Mittwoch, 22. Mai 2019

Lebensmittelkennzeichnung: Die Visitenkarte des Produkts

27. Juli 2011
Informativ. Das Etikett gibt Bescheid - darüber, was das Produkt ist, woraus es besteht, wie viel davon in der Packung ist, wie lange es mindestens haltbar ist, wer es hergestellt, verpackt oder gehandelt hat, welcher Charge es angehört, wie viel es kostet und - wenn mit dabei: welche Allergene enthalten sind. Bei so mancher Verpackung wird's dann schon eng. Doch das ist nicht alles: Die Angaben zu den Nährwerten wollen ebenfalls Platz haben. Und das nun auch noch in (einstweilen) freiwillig erweiterter Form. Zur gesetzlichen Nährwerttabelle gesellt sich immer öfter eine Extra-Nennung der Gehalte an Energie, Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Natrium - die erweiterte Nährwertkennzeichnung.

In der mittlerweile mehrfach geänderten österreichischen Lebensmittelkennzeichnungsverordnung (LMKV) aus dem Jahr 1993 sind die Vorschriften für die Lebensmittelkennzeichnung festgehalten. Verpackte Lebensmittel müssen direkt auf der Verpackung oder auf einem mit ihr verbundenen Etikett deutlich sichtbar mit den vorgeschriebenen Informationen ausgestattet sein. 

 

Was muss auf's Etikett?

  • Verkehrsbezeichnung
  • Name oder Firma und Adresse/Anschrift des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers
  • Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum
  • Mengenangabe
  • Zutatenverzeichnis (inkl. Angabe allergener Zutaten)
  • Los- oder Chargennummer
  • Preis

Jede Verordnung hat ihre Grenzen
Bestimmte Lebensmittel sind vom Geltungsbereich der LMKV ausgenommen. Ihre Kennzeichnung wird durch spezielle Verordnungen geregelt. Zu diesen Lebensmitteln zählen u. a. Kakao und Schokoladeerzeugnisse, Zuckerarten, Honig, Konfitüren, Kaffeeextrakte, Fruchtsäfte, Milch, Eier, Erzeugnisse des Weinsektors und Aromen.

Ohne Verpackung = keine Kennzeichnung?
Auch lose, unverpackte Ware unterliegt der Kennzeichnungspflicht. Bei ihnen schreibt das Lebensmittelrecht weniger Pflichtangaben vor, da das Verkaufspersonal die Kunden informieren kann. Der Endpreis und der Grundpreis je Mengeneinheit müssen auf jeden Fall an der Produktverpackung oder in der Nähe der Ware angegeben werden. Verpackte Lebensmittel, die nicht zur Selbstbedienung bestimmt sind (z. B. Feinkostsalate) werden wie lose Waren durch ein Schild neben der Ware gekennzeichnet. Das Schild bei Obst und Gemüse muss über Art und Sorte, Herkunftsort, EG-Güteklasse, Preis (pro kg, 100 g, Bund oder Stück) und die Behandlung der Ware informieren.

Ausblick auf ein neues Regelwerk
Ende Jänner 2008 hat die Europäische Kommission den Entwurf einer neuen EG-Verordnung über Lebensmittelinformation (EG-InformationsVO) veröffentlicht. Sie soll die aktuellen Richtlinien ablösen und das EG-Kennzeichnungsrecht europaweit vereinheitlichen. Alle bisherigen Kennzeichnungselemente werden weiterhin verpflichtend sein. Neue Regelungsprinzipien sind u. a.:
  • Verpflichtende Nährwertkennzeichnung für alle Lebensmittel (Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlehydrate, Eiweiß, Zucker und Natrium)
  • Neue Anforderungen an die „Herkunftskennzeichnung"
  • Mindestschriftgröße für Pflichtangaben (1,2 mm)
  • Verpflichtende Allergenkennzeichnung bei unverpackten Lebensmitteln

 

Die Lebensmittelinformations-Verordnung wurde Anfang Juli 2011 vom EU-Parlament beschlossen. Die Kernpunkte der Verordnung finden Sie hier. Ab 2014 werden die neu geregelten Angaben auf dem Etikett zu finden sein.



Quelle
forum.ernährung heute
www.forum-ernaehrung.at

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information