Montag, 26. Oktober 2020

La Dolce Vita - das Leben ist süß! - XYLITOL - ein gesunder Zucker, der Freude macht!

25. August 2011
Seite 2 von 4

XYLITOL - ein gesunder Zucker, der Freude macht!
Der Traum, Süßes zu essen und dabei seinem Körper Gutes zu tun, scheint endlich in Erfüllung gegangen zu sein. Der immer mehr beliebte Zuckeraustauschstoff Xylit (oder auch engl. Xylitol) bietet all den bisherigen Zuckerprodukten und Zuckerersatzstoffen gewaltig die Stirn. Er ist weiß, kristallin und bekämpft Karies, Zahnfleischerkrankungen, Mittelohrentzündungen und stärkt darüber hinaus die Knochendichte. 

Im Jahre 1891 wurde Xylitol zum ersten Mal von dem deutschen Chemiker Emil Fischer und seinem französischen Kollegen Emil Bertrand entdeckt und hergestellt. Bis in die 60er Jahre wurde Xylitol in Deutschland, der Schweiz, der Sowjetunion und in Japan bevorzugt als Süßstoff für diabetische Nahrungsmittel, sowie als Energiequelle bei der Infusionstherapie für Patienten mit gestörter Glukosetoleranz und Insulinresistenz eingesetzt. Daher rührt auch der Kosename „Diabetiker- Zucker“. Bei Xylitol handelt es sich um einen fünfwertigen Zuckeralkohol (Pentosealkohol), der vor allem in Grünpflanzen, Früchten, Beeren und Gemüsepflanzen, aber besonders im Birkenholz als Polysaccharid Xylan vorkommt. Die Xylitmenge in diesen Pflanzen und Früchten beträgt aber selten mehr als 1 Prozent, was also keine kariesvernichtende und zahnpflegende Auswirkungen zeigt. Der menschliche Organismus selbst produziert jeden Tag ca. 5 - 15 Gramm Xylitol als Zwischenprodukt des Glukosestoffwechsels. Somit kennt der Körper diesen Stoff sehr gut und weiß, wie er damit umzugehen hat. 1963 wurde Xylitol von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. Es weist keine bekannten toxischen Schwellenwerte auf. Die einzigen Missempfindungen, die bei einigen Personen zu Beginn beim Verzehr von Mengen über 50g/Tag auftreten können, sind leichter Durchfall und Magenkrämpfe. Normalerweise verschwinden diese Symptome innerhalb weniger Tage, nachdem die Enzymtätigkeit sich auf eine höhere Xylitolaufnahme eingestellt hat. Die Toleranzschwelle bei Kindern liegt bei 30g/Tag.

Xylitol hat 40 Prozent weniger Kalorien (nur 2,4 Kalorien/Gramm) und 75 Prozent weniger Kohlenhydrate als Zucker. Es wird vom Körper langsam resorbiert und verstoffwechselt. Etwa ein Drittel des Xylitols wird in der Leber resorbiert, der Rest wandert in den Verdauungstrakt und wird von Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut.

Karies, Zahnfleischentzündungen & Co

Karies und Zahnfleischerkrankungen sind nach wie vor ernste Gesundheitsprobleme. Dabei ist die Ernährung von großer Bedeutung für die Mundgesundheit: sie beeinflusst nämlich das Milieu, welches in der Mundhöhle vorherrscht. Ein pH-Wert von 7 gilt als normal, doch dieser wird oft auf einen pH-Wert von 5 herabgesetzt, vor allem durch den Konsum von Zucker und kohlenhydrathältigen Lebensmitteln. Dieses saure Milieu ist die beste Vorraussetzung für sämtliche Bakterienstämme, sich im Zahnbelag anzusiedeln und um Zucker und Kohlehydrate weiter sauer zu verstoffwechseln. Der Zahnbelag (oder Plaque) entsteht besonders dort, wo Zahnflächen nicht durch natürliche oder künstliche Reinigung belagfrei gehalten werden können. Er besteht aus mehreren, komplex aufgebauten Schichten und enthält Eiweiße, Kohlenhydrate, Phosphate und Mikroorganismen (Bakterienstämme). Die angesiedelten Bakterien geben außerdem winzige Mengen an Giftstoffen ab, die das Zahnfleischgewebe abbauen und Entzündungen fördern. Wenn Plaque am Zahnfleischrand nicht entfernt wird, kann dies zu Zahnfleischerkrankungen führen, wie Zahnsteinbildung, Gingivitis und Paradontitis. Zahnverlust und Zahnfleischrückgang sind dann die Folge.

Die Bakterien, die Zahnfleischerkrankungen auslösen, sind tatsächlich dieselben, die später das Herz und die Arterien angreifen. Durch feine Risse im Zahnfleisch gelangen die Mikroorganismen und deren giftige Stoffwechselprodukte in den Blutkreislauf und sind an der Entstehung von Bronchitis, Lungenentzündung und Lungenemphysemen beteiligt, verdoppeln das Risiko eines Schlaganfalles, verdreifachen das Risiko eines Herzinfarktes und erhöhen das Risiko für Frühgeburten.

Die Säuren müssen also abgebaut werden, um ein basisches Milieu im Mundraum zu schaffen, wodurch Bakterienstämme keine Chance haben sich anzusiedeln und Zahnschädigungen zu verursachen. Dafür sind Mineralstoffe notwendig, denn nur sie können Säuren neutralisieren. Mineralstoffe (z.B. Calcium) werden unter anderem aus den Zähnen gelöst. Doch wird der Zahnschmelz kontinuierlich entkalkt, kann er sich nicht mehr regenerieren.

Xylitol – der reinste Horror für Kariesbakterien
Normalerweise befeuchtet der Speichel den Mund mit einer basischen Lösung, die den Säuregehalt wieder neutralisiert und dem Zahn Mineralien rückführt. Wenn der Speichel jedoch durch zu viel zuckerhältige Nahrungsmittel sauer wird, bedeutet das für die Bakterien im Mund ein wahres Fest. Speisereste heften sich an den Zahnbelag an und bedeuten Nahrung für plaquebildende Bakterien, wie eben dem kariogenen Streptococcus mutans.

Jetzt kommt Xylitol ins Spiel. Xylitol regt den Speichelfluss an und fördert die im Speichel befindlichen nützlichen Mineralien, bewirkt einen pH-Anstieg und trägt zu einer Remineralisation der Zähne bei. Xylitol hemmt das Wachstum säurebildender Bakterien, da ihnen ihre Nahrungsquelle entzogen und das Milieu verändert wird. Xylitol kann von den Kariesbakterien nicht verstoffwechselt werden und lässt dadurch diese absterben. Wendet man Xylitkaugummis oder Pastillen nach einer Mahlzeit an, so verkürzt sich die Zeit, in der die Zähne gefährlichen Säuren ausgesetzt sind.

Seit 1970 laufen Forschungsarbeiten in Finnland unter dem Xylit-Experten Prof. Kauko K. Mäkinen an der Universität für Zahnheilkunde in Turku. Anfang der 70er Jahre führten er und eine Forschergruppe zwei Zuckerstudien durch, die mittlerweile unter dem Namen „Turku-Zuckerstudien“ weltbekannt geworden sind. Diese in den Jahren 1972 bis 1975 durchgeführten klinischen Studien konnten eine hochsignifikante Reduktion von Karies belegen. Insgesamt 115 Personen nahmen teil und wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Zucker (Saccharose) wurde in allen Lebensmitteln durch Fructose bzw. Xylitol ersetzt. Nach der Studie konnte eine Kariesreduktion von 30 % bei Fructose und von über 85 % beim Einsatz von Xylitol ermittelt werden, als im Vergleich zur Saccharosegruppe.

Bei der zweiten Studie wurden 100 Personen in zwei Gruppen aufgeteilt. In einem Zeitrahmen von einem Jahr erhielt die eine Gruppe Kaugummis mit Saccharose, die andere Gruppe erhielt Kaugummis mit Xylitol. Im Vergleich zur Saccharosegruppe wurde bei den Xylitolprobanden eine Reduktion der Karieszuwachsrate um mehr als 82 % ermittelt.

"Aufgrund der deutlichen Hinweise darauf, dass Xylit einen starken Schutz gegen Karies bewirkt, wäre es unethisch, Menschen seinen möglichen Nutzen vorzuenthalten." meint Prof. Dr. Catherine Hayes von der Harvard School of Medicine in einem Artikel, der jüngst im Journal of Dental Education veröffentlicht wurde. Auch das Journal of the American Dental Association berichtete vor kurzem: „Xylitol schützt erfolgreich vor Karies […] Nachgewiesenermaßen verringern xylitolhaltige Kaugummis Karies bei finnischen Jugendlichen um 30 bis 60 Prozent. Studien in Kanada, Thailand, Polynesien und Belize zeigen ähnliche Ergebnisse.“ Eine weitere Studie der Harvard School of Dental Medicine schlussfolgerte: „Xylitol kann das Auftreten von Karies erheblich reduzieren.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 La Dolce Vita - das Leben ist süß!
Seite 2 XYLITOL - ein gesunder Zucker, der Freude macht!
Seite 3 Kostengünstige schulische Zahn-Gesundheitsprophylaxe
Seite 4 Infoblocks


logoGesundes Europa
gesundeseuropa.eu

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2020-10 130x173Aktuelles Heft 10/2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 20. November 2020

 

Unsere Ausgabe 09/2020 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Lachen Sie gerne?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information