Donnerstag, 23. Mai 2019

Rote Rübe

24. November 2011
Die rote Rübe wird auch rote Beete oder Rahne genannt. Sie ist mit der Zuckerrübe und dem Mangold verwandt. Roh oder gekocht gilt das typische Wintergemüse als sehr gesund, ist es doch reich an B-Vitaminen, insbesondere Folsäure, Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Schwefel, Kupfer, Chrom, Mangan, Zink, Selen, Silizium, Flavone, Cholin, Vitamin C, Provitamin A, hochwertigem Zucker und Aminosäuren wie Asparagin, Glutamin, Tryptophan, Lysin und Arginin.

Foto: flickr.com - La Grande Farmers' Market Besonders erwähnenswert ist der rote Farbstoff Betanin. Wie allen natürlichen Farbstoffen (Anthocyane) sagt man ihm noch weitgehend unterschätzte Heilwirkungen nach. Anthocyane sind bioaktive Substanzen, sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den natürlichen Polyphenolen gehören. Diese Stoffe sind in Obst und Gemüse, besonders in farbenreichen Sorten, reichlich vorhanden und fehlen in synthetischen Vitaminprodukten. Da sie maßgeblich sind als Schutz vor Krebs, Stärkung des Immunsystems, Bekämpfung der Freien Radikalen und von Entzündungen, ist es so wichtig, Nahrungsergänzung aus natürlichen Substanzen zu gewinnen statt aus synthetischen. Sie tragen stark zur aeroben Energiegewinnung bei, die nur unter Anwesenheit von Antioxidantien in der Zelle möglich ist. Damit sind sie ein wesentlicher Faktor für Gesundheit, denn der – alternativ zur aeroben Energiegewinnung stattfindende – Gärungsstoffwechsel ist wesentliches Merkmal chronischer Erkrankungen bis hin zu Krebs.

Stärkt die Leber

Die rote Rübe wirkt blutbildend, wie auch Curcuma, eine ebenso farbintensive Wurzel mit hohem Polyphenol-Gehalt, hat aber zusätzlich Eisen und Folsäure, die für die Blutbildung wichtig sind. Außerdem regt sie - wie Curcuma - die Gallensekretion an. In der Volksmedizin wird die rote Rübe zur Stärkung der Leber und des Herzens, zur Blutbildung, zur Entgiftung, bei Verstopfung und Darmproblemen, gegen Erkältungen und – aufgrund des Schwefelgehalts sowie des Zusammenhangs von Leber und Haut - bei Mitessern eingesetzt.

Aufgrund ihres Betanin-Gehalts ist die rote Rübe bei Erkältungen von Bedeutung. Betanin kann Krankheitserreger, die mit einer Erkältung einhergehen, bekämpfen, Bakterien inaktivieren und ihren Abtransport aus dem Körper fördern. Dadurch können die natürlichen Abwehrkräfte wieder Oberhand gewinnen und volle Arbeit leisten. Dasselbe macht die rote Rübe auch im Darm, wo sie die Ansiedlung gesundheitsfördernder Mikroorganismen unterstützt, die Darmperistaltik anregt, die Harnausscheidung fördert, beim Abnehmen hilft und die Zellatmung in Körper und Gehirn um ein Vielfaches verbessert. Sie steigert die Vitalität, den Gehirnstoffwechsel und unterstützt die Schilddrüsenfunktion.

Erwähnenswert ist nicht nur der Betanin-Gehalt, also der gesunde rote Farbstoff der roten Rübe, sondern auch ihr Betain-Gehalt. Der Name Betain bezeichnet einen Eiweißstoff, der zum ersten Mal in der Beta vulgaris, so heißt die rote Rübe auf lateinisch, entdeckt wurde. Betain sorgt für den Aufbau der Aminosäure Methionin, die für die Entgiftung wichtig ist. Zusammen mit Cholin hilft Betain beim Abbau von Fett in der Leber. Außerdem macht Cholin die Blutfette flüssiger und hilft mit Arteriosklerose vorzubeugen. Der hohe Gehalt an Folsäure und Vitamin B 12 zusätzlich ist günstig bei erhöhten Homocystein-Werten.

Homocystein senkend

Es ist möglich, mit roter Rübe und idealerweise einem natürlichen Vitamin B-Komplex aus Quinoakeimlingen, den Homocysteinspiegel auf natürliche Weise zu senken. Das ist dann wichtig, wenn erhöhtes Gefäß- oder Alzheimerrisiko besteht. Der Wert sollte extra bestimmt werden, da er im normalen Blutbefund nicht ausgewiesen ist. Ist Homocystein erhöht (über Wert 8), dann stellt das einen zusätzlichen Risikofaktor für die Gefäße dar. An erhöhtes Homocystein sollte man denken, wenn der Cholesterinspiegel zu hoch ist. Denn der Körper schüttet vermehrt Cholesterin aus, um die durch Homocystein verursachten Gefäßschäden zu reparieren.

Natürlich ist es am besten, die rote Rübe als Gemüse täglich zu essen, doch das schaffen nur wenige konsequent in ausreichender Menge. Schonend getrocknetes Pulver in Kapseln gefüllt und/oder rote Rübe Saft aus rohen Rüben sind Alternativen. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass Folsäure durch Licht und Hitze verloren geht, man rote Rübe als Gemüse aber meist gekocht isst. Ergänzt man mit dem Vitamin B-Komplex aus Quinoakeimlingen laut Tagesdosierung, dann deckt diese Kombination den Tagesbedarf an Folsäure ausreichend ab. Dabei werden auch zum Homocysteinabbau empfohlenes Betain der roten Rübe und die anderen B-Vitamine (B6, B12) mitgeliefert. Ob das insgesamt ausreichend ist, ist sicherlich vom Ausmaß des Homocystein- Problems und von der Ernährung abhängig. Zucker verbraucht etwa viel Vitamin B im Körper. Viel Fleisch in der Ernährung erhöht den Bedarf an Homocystein senkenden Stoffen.

In der Krebsbegleitung ist die rote Rübe einerseits aufgrund ihrer blutbildenden Wirkung bedeutend, andererseits wirkt sie positiv auf die Energiegewinnung der Zellen und hilft mit, von der Gärung in die Zellatmung zurückzuführen. Weiters wird die tumorhemmende Wirkung geschätzt. Es gibt die naturheilkundliche Empfehlung für Krebspatienten, ein Leben lang täglich frischen Saft aus einem Kilogramm roter Rübe (roh) zu trinken. Das entspricht einer Menge von etwa 700 ml, die man mit 6 bis 8 Kapseln pulverisierter Rübe nur teilweise ersetzen und in dieser Menge nur eingebettet in ein Gesamtprogramm an Naturstoffen sinnvoll sein kann.

In jüngster Zeit hörte man von roter Rübe als Mittel zur Leistungssteigerung und zur Senkung des Bluthochdrucks. Inzwischen weiß man, dass diese Effekte auf den oft hohen Nitrat-Gehalt und die Umwandlung in Nitrite zurückzuführen sind. Aus Nitriten entstehen im Körper allerdings leicht krebserregende Nitrosamine. Da rote Rübe Nitrate speichert, sollte man einerseits auf biologische Qualität achten, andererseits ein mehrmaliges Erhitzen vermeiden. In Kapseln abgefüllt hat man diese Vorteile, wenn man einen vertrauenswürdigen Hersteller hat. Die Bio-Qualität muss nicht immer am Etikett ausgewiesen sein, was der Fall ist, wenn der Gesamtbetrieb nicht biozertifiziert ist.

Rote Rübe färbt sehr stark und wird auch als gesundes Färbemittel E162 gehandelt. Es kann zu einer rötlichen Färbung von Urin und Stuhl kommen, die aber unbedenklich ist. Einzig bei Neigung zu Nierensteinen sollte man vorsichtig sein, denn rote Rübe enthält Oxalsäure, die Steinbildung begünstigen kann. Die rote Rübe wirkt:

  • Antioxidativ
  • Blutbildend
  • Gefäßschützend
  • Immunstärkend
  • Unterstützend bei Erkältungen
  • Leber stärkend
  • Hautbild verbessernd
  • Homocystein senkend
  • tumorhemmend
  • Fördernd auf Ausscheidung und Entgiftung
  • Unterstützend auf Zellatmung


Autor: Dr. Doris Ehrenberger, A-8382 Mogersdorf 159

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