Sonntag, 15. September 2019

Mmhh, das schmeckt!

Ausgabe 09/2011
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Warum Kinder anders essen und was sie wirklich brauchen, verrät Ernährungswissenschafterin Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer – schlaue Tipps für Eltern, die wissen wollen, was Sache ist.

Foto: istockphoto.com - Stacey Newman
Ihr Kind ist ein wahrer Obst- und Gemüsetiger? Dann können Sie zu Recht hoch zufrieden sein, doch die Realität sieht meist anders aus: Brüllorgien vor dem Süßigkeitenregal im Supermarkt oder die strikte Weigerung, auch nur einen Bissen zu sich zu nehmen, machen es oft schwer, Erziehungsprinzipien treu zu bleiben. Nirgendwo sonst ist die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Empfehlungen und dem, was alltäglich umgesetzt wird, so offensichtlich wie beim Thema kindergerechte, gesunde Ernährung. Besorgte Eltern geraten dadurch oft in Gewissenskonflikte. Ein Dilemma, das die Ernährungswissenschafterin Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer nur zu gut kennt. In Ihrem neuen Buch*), das sie gemeinsam mit dem Kinderarzt Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer geschrieben hat, räumt sie mit überholten Vorstellungen auf und zeigt, was Kinder wirklich brauchen.

Prägende Jahre
„Kinder essen anders. Sie unterscheiden sich von Erwachsenen nicht nur im Bedarf an wichtigen Nährstoffen, sondern auch in ihrem Essverhalten“, erklärt Kiefer. „Wenn Sie das berücksichtigen, erübrigen sich viele zermürbende Essdiskussionen fast von selbst.“ Der Wiener Ernährungswissenschafterin ist gesunde, kindgerechte Ernährung seit Jahren ein Anliegen und sie ist überzeugt: „Eltern haben Vorbildfunktion. Isst die Mutter keine Vollkornprodukte oder der Vater kein Obst, so werden sich auch die Kinder nicht anders verhalten.“ Wie wichtig die ersten Jahre in puncto Essverhalten für das spätere Leben ist, hat sich erst in den letzten Jahren gezeigt. „Sämtliche Essgewohnheiten, Vorlieben und Eigenheiten werden bereits in der Kindheit geprägt“, erklärt Kiefer. Wird schon im zarten Alter gelernt, dass Essen nicht nur sättigt, sondern auch tröstet und Langeweile vertreibt, dann ist bereits der erste Schritt zum falschen Essverhalten getan. „Essen sollte daher niemals als Belohnung eingesetzt werden“, warnt die Spezialistin. „Belohnen Sie stattdessen mit Zuwendung und mehr Zeit für Ihr Kind, z.B. mit gemeinsamen Spielen oder Ausflügen.“

Großer oder kleiner Hunger?
Kinder mit funktionierendem Hunger-Sättigungs-Gefühl essen sehr unregelmäßig – ein Verhalten, das besorgte Eltern regelmäßig in Verzweiflung stürzt, aber völlig normal – und gesund – ist. Kiefer rät daher: „Sollte Ihr Kind an manchen Tagen weniger essen, zwingen sie es nicht dazu. Es sollte aber bei der Mahlzeit am Tisch sitzen und sich nicht anderen Tätigkeiten widmen. Ihr Kind sollte auch selbst entscheiden, wie groß die Portionen sind. Wenn es noch Hunger hat, bekommt es einen Nachschlag. Nur so können Sie ihm beibringen, die richtige Menge zu essen.“
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Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Mmhh, das schmeckt!
Seite 2 Essen im Familienkreis
Seite 3 Bunt & gesund

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