La Dolce Vita - das Leben ist süß!

25. August 2011
Im Verlauf der Jahrhunderte wurden viele Lebensmittel, wie Honig oder Zucker, zum Süßen unserer Speisen verwendet. Heute gibt es eine Reihe neuer Süßungsmittel, die als Zuckeralternative dienen. Doch nur einer lässt sie alle konkurrenzlos zurück: Xylitol, der neue Superstar, der uns das Leben auf gesunde Art und Weise versüßt!

Foto: wikimedia.org - Glane23
Was wir heute als Zucker verwenden, ist ein durch mehrere chemische Prozesse aus Zuckerrohr und Zuckerrüben extrahierter Doppelzucker – Saccharose - genannt. Bereits zwischen 1852 und 1913 (!) hatte sich der Zuckerkonsum in Deutschland pro Person und Jahr aufgrund veränderter Ernährungsgewohnheiten verzehnfacht (von 2,12 kg auf 20,02 kg) und die Anbaufläche für Zuckerrüben in Österreich im gleichen Zeitraum verzwanzigfacht (von 12.400 Hektar auf 255.000 Hektar). Heute liegt der Zuckerverbrauch pro Kopf und Jahr in Österreich bei etwa 44 kg. Natürlich nicht nur in Form von purem Kristallzucker, sondern auch durch all jene zuckerhaltigen Getränke und Nahrungsmittel, die wir tagtäglich zu uns nehmen. Vergessen dürfen wir dabei auch nicht die vielen versteckten Zuckerquellen, die nicht so offensichtlich sind, wie Kartoffelchips, Wurstwaren, Speck, Alkohol, Senf, Ketchup, Salat-Dressings, u.v.m. Die Bilanz der Süßwarenindustrie allein in Deutschland: 3,6 Millionen Tonnen Süßwaren pro Jahr bei einem Jahresumsatz von 13 Milliarden Euro (Quelle: Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie). Da liegt es auf der Hand, dass hier eine mächtige Industrie Interesse daran hat, uns zu fleissigen Kunden zu machen und schädliche Wirkungen von Süßwaren zu vertuschen.

Wozu brauchen wir denn eigentlich Zucker?
Nun, eines ist klar: Zucker ist lebensnotwendig! Zucker ist Energie. Jede Zelle unseres Körpers und somit auch jedes unserer Organe benötigt Glukose um funktionsfähig zu sein. Jede Art von Zucker und Kohlenhydraten die wir zu uns nehmen, gelangt in Form von Glukose in das Blut. Die Bauchspeicheldrüße setzt dann Insulin frei, welches die Glukose aus dem Blut dorthin bringt, wo es benötigt wird. Größter Nutznießer ist dabei unser Gehirn. Das Gehirn verbraucht etwa die Hälfte des gesamten Zuckers, der im Körper zur Energiegewinnung genutzt wird. Ein Zuviel wird vorerst in der Leber gespeichert und steht für Notzeiten oder Stresssituationen zur Verfügung.

Was macht nun den Zucker so schädlich?
Industriezucker ist tote Nahrung. Zur Verdauung von Zucker werden bestimmte Enzyme und Vitamine benötigt. Zum Beispiel bilden das Vitamin B1 zusammen mit dem Spurenelement Mangan Verdauungsenzyme welche die Kohlenhydrate in verwertbare Glukose aufspalten. Aber auch Vitamin B3 ist essentiell zur Aktivierung der Kohlenhydratspaltenden Enzyme. Da wir nun die Zuckerrüben und Zuckerrohr nicht so essen, wie Gottes Natur sie für uns schuf, sondern nur den Zucker daraus extrahieren, fehlen diese Nährstoffe bei der Nahrungsaufnahme. Dafür dürfen sich unsere Schweinchen freuen, an die die Zuckerrübenreste verfüttert werden. Aber auch unsere Insulin produzierende Bauchspeicheldrüße benötigt Mangan – sonst gibt es kein Insulin mehr und Diabetes klopft an die Tür.

Vorerst greift der Körper noch auf die Vitamin- und Spurenelementreserven in unserem Körper zurück. Wenn diese einmal aufgebraucht sind, wird es kritisch. Der übermäßige Verzehr von „totem“ Zucker bzw. Süßwaren, erzeugt Mangel. Daraus entstehen Zahnkaries, ein schwaches Immunsystem mit ständiger Infektanfälligkeit, Fettsucht, Hyperaktivität bei Kindern und sämtliche Erscheinungen, die mit vorzeitigem Altern in Verbindung gebracht werden (Falten, Haarausfall, Sehschwäche, u.v.m.). Die Anzeichen für Vitamin B-Mangel können sein: schnelle Ermüdbarkeit, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall, Gedächtnisschwäche, Kopfschmerzen, usw. Auch unser Immunssystem leidet an unserem Zuckerkonsum. So konnte der Biochemiker Dr. E.

Farmer von der University of California nachweisen, dass Fabrikzucker tatsächlich die Immunkraft um etwa 40% herabsetzt, bei einem Verzehr von 100 g täglich. Die Überdosis an Glukose im Blut ankert an den Rezeptoren von Immunkörpern an und verdrängt dadurch beispielsweise Vitamin C, das für die Stärkung unsers Immunsystems enorm wichtig ist. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, haben Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten leichtes Spiel. Der Mensch wird ganz automatisch anfällig für viele Krankheiten.



XYLITOL - ein gesunder Zucker, der Freude macht!

Der Traum, Süßes zu essen und dabei seinem Körper Gutes zu tun, scheint endlich in Erfüllung gegangen zu sein. Der immer mehr beliebte Zuckeraustauschstoff Xylit (oder auch engl. Xylitol) bietet all den bisherigen Zuckerprodukten und Zuckerersatzstoffen gewaltig die Stirn. Er ist weiß, kristallin und bekämpft Karies, Zahnfleischerkrankungen, Mittelohrentzündungen und stärkt darüber hinaus die Knochendichte. 

Im Jahre 1891 wurde Xylitol zum ersten Mal von dem deutschen Chemiker Emil Fischer und seinem französischen Kollegen Emil Bertrand entdeckt und hergestellt. Bis in die 60er Jahre wurde Xylitol in Deutschland, der Schweiz, der Sowjetunion und in Japan bevorzugt als Süßstoff für diabetische Nahrungsmittel, sowie als Energiequelle bei der Infusionstherapie für Patienten mit gestörter Glukosetoleranz und Insulinresistenz eingesetzt. Daher rührt auch der Kosename „Diabetiker- Zucker“. Bei Xylitol handelt es sich um einen fünfwertigen Zuckeralkohol (Pentosealkohol), der vor allem in Grünpflanzen, Früchten, Beeren und Gemüsepflanzen, aber besonders im Birkenholz als Polysaccharid Xylan vorkommt. Die Xylitmenge in diesen Pflanzen und Früchten beträgt aber selten mehr als 1 Prozent, was also keine kariesvernichtende und zahnpflegende Auswirkungen zeigt. Der menschliche Organismus selbst produziert jeden Tag ca. 5 - 15 Gramm Xylitol als Zwischenprodukt des Glukosestoffwechsels. Somit kennt der Körper diesen Stoff sehr gut und weiß, wie er damit umzugehen hat. 1963 wurde Xylitol von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. Es weist keine bekannten toxischen Schwellenwerte auf. Die einzigen Missempfindungen, die bei einigen Personen zu Beginn beim Verzehr von Mengen über 50g/Tag auftreten können, sind leichter Durchfall und Magenkrämpfe. Normalerweise verschwinden diese Symptome innerhalb weniger Tage, nachdem die Enzymtätigkeit sich auf eine höhere Xylitolaufnahme eingestellt hat. Die Toleranzschwelle bei Kindern liegt bei 30g/Tag.

Xylitol hat 40 Prozent weniger Kalorien (nur 2,4 Kalorien/Gramm) und 75 Prozent weniger Kohlenhydrate als Zucker. Es wird vom Körper langsam resorbiert und verstoffwechselt. Etwa ein Drittel des Xylitols wird in der Leber resorbiert, der Rest wandert in den Verdauungstrakt und wird von Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut.

Karies, Zahnfleischentzündungen & Co

Karies und Zahnfleischerkrankungen sind nach wie vor ernste Gesundheitsprobleme. Dabei ist die Ernährung von großer Bedeutung für die Mundgesundheit: sie beeinflusst nämlich das Milieu, welches in der Mundhöhle vorherrscht. Ein pH-Wert von 7 gilt als normal, doch dieser wird oft auf einen pH-Wert von 5 herabgesetzt, vor allem durch den Konsum von Zucker und kohlenhydrathältigen Lebensmitteln. Dieses saure Milieu ist die beste Vorraussetzung für sämtliche Bakterienstämme, sich im Zahnbelag anzusiedeln und um Zucker und Kohlehydrate weiter sauer zu verstoffwechseln. Der Zahnbelag (oder Plaque) entsteht besonders dort, wo Zahnflächen nicht durch natürliche oder künstliche Reinigung belagfrei gehalten werden können. Er besteht aus mehreren, komplex aufgebauten Schichten und enthält Eiweiße, Kohlenhydrate, Phosphate und Mikroorganismen (Bakterienstämme). Die angesiedelten Bakterien geben außerdem winzige Mengen an Giftstoffen ab, die das Zahnfleischgewebe abbauen und Entzündungen fördern. Wenn Plaque am Zahnfleischrand nicht entfernt wird, kann dies zu Zahnfleischerkrankungen führen, wie Zahnsteinbildung, Gingivitis und Paradontitis. Zahnverlust und Zahnfleischrückgang sind dann die Folge.

Die Bakterien, die Zahnfleischerkrankungen auslösen, sind tatsächlich dieselben, die später das Herz und die Arterien angreifen. Durch feine Risse im Zahnfleisch gelangen die Mikroorganismen und deren giftige Stoffwechselprodukte in den Blutkreislauf und sind an der Entstehung von Bronchitis, Lungenentzündung und Lungenemphysemen beteiligt, verdoppeln das Risiko eines Schlaganfalles, verdreifachen das Risiko eines Herzinfarktes und erhöhen das Risiko für Frühgeburten.

Die Säuren müssen also abgebaut werden, um ein basisches Milieu im Mundraum zu schaffen, wodurch Bakterienstämme keine Chance haben sich anzusiedeln und Zahnschädigungen zu verursachen. Dafür sind Mineralstoffe notwendig, denn nur sie können Säuren neutralisieren. Mineralstoffe (z.B. Calcium) werden unter anderem aus den Zähnen gelöst. Doch wird der Zahnschmelz kontinuierlich entkalkt, kann er sich nicht mehr regenerieren.

Xylitol – der reinste Horror für Kariesbakterien
Normalerweise befeuchtet der Speichel den Mund mit einer basischen Lösung, die den Säuregehalt wieder neutralisiert und dem Zahn Mineralien rückführt. Wenn der Speichel jedoch durch zu viel zuckerhältige Nahrungsmittel sauer wird, bedeutet das für die Bakterien im Mund ein wahres Fest. Speisereste heften sich an den Zahnbelag an und bedeuten Nahrung für plaquebildende Bakterien, wie eben dem kariogenen Streptococcus mutans.

Jetzt kommt Xylitol ins Spiel. Xylitol regt den Speichelfluss an und fördert die im Speichel befindlichen nützlichen Mineralien, bewirkt einen pH-Anstieg und trägt zu einer Remineralisation der Zähne bei. Xylitol hemmt das Wachstum säurebildender Bakterien, da ihnen ihre Nahrungsquelle entzogen und das Milieu verändert wird. Xylitol kann von den Kariesbakterien nicht verstoffwechselt werden und lässt dadurch diese absterben. Wendet man Xylitkaugummis oder Pastillen nach einer Mahlzeit an, so verkürzt sich die Zeit, in der die Zähne gefährlichen Säuren ausgesetzt sind.

Seit 1970 laufen Forschungsarbeiten in Finnland unter dem Xylit-Experten Prof. Kauko K. Mäkinen an der Universität für Zahnheilkunde in Turku. Anfang der 70er Jahre führten er und eine Forschergruppe zwei Zuckerstudien durch, die mittlerweile unter dem Namen „Turku-Zuckerstudien“ weltbekannt geworden sind. Diese in den Jahren 1972 bis 1975 durchgeführten klinischen Studien konnten eine hochsignifikante Reduktion von Karies belegen. Insgesamt 115 Personen nahmen teil und wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Zucker (Saccharose) wurde in allen Lebensmitteln durch Fructose bzw. Xylitol ersetzt. Nach der Studie konnte eine Kariesreduktion von 30 % bei Fructose und von über 85 % beim Einsatz von Xylitol ermittelt werden, als im Vergleich zur Saccharosegruppe.

Bei der zweiten Studie wurden 100 Personen in zwei Gruppen aufgeteilt. In einem Zeitrahmen von einem Jahr erhielt die eine Gruppe Kaugummis mit Saccharose, die andere Gruppe erhielt Kaugummis mit Xylitol. Im Vergleich zur Saccharosegruppe wurde bei den Xylitolprobanden eine Reduktion der Karieszuwachsrate um mehr als 82 % ermittelt.

"Aufgrund der deutlichen Hinweise darauf, dass Xylit einen starken Schutz gegen Karies bewirkt, wäre es unethisch, Menschen seinen möglichen Nutzen vorzuenthalten." meint Prof. Dr. Catherine Hayes von der Harvard School of Medicine in einem Artikel, der jüngst im Journal of Dental Education veröffentlicht wurde. Auch das Journal of the American Dental Association berichtete vor kurzem: „Xylitol schützt erfolgreich vor Karies […] Nachgewiesenermaßen verringern xylitolhaltige Kaugummis Karies bei finnischen Jugendlichen um 30 bis 60 Prozent. Studien in Kanada, Thailand, Polynesien und Belize zeigen ähnliche Ergebnisse.“ Eine weitere Studie der Harvard School of Dental Medicine schlussfolgerte: „Xylitol kann das Auftreten von Karies erheblich reduzieren.“



Kostengünstige schulische Zahn-Gesundheitsprophylaxe
Eine neuere Xylit-Studie an estnischen Schulen beweist, dass von den bekannten Zuckeraustauschstoffen nur Xylit über den zahnfreundlichen Effekt hinaus eine antikariogene Wirkung entfaltet. Unter der Leitung der Zahnmediziner Pentti Alanen, Pauli Isokangas und Kristjan
Gutmann vom Zahnmedizinischen Institut der Universität Turku in Finnland wurde eine Doppelblindstudie mit 740 Kindern aus 12 Schulen durchgeführt. Die Kinder wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Zwei Gruppen erhielten Pastillen mit 50% Xylitol-Anteil, gemischt mit Maltit oder Polydextrose. Die dritte Gruppe erhielt Kaugummi, der zu 100 % mit Xylit gesüßt war und die vierte Gruppe bildete die Kontrollgruppe, die keine Xylit-Produkte bekam. Die Studie wurde nur während der Unterrichtszeit durchgeführt - also nicht an den Wochenenden oder während der Ferien. Die Lehrer verteilten zu Beginn, in der Mitte und am Ende des Unterrichts die xylithaltigen Pastillen oder Kaugummis. Alle Kinder wurden drei Jahre lang einmal jährlich auf Karies untersucht. Die Objektivität des Untersuchungsergebnisses wurde dadurch gewährleistet, dass einer der beiden untersuchenden Ärzte nicht wusste, welche Verabreichungsform für welche Kinder gewählt worden war. Die Studie ergab eindeutig, dass durch Xylitol bis zu 60% weniger Kariesbefall aufgetreten war. Diese Prophylaxe-Maßnahmen könnten von jedem Lehrer im Rahmen des Unterrichts geleistet werden.

Mütter und Babies fühlen sich wohl mit Xylitol
Die Besiedelung der Baby-Mundhöhle mit Bakterien erfolgt im Laufe der Zeit vor allem durch Küsse der Mutter oder wenn das Baby das Essen direkt aus dem Mund der Mutter erhält (abgeschleckter Löffel, Schnuller). Wenn der erforderliche Lebensraum und die „geeignete“ Nahrung vorhanden sind, vermehren sich dementsprechend die Bakterien. Würde das Baby oder Kleinkind ausschließlich zuckerfreie, natürliche Kost erhalten, könnten sich auch keine Karies verursachenden Bakterien ansiedeln. Eine weitere Studie an der Universität Turku aus dem Jahre 2000 kam zu folgendem Ergebnis: durch den regelmäßigen Konsum von Xylitol-Kaugummis der Mütter wurde das Risiko, dass ihre Kinder an Karies erkrankten, signifikant gesenkt. Dazu wurden die Mütter wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe kaute zwei Jahre lang an Xylit-Kaugummis, die anderen zwei Kontrollgruppen erhielten Zahnlackierungen mit Fluorid und Chlorhexidin. Im Vergleich zu den beiden Kontrollgruppen wiesen die Kinder der „Xylit-Mütter” 71 - 74 Prozent weniger Zahnschäden durch Karies auf. Mütter können durch die Anwendung von Xylit das Kariesrisiko ihrer Sprösslinge deutlich verringern.

Aber nicht nur für junge Leute ist Xylitol wichtig. In einer im Journal Of The American Geriatrics Society veröffentlichten Studie bewiesen die Wissenschaftler, dass durch Xylitol ein bedeutend niedrigeres Risiko für Soor-, Pilz- oder Hefeinfektionen besteht.

Otitis Media und Xylitol
Einen wichtigen Teil des Lernprozesses stellt das Sprechen dar, welches vor allem ein gutes Gehör voraussetzt. Dieses entwickelt sich in den ersten beiden Lebensjahren – in jener Zeit, in der Kinder besonders häufig an Mittelohrentzündungen (Otitis Media) erkranken. Wenn das Gehör durch eine Infektion oder Flüssigkeit im Mittelohr beeinträchtigt ist, kann dies erschwerende Auswirkungen auf die Sprachentwicklung haben, sowie zu deutlichen Problemen im Lern- und Sozialverhalten führen. Da Xylitol die Fähigkeit besitzt, das Wachstum der Bakterien zu hemmen konnte in zwei mit über 1.000 Kindern kürzlich durchgeführten Studien nachgewiesen werden, dass das Kauen xylitolhaltiger Kaugummis die Häufigkeit von Mittelohrentzündungen um 40 Prozent senkt. Auch anhaltende Beschwerden wurden erheblich reduziert und der Bedarf von Antibiotika verringert.

Xylitol – der neue Freund für Diabetiker
Durch die Zufuhr von Zucker und anderen Kohlenhydraten wird eine rasche Freisetzung von Glukose (= Blutzucker) bewirkt. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin Insulin aus, um die Glukose in die Zellen zur Energiegewinnung zu befördern. Zu viel Glukose belastet das System, und mit der Zeit reagieren die Zellen schwächer auf Insulin (=Insulinresistenz). In mehreren klinischen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass Xylitol sehr langsam abgebaut wird. Xylitol ist ein natürlicher Insulinstabilisator und verursacht keinen abrupten Anstieg und Abfall wie Zucker. Der glykämische Index (GI) bestimmt die Wirkung kohlehydratreicher Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel. Je höher der Wert, desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel an und desto höher ist der Insulinausstoß. Der GI von Xylitol beträgt 7, während der GI von Zucker bei 100 liegt. Durch Xylitol steigt der Blutzuckerspiegel definitiv nicht an, Zucker jedoch treibt ihn in die Höhe. Xylitol hilft sogar den Heißhunger auf Zucker und Kohlenhydrate in den Griff zu bekommen und ist somit der ideale Süßstoff für Diabetiker und für Menschen, die abnehmen wollen.

Die neue Zahnpflege
Xylitol kann in Form von Kaugummis, Pastillen, Gummibärchen, aber auch pur eingenommen werden. Der Zahnarzt Dr. Ulrich Bruhn kam als erster auf den Gedanken das pure Xylitol als Mundspülung oder als Zahnpasta-Ersatz zu verwenden und bemerkte bei sich und seinen Patienten erstaunliche Resultate: Karies war fast völlig verschwunden, Zahnfleischentzündungen gingen zurück und die Zahnsteinbildung war stark verringert.

Beim Konsum xylithältiger Produkte sei zu beachten, dass Bonbons mindestens zu 70 bis 90 Prozent aus Xylit bestehen (nicht weniger), Kaugummis sollten ausschließlich mit Xylit gesüßt sein und keine anderen Süß- oder Zuckeraustauschstoffe enthalten. Ein übermäßiger Verzehr kann eine abführende Wirkung haben, doch der menschliche Körper kann sich an größere Mengen Xylitol gewöhnen, was auf andere Zuckeraustauschstoffe (wie Sorbit, Mannit, Maltit) nicht zutrifft. Bereits im Jahre 1976 hat Professor Kauko K. Mäkinen in einer Studie bewiesen, dass Portionen von 430 Gramm Xylit von den damaligen Versuchspersonen problemlos vertragen wurden. In über 1.500 wissenschaftlichen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass die Sucht nach Süßigkeiten nachlässt, je mehr Xylitol wir zu uns nehmen. Der Insulinspiegel wird gesenkt und der Körper in ein basisches Milieu versetzt. Xylitol - eine wunderbare Hilfe auf dem Weg zu einem gesunden und langen Leben!



Infoblocks

  1. Das Gehirn verbraucht etwa die Hälfte des gesamten Zuckers, der im Körper zur Energiegewinnung genutzt wird.
  2. Der Begriff „Karies” leitet sich vom lateinischen Wort „caries” ab, was soviel wie Morschsein” oder „Fäulnis” bedeutet. Der aktuelle Stand der Wissenschaft hat sich in Bezug auf die Entstehung von Karies seit 1971 nicht mehr verändert. Gerade der Zuckerkonsum führt zu Karies, weil er ein hochsaures Milieu in der Mundhöhle erzeugt. Die Säuren greifen den Zahnschmelz an und führen früher oder später zu Löchern im Zahn.
  3. Xlitol kommt vor allem in Grünpflanzen, Früchten, Beeren und Gemüsepflanzen vor, wird aber heute aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage aus den Resten der Maiskolben extrahiert, nachdem die Maiskörner entfernt wurden. Ursprünglich wurde Xylitol aus dem Holz von Birken gewonnen.
  4. Xylitol führte bis dato ein Schattendasein im europäischen Raum, beginnt aber nun auch bei uns seinen Siegeszug gegen Karies und Zahnfleischerkrankungen. In Form von Kaugummis und Pastillen ist Xylitol eine schmackhafte Zahnpflege auch für unterwegs.
  5. Auch Diabetiker müssen sich bei Xylitol kaum zurückhalten, denn der natürliche Insulinstabilisator verursacht keine übermäßige Insulinausschüttung.



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