnasen

Ausgabe 2013/11
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Bis zu acht Erkältungen jährlich gelten bei Kleinkindern als normal. Kein Wunder – ihr Immunsystem muss sich erst entwickeln. Wir zeigen, wie Sie diesen Prozess unterstützen können.


Foto: Can Stock Photo Inc. - ievavincer

Nicht schon wieder“, denken sich wohl die meisten Eltern, wenn ihrem ermatteten Sprössling wieder einmal die Nase rinnt, der Hals kratzt und die Glieder schmerzen. In den nasskalten Herbst- und Wintermonaten rollen etliche Erkältungswellen auf uns zu, die auch vor den lieben Kleinen nicht haltmachen. Ganz im Gegenteil: Der Virencocktail aus über 200 verschiedenen Ingredienzien, der sich im Luftstrom der Atemluft bzw. in feinen Tröpfchen auf Spielsachen oder Türgriffen befindet und für die zahlreichen Schnupfnasen verantwortlich ist, hinterlässt bei Kindern wesentlich stärkere Nebenwirkungen als bei Erwachsenen. „Meist handelt es sich um Tröpfcheninfektionen der oberen Luftwege, die durch Rhinoviren verursacht werden. Zu den typischen Symptomen gehören Schnupfen und/oder Husten, geschwollene Augen-, Nasen- und Rachenschleimhaut; manchmal sind auch die Ohren betroffen. Fieber ist ebenso möglich“, gibt der Wiener Kinderarzt DDr. Peter Voitl zu bedenken. Kinder erkranken zudem auch häufiger. „Sechs bis acht grippale Infekte pro Saison sind im Kleinkindalter keine Seltenheit und gelten als völlig normal“, so Voitl. Schließlich kommen wir mit einem fast „unbeschriebenen“ Abwehrsystem auf die Welt, das gerade in den ersten Lebensjahren für viele verschiedene Krankheitserreger Barrieren entwickeln muss. Gegen fremde Eindringlinge (Antigene) werden dabei Antikörper gebildet, die zur „Feindzerstörung“ beitragen. Da nach jeder Infektion spezifische Antikörper und Gedächtniszellen erhalten bleiben, kann das Immunsystem – bei erneutem Kontakt mit demselben Antigen – schneller und effektiver reagieren. „Kinder, die üblicherweise mit drei Jahren in den Kindergarten kommen, sind oft die ersten drei bis vier Monate krank, weil sie die noch unbekannten Viren kennenlernen müssen. Der darauffolgende Herbst verläuft dann meistens stabiler, weil sich das Immunsystem im Lauf der Zeit besser schützen kann“, beschreibt Voitl. Wenn das individuelle Abwehrsystem gut funktioniert, kann es diverse Erreger erfolgreich bekämpfen, zur Prävention von Krankheiten beitragen oder zumindest bereits entstandene Symptome mildern. Der wichtigste Schutz gegen Erkältungskrankheiten ist daher seine Stärkung, für die Sie als Elternteil sorgen können.

Vitaminreiche Kost. Eine ausgewogene Ernährung mit allen für den Organismus notwendigen Stoffen, wie z. B. Mineralstoffen und Vitaminen, ist Grundlage für ein gesundes Immunsystem. „Viele Kinder ernähren sich hauptsächlich von Nudeln, Pizza & Co. Da darf man sich nicht wundern, wenn ihre Abwehr geschwächt ist und Erkältungen noch häufiger als sonst auftreten“, so Voitl. Wenn Ihr Kind eher zu den Vitaminverächtern gehört, können Sie ihm Obst und Gemüse in Form von mundgerechten Stücken – farbenfroh auf dem Teller jeden Nachmittag verteilt oder in die Vormittags-Jausenbox verpackt – schmackhaft machen. Zu den immunstärkenden Nahrungsmitteln gehören Äpfel mit ihrer reinigenden Wirkung, weiters die Vitamin-C-, magnesium- und kaliumhaltigen Weintrauben mit ihrem antioxidativen Inhaltsstoff Resveratrol oder probiotisches Joghurt bzw. Kefir mit lebenden Kulturen. Achten Sie auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – am besten in Form von Wasser oder ungesüßten Kräutertees –, um die Schleimhäute feucht zu halten. Säuglingen schenkt man die beste Mitgift, wenn sie lange gestillt werden. „Muttermilch stärkt das Immunsystem erwiesenermaßen langfristig, weil in ihr Abwehrzellen, Abwehrstoffe und Probiotika enthalten sind“, erklärt Voitl.

Hut ab vor Bienenprodukten. Der regelmäßige Genuss von Honig stärkt aufgrund seiner antiviralen und antibakteriellen Wirkung die körpereigene Abwehr. Auch das Bienen-Spezialprodukt Propolis, das jede Menge Zink, Kalzium, Magnesium und Eisen enthält und virostatische sowie antibiotische Eigenschaften aufweist, sorgt für mehr Widerstandskraft. Wer auf die mineralstoffhaltigen Schüßlersalze schwört, kann seinem Kind täglich mehrere Tabletten der Nummern 1 (Calcium Fluoratum), 3 (Ferrum Phosphoricum) und 11 (Silicea) verabreichen. In Kombination kräftigen sie die Abwehr, helfen gegen Frostempfindlichkeit und fördern die Lebensfreude. Zu weiteren homöopathischen Mitteln, die zwecks Erkältungsprävention eingesetzt werden können, gehören z.B. Echinacea D6 (2 – 3 Mal täglich 5 Globuli), Aconitum-D 30 und Belladonna-D 30-Kügelchen bei starker Unterkühlung (stündlich 5 Kügelchen).

Luftwechsel empfohlen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind täglich mindestens eine halbe Stunde frische Luft tankt. Egal, ob es sich dabei um den Spaziergang in den Kindergarten oder das Herumtollen im Garten handelt: Hauptsache, es hält sich im Freien auf und füllt seine Reserven im Idealfall – u. a. zwecks Endorphin- und Vitamin-D-Bildung – mit Sonnenlicht auf. Viele Ärzte gehen zudem davon aus, dass die Haut täglich einem kurzen Kaltreiz ausgesetzt werden sollte, um den Kreislauf anzuregen, die Schleimhäute besser zu durchbluten und damit Erkältungen vorzubeugen. Dazu müssen Sie nicht einmal die eigenen vier Wände verlassen: Lassen Sie Ihren Sprössling z. B. kurz vor dem Schlafengehen noch nackt herumtollen – die meisten Kids gehen diesem Verlangen instinktiv nach –, bevor er sich in den warmen Pyjama kuschelt.

Schützen Sie Ihr Kind!

So gehen Sie Erkältungserregern aus dem Weg.

  • Häufig Hände waschen
  • Abstand zu erkrankten Menschen halten
  • Spielzeug in regelmäßigen Abständen waschen
  • Türgriffe, Fernbedienungen, Tastaturen und dgl. regelmäßig säubern
  • Keine Stofftaschentücher verwenden
  • Papiertaschentücher nach Gebrauch gleich entsorgen
  • In die Ellenbeuge und nicht in die Hand niesen
  • Keine gemeinsamen Zahnbürsten oder Nasensprays l verwenden
  • Luftbefeuchter oder feuchte Tücher im Kinderzimmer
  • Grippeimpfung bei chronischer Erkältung

Adäquate Kleidung. Oftmals werden Kinder zu warm angezogen. Wenn die Haut aber ständig durch Schweiß befeuchtet wird, erzeugt sie Verdunstungskälte, auf die der Körper nicht mit Gegenmaßnahmen reagiert. Die erzielte Folge: Abkühlung statt Erwärmung und ein größeres Risiko für Schleimhauterkrankungen. Im Kindergarten oder in der Schule sind die Raumtemperaturen meist sehr hoch – denken Sie daher daran, Ihrem Kind mehrere Schichten anstatt eines dicken Pullovers anzuziehen. Die Faustregel lautet: „Ziehe so wenig an, dass du nicht schwitzt, und so viel, dass du nicht frierst.“

Von Kopf bis Fuß. Kalte Füße sind oft Symptom eines gestörten Gleichgewichts im Wärmehaushalt; sie drosseln die Durchblutung und machen anfälliger für Erkältungen. Daher ist es wichtig, auch für festes und warmes Schuhwerk in der nasskalten Saison zu sorgen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Schutz vor Schnupfnasen
Seite 2 In Schwung bringen

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