Donnerstag, 24. Oktober 2019

La Dolce Vita - das Leben ist süß! - Kostengünstige schulische Zahn-Gesundheitsprophylaxe

25. August 2011
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Kostengünstige schulische Zahn-Gesundheitsprophylaxe
Eine neuere Xylit-Studie an estnischen Schulen beweist, dass von den bekannten Zuckeraustauschstoffen nur Xylit über den zahnfreundlichen Effekt hinaus eine antikariogene Wirkung entfaltet. Unter der Leitung der Zahnmediziner Pentti Alanen, Pauli Isokangas und Kristjan
Gutmann vom Zahnmedizinischen Institut der Universität Turku in Finnland wurde eine Doppelblindstudie mit 740 Kindern aus 12 Schulen durchgeführt. Die Kinder wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Zwei Gruppen erhielten Pastillen mit 50% Xylitol-Anteil, gemischt mit Maltit oder Polydextrose. Die dritte Gruppe erhielt Kaugummi, der zu 100 % mit Xylit gesüßt war und die vierte Gruppe bildete die Kontrollgruppe, die keine Xylit-Produkte bekam. Die Studie wurde nur während der Unterrichtszeit durchgeführt - also nicht an den Wochenenden oder während der Ferien. Die Lehrer verteilten zu Beginn, in der Mitte und am Ende des Unterrichts die xylithaltigen Pastillen oder Kaugummis. Alle Kinder wurden drei Jahre lang einmal jährlich auf Karies untersucht. Die Objektivität des Untersuchungsergebnisses wurde dadurch gewährleistet, dass einer der beiden untersuchenden Ärzte nicht wusste, welche Verabreichungsform für welche Kinder gewählt worden war. Die Studie ergab eindeutig, dass durch Xylitol bis zu 60% weniger Kariesbefall aufgetreten war. Diese Prophylaxe-Maßnahmen könnten von jedem Lehrer im Rahmen des Unterrichts geleistet werden.

Mütter und Babies fühlen sich wohl mit Xylitol
Die Besiedelung der Baby-Mundhöhle mit Bakterien erfolgt im Laufe der Zeit vor allem durch Küsse der Mutter oder wenn das Baby das Essen direkt aus dem Mund der Mutter erhält (abgeschleckter Löffel, Schnuller). Wenn der erforderliche Lebensraum und die „geeignete“ Nahrung vorhanden sind, vermehren sich dementsprechend die Bakterien. Würde das Baby oder Kleinkind ausschließlich zuckerfreie, natürliche Kost erhalten, könnten sich auch keine Karies verursachenden Bakterien ansiedeln. Eine weitere Studie an der Universität Turku aus dem Jahre 2000 kam zu folgendem Ergebnis: durch den regelmäßigen Konsum von Xylitol-Kaugummis der Mütter wurde das Risiko, dass ihre Kinder an Karies erkrankten, signifikant gesenkt. Dazu wurden die Mütter wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe kaute zwei Jahre lang an Xylit-Kaugummis, die anderen zwei Kontrollgruppen erhielten Zahnlackierungen mit Fluorid und Chlorhexidin. Im Vergleich zu den beiden Kontrollgruppen wiesen die Kinder der „Xylit-Mütter” 71 - 74 Prozent weniger Zahnschäden durch Karies auf. Mütter können durch die Anwendung von Xylit das Kariesrisiko ihrer Sprösslinge deutlich verringern.

Aber nicht nur für junge Leute ist Xylitol wichtig. In einer im Journal Of The American Geriatrics Society veröffentlichten Studie bewiesen die Wissenschaftler, dass durch Xylitol ein bedeutend niedrigeres Risiko für Soor-, Pilz- oder Hefeinfektionen besteht.

Otitis Media und Xylitol
Einen wichtigen Teil des Lernprozesses stellt das Sprechen dar, welches vor allem ein gutes Gehör voraussetzt. Dieses entwickelt sich in den ersten beiden Lebensjahren – in jener Zeit, in der Kinder besonders häufig an Mittelohrentzündungen (Otitis Media) erkranken. Wenn das Gehör durch eine Infektion oder Flüssigkeit im Mittelohr beeinträchtigt ist, kann dies erschwerende Auswirkungen auf die Sprachentwicklung haben, sowie zu deutlichen Problemen im Lern- und Sozialverhalten führen. Da Xylitol die Fähigkeit besitzt, das Wachstum der Bakterien zu hemmen konnte in zwei mit über 1.000 Kindern kürzlich durchgeführten Studien nachgewiesen werden, dass das Kauen xylitolhaltiger Kaugummis die Häufigkeit von Mittelohrentzündungen um 40 Prozent senkt. Auch anhaltende Beschwerden wurden erheblich reduziert und der Bedarf von Antibiotika verringert.

Xylitol – der neue Freund für Diabetiker
Durch die Zufuhr von Zucker und anderen Kohlenhydraten wird eine rasche Freisetzung von Glukose (= Blutzucker) bewirkt. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin Insulin aus, um die Glukose in die Zellen zur Energiegewinnung zu befördern. Zu viel Glukose belastet das System, und mit der Zeit reagieren die Zellen schwächer auf Insulin (=Insulinresistenz). In mehreren klinischen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass Xylitol sehr langsam abgebaut wird. Xylitol ist ein natürlicher Insulinstabilisator und verursacht keinen abrupten Anstieg und Abfall wie Zucker. Der glykämische Index (GI) bestimmt die Wirkung kohlehydratreicher Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel. Je höher der Wert, desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel an und desto höher ist der Insulinausstoß. Der GI von Xylitol beträgt 7, während der GI von Zucker bei 100 liegt. Durch Xylitol steigt der Blutzuckerspiegel definitiv nicht an, Zucker jedoch treibt ihn in die Höhe. Xylitol hilft sogar den Heißhunger auf Zucker und Kohlenhydrate in den Griff zu bekommen und ist somit der ideale Süßstoff für Diabetiker und für Menschen, die abnehmen wollen.

Die neue Zahnpflege
Xylitol kann in Form von Kaugummis, Pastillen, Gummibärchen, aber auch pur eingenommen werden. Der Zahnarzt Dr. Ulrich Bruhn kam als erster auf den Gedanken das pure Xylitol als Mundspülung oder als Zahnpasta-Ersatz zu verwenden und bemerkte bei sich und seinen Patienten erstaunliche Resultate: Karies war fast völlig verschwunden, Zahnfleischentzündungen gingen zurück und die Zahnsteinbildung war stark verringert.

Beim Konsum xylithältiger Produkte sei zu beachten, dass Bonbons mindestens zu 70 bis 90 Prozent aus Xylit bestehen (nicht weniger), Kaugummis sollten ausschließlich mit Xylit gesüßt sein und keine anderen Süß- oder Zuckeraustauschstoffe enthalten. Ein übermäßiger Verzehr kann eine abführende Wirkung haben, doch der menschliche Körper kann sich an größere Mengen Xylitol gewöhnen, was auf andere Zuckeraustauschstoffe (wie Sorbit, Mannit, Maltit) nicht zutrifft. Bereits im Jahre 1976 hat Professor Kauko K. Mäkinen in einer Studie bewiesen, dass Portionen von 430 Gramm Xylit von den damaligen Versuchspersonen problemlos vertragen wurden. In über 1.500 wissenschaftlichen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass die Sucht nach Süßigkeiten nachlässt, je mehr Xylitol wir zu uns nehmen. Der Insulinspiegel wird gesenkt und der Körper in ein basisches Milieu versetzt. Xylitol - eine wunderbare Hilfe auf dem Weg zu einem gesunden und langen Leben!

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 La Dolce Vita - das Leben ist süß!
Seite 2 XYLITOL - ein gesunder Zucker, der Freude macht!
Seite 3 Kostengünstige schulische Zahn-Gesundheitsprophylaxe
Seite 4 Infoblocks


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