Dienstag, 19. Februar 2019

Richtig essen: Teil der Lebensqualität

01. August 2011
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Gesund. Gibt es sie, "die eine" richtige Ernährung? Oder führen mehrere Wege zum Ziel? Als Ernährungsexperte weiß man, dass strenges Kalorienzählen und starre Speisepläne mittlerweile aus der Mode gekommen sind. Zu Recht! Denn Essen dient nicht nur der Deckung des Nährstoffbedarfs, sondern ist auch eine wichtige Quelle für Lebensqualität. Genuss und kulinarische Erlebnisse sind deshalb elementare Bausteine einer "gesunden" Ernährung. Dazu kommt, dass kein Mensch dem anderen gleicht und damit auch die individuellen Bedarfswerte unterschiedlich sind.

Gesunde Ernährung ist ein Puzzle

Die WHO definiert Gesundheit als "Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als die Abwesenheit von Krankheit". Damit ist nachvollziehbar, dass zu einer "ausgewogenen" Ernährung nicht nur die adäquate Zufuhr von Energie und Nährstoffen gehört. Es muss auch die soziale Funktion von Essen berücksichtigt werden. Der letzte österreichische Lebensmittelbericht zeigt unter anderem, dass sich die Hauptmahlzeit immer mehr auf den Abend verlagert. Gerade das Abendessen nimmt heutzutage eine wichtige soziale Funktion ein, weil es in vielen Familien die einzige Gelegenheit am Tag ist, bei der sich die gesamte Familie um den Tisch versammelt und miteinander spricht.

Wie wichtig zudem das Genusserlebnis beim Essen ist, zeigt die Tatsache, dass Essen und Trinken Grundformen sinnlicher Beanspruchung sind. Der deutsche Psychologe Rainer Lutz veranschaulicht in seinen Arbeiten, wie wichtig Genussfähigkeit – u. a. beim Essen – für die Gesundheit ist. Er beschreibt so genanntes euthymes Verhalten und Erleben als eines, das "der Seele gut tut" (Euthymie: Heiterkeit, Frohsinn). Kein Wunder, dass z. B. Anorexia nervosa (Magersucht) von Experten auch als "genussphobischer Prozess" beschrieben wird.

Zu guter Letzt: Auch wenn es hier um "richtig essen" geht, darf nicht vergessen werden, dass Bewegung – im Sinne von Energieverbrauch – ein integraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils ist. Denn das Körpergewicht ist letztlich Ausdruck der Energiebilanz: Wie viel Energie wird zugeführt und wie viel Energie wird verbraucht.

Die Puzzlesteine "gesunder" Ernährung:

  • Adäquate Zufuhr von Energie und Nährstoffen
  • Berücksichtigung der sozialen Funktion von Essen und Trinken
  • Förderung des Genusserlebnisses beim Essen und Trinken
  • Körperliche Aktivität


Mahlzeitenfrequenz, Nährstoffdichte und Zufuhrmengen
Dass Abwechslung in der Lebensmittelauswahl und das Aufteilen der Energiezufuhr auf mehrere Mahlzeiten Grundsätze einer ausgewogenen Ernährung sind, ist unumstritten. Nicht zuletzt aus einem simplen, biologischen Grund: Bei manchen Nährstoffen nimmt die Absorptionsrate mit steigender Zufuhrmenge ab. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, die Nährstoffzufuhr auf mehrere Mahlzeiten über den Tag zu verteilen und nicht in wenigen hohen Dosen aufzunehmen. Eine abgesicherte Empfehlung für eine konkrete Mahlzeitenfrequenz gibt es übrigens nicht. Hier bleibt erfreulich viel Spielraum für den Einzelnen, so dass individuelle Lebensgewohnheiten berücksichtigt werden können. Um Heißhungerattacken entgegen zu wirken, ist es aber sinnvoll, zumindest dreimal täglich etwas zu essen.

In den "Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr" findet man in den einzelnen Kapiteln auch Hinweise auf "besonders gute" Lieferanten für die einzelnen Nährstoffe. Dabei werden solche Lebensmittel angeführt, die zum einen eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung besitzen. Zum anderen sind das Lebensmittel mit einer besonders hohen Nährstoffdichte – nämlich dem Dreifachen jener Nährstoffichte, die für Frauen über 65 Jahren empfohlen wird. Diese Altersgruppe wurde deshalb als Bezug gewählt, weil für sie aufgrund des geringen Energiebedarfs die notwendige Nährstoffdichte am höchsten ist.

Nährstoffdichte
Die Nährstoffdichte beschreibt das Verhältnis des Gehalts an essenziellen Nährstoffen eines Lebensmittels zu dessen Energiegehalt. Angegeben wird sie in Mengeneinheit pro Megajoule.

Bei der Interpretation empfohlener Zufuhrmengen für einzelne Nährstoffe sollte berücksichtigt werden, dass manche Nährstoffangaben auf das Körpergewicht bezogen sind. Aber Achtung: In diesem Fall ist das Sollgewicht und nicht das tatsächliche Gewicht gemeint! In der Praxis bedeutet das bei Frauen die Orientierung an einem BMI (Body Mass Index) von 22, bei Männern an einem BMI von 24.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Richtig essen: Teil der Lebensqualität
Seite 2 Ergänzungen notwendig?


Quelle
forum.ernährung heute
www.forum-ernaehrung.at

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