Montag, 20. Mai 2019

Rotklee, Yams, Cissus

24. November 2011
Die Wirksamkeit von pflanzlichen Hormonen konnte in zahlreichen Studien sehr gut belegt werden.

Es existieren viele Hinweise, dass Pflanzenhormone durchaus einen milden Ersatz für fehlende Hormone darstellen und Altersvorgänge bremsen können. Sie haben natürlich nicht die gleiche Stärke wie rezeptpflichtige Hormonpräparate, aber auch nicht deren Risiken und Nebenwirkungen.

Rotklee besitzt in der Natur den höchsten Anteil an pflanzlichen Estrogenen (früher Östrogene genannt), den Isoflavonen. In erster Linie sind das die Isoflavonoide Genistein und Daidzein, die den Estrogenen (weiblichen Hormonen) sehr ähnlich sind. Sie zeigen zwar eine schwächere Wirkung als körpereigene Estrogene, können aber bei verminderter Estrogenproduktion als Ergänzung dienen. Außerdem beugen sie hormonabhängige Beschwerden vor, z.B. dem Knochenschwund im Alter.

Rotklee hilft bei den typischen Symptomen der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Nervosität und Reizbarkeit aber auch bei generell zu geringer Estrogenproduktion. Erfreulicher Nebeneffekt: auch das Hautbild verbessert sich signifikant, weshalb Rotklee bei hormonell bedingter, leichter Akne und Alterung der Haut empfohlen wird. Außerdem werden die Elastizität der Haut und Schleimhäute verbessert und Regelschmerzen gelindert. Außerdem sind Isoflavone in der Krebsvorbeugung (Brustkrebs) sinnvoll.

Doch nicht nur Frauen, auch Männer profitieren von Rotklee. Prostatavergrößerung und Prostatakrebs tretenin den westlichen Industrieländern genauso wie die Wechseljahrbeschwerden der Frau sehr viel häufiger auf als in Ostasien. Das ist auf den dort verzehrten hohen Anteil an Sojaprodukten zurückzuführen, die ebenfalls reichlich Isoflavone enthalten und einen hohen Schutzeffekt haben. Wichtig ist, dass man nicht erst dann mit der Einnahme von Isoflavonen beginnt, wenn Beschwerden da sind, sondern über einen langen Zeitraum rechtzeitig darauf achtet. Etwa mit der Ernährung, wobei Sojaprodukte, Roggenvollkorngebäck und (geschroteter oder gemahlener) Leinsamen aufgrund der enthaltnen Isoflavone und ebenfalls hormonell wirksamen Lignane günstig sind. Eine „Verweiblichung“ durch Rotklee-Isoflavone muss man nicht befürchten, da hormonelle Schwankungen nur balanciert werden und nicht direkt in die körpereigene Hormonproduktion eingegriffen wird, wie ja auch das Beispiel isoflavonreicher Nahrung bei asiatischen Völkern zeigt. Der Vorteil von Phytoöstrogenen liegt darin, dass sie sich in die Rezeptoren des im Übermaß gefährlichen Östradiol setzen und diese nicht mehr andocken können. Dadurch wird die zellproliferative Wirkung des Östradiols bei hormonabhängigen Krebsarten (Prostata, Brust) verringert.

Yams

Eine interessante Beobachtung wurde in Bezug auf die Kombination von Rotklee und Yams gemacht. Wer auf Rotklee allein so gut wie gar nicht reagiert, hat oft gute Erfolge durch die Kombination von Rotklee mit Yams-Wurzel. Wahrscheinlich ergeben sich noch unbekannte Synergieeffekte. Selbst bei Endometriose, Myomen, unregelmäßigen Monatszyklen und Regelschmerzen kommt es mit der Kombination häufig zu enormen Verbesserungen.

Die Wild-Yams-Wurzel (Dioscorea villosa), auch ‘Mexican Yams‘ genannt, wirkt krampflösend, entzündungshemmend, antirheumatisch, harntreibend und unterstützt die Leber. Wissenschaftlich bestätigt ist ihre apoptotische Wirkung (Zelltodanregend bei manchen Krebszellen) und in vitro Versuche zeigen eine antirheumatische Wirkung. Weiters scheint Yams Cholesterin zu senken und die Oxidation der Blutfette zu reduzieren.

Yams ist kein Progesteronvorläufer wie regelmäßig in naturtherapheutischen Veröffentlichungen behauptet wird. Industriell wird zwar aus dem Hauptwirkstoff des Wild-Yams, dem Diosgenin, das körpereigene Hormon Progesteron hergestellt, dem menschlichen Körper fehlen aber die dafür notwendigen Enzyme. In Vitro Studien zeigten, dass sich Diosgenin zwar zu einem gewissen Prozentsatz an den Progesteron- Rezeptor bindet aber keine Progesteronwirkung zeigt. Trotz des fehlenden Progesteroneffektes ist Diosgenin ein therapeutisch wirksames Phytoestrogen, da es Estrogen imitiert (estrogen-mimetischer Effekt). In weiteren Versuchen ließ sich auch der Knochendichte steigernde Effekt des Estrogens mittels Diosgenin reproduzieren. Somit unterstützt Yams die phytohormonelle Wirkung von Rotklee- und Soja- Isoflavonen.

Dass Yams als Hormonersatz so beliebt ist, hat möglicherweise noch einen anderen Hintergrund. Yamswurzel hilft bei Dauerstress, weil sie anscheinend regulierend auf körpereigene Basishormone wie etwa das DHEA wirkt. Da bei Stress die Hormonproduktion negativ beeinflusst wird, kann man sich die positive Wirkung auf die Hormone auch durch eine mögliche Anti-Stress-Wirkung erklären.

Cissus

Cissus quadrangularis ist eine traditionelle indische Heilpflanze, die in der ayurvedischen Medizin seit jeher zur Beschleunigung der Knochenheilung eingesetzt wird. In klinischen Tests konnte Cissus die Heilungszeit nach Knochenbrüchen von 6 auf 4 Wochen verkürzen. Cissus stimuliert die für die Knochenheilung verantwortlichen Fibroblasten, Chondroblasten und Osteoblasten. Nach sechs Wochen hatten die Knochen der mit Cissus Behandelten 90% der ursprünglichen Stärke, während die unbehandelte Gruppe nur 60% hatte. Cissus wirkt sich positiv auf den postmenopausalen Knochenstoffwechsel aus und unterstützt die Wirkung der Rotkleeisoflavone, die den Knochenabbau nach der Menopause verlangsamen.


Autor: Dr. Doris Ehrenberger, A-8382 Mogersdorf 159

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