Samstag, 16. Februar 2019

Naschen ohne Reue

Ausgabe 2016.04

Süß, aber bio: Mit Zutaten aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft und dem An­spruch auf fairen Handel kann Schokolade so richtig genossen werden.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - PicsFive

 

Schokolade erfreut sich größter Beliebtheit. Durchschnittlich genießt jeder Österreicher rund sechs Kilo Schokolade. Pro Jahr. Schokolade besteht zu einem Großteil aus Kakao, einem Rohstoff, der importiert werden muss – oft aus Ländern, in denen Kinderausbeutung, viel zu lange Arbeitszeiten oder der Einsatz von Pestiziden zur Tagesordnung gehören. Auch das preisgünstige Palmöl, durch dessen Anbau nicht nur Tiere, sondern auch Menschen ihren Lebensraum verlieren, ist oft Bestandteil der konventionellen Schokolade. Aber: Es geht auch anders. Einige heimische Süßwaren-Unternehmen legen mittlerweile Wert auf biologische Herstellung, Nachhaltigkeit und fairen Handel und lassen ihre Produkte zertifizieren. Wenn es um die Herstellung von Bio-Schokolade geht, zählt die steirische Firma Zotter zu den Pionieren. Wir baten den Firmenchef zum Gespräch.

Gesünder Leben: Herr Zotter, Sie setzen 100-prozentig auf bio …
Josef Zotter: Wir haben 2006 das gesamte Sortiment, also sämtliche Zutaten, auf bio umgestellt. Das war nicht einfach, aber es hat sich gelohnt. Ich bin immer auf der Suche nach der besten Qualität. Und für diese bin ich auch bereit, bis zum 3-fachen des Weltmarktpreises zu bezahlen – z. B. bei den Kakaobohnen. Schließlich kann man nur mit den besten Bohnen eine wirklich gute Schokolade produzieren. Die Milch erhalten wir von „Bio vom Berg“ aus dem Tiroler Zillertal, wo auf artgerechte Haltung der Kühe Wert gelegt wird. Natürlich ist die Milch teurer – aber sie ist auch besser. Ich kenne alle meine Rohstofflieferanten – vom Kakaobauern in Indien bis zum Milchbauern in Österreich – persönlich. Wir arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen und sind alle bestrebt, mit den besten Zutaten die beste Schokolade zu produzieren. Ohne Bio-Zertifikat kommt bei uns nichts in die Schokolade.

Woher beziehen Sie Kakao und Zucker?
Zotter: Kakao und Zuckerrohr wachsen leider nicht in Österreich, daher beziehen wir diese Rohstoffe aus den Regenwäldern des Südens wie z. B. aus Peru, Bolivien, Nicaragua, Panama, Kolumbien, Brasilien oder der Dominikanischen Republik. Damit sind auch alle Zutaten absolut physisch rückverfolgbar – das ist mir sehr wichtig! Denn der Nachgeschmack von Schokolade kann sehr bitter sein, wenn man bedenkt, dass Kakaobauern unter härtesten Bedingungen arbeiten, während andere von den Früchten ihrer Arbeit profitieren.

Ihre Produkte sind auch Fairtrade-zertifiziert ...
Zotter: Die Umstellung auf Fairtrade erfolgte bereits 2004. Die Fairtrade-Zertifizierung für Produkte und Rohstoffe aus dem Süden sind mindestens genauso wichtig wie die Bio-Zertifizierung. Damit werden faire Löhne garantiert, Sozialeinrichtungen wie Schulen unterstützt und Kinderarbeit ausgeschlossen. Qualität und soziale Standards sind die Basis für ein gutes Produkt. Regelmäßig laden wir Kakaobauern nach Bergl in die Manufaktur ein. Sie haben meistens noch nie eine Schokoladefabrik von innen gesehen und wissen gar nicht, was mit ihrem Kakao passiert. Wenn die Kakaobauern uns besuchen, verstehen sie viel besser, weshalb für uns Qualität so wichtig ist.

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