Sonntag, 15. September 2019

Kulinarische Ostern

Ausgabe 2014.04

Österreich hat zahlreiche kulinarische Osterbräuche zu bieten. Wir verraten, was bei uns traditionellerweise auf den Tisch kommt.


Foto: ® Can Stock Photo Inc. - Slast

Ostern ist für die Österreicher nach Weihnachten der
zweitwichtigs-te Feiertag im Jahr. Es wird nicht nur die Auferstehung Christi gefeiert, sondern auch, so scheint es zumindest, der familiäre Zusammenhalt. Am Karsamstag und Ostersonntag werden Verwandte besucht, mit den Kindern Osternesterl gesucht und vor allem wird am üppig gedeckten Tisch in großer Runde (und noch größerem Appetit) geschlemmt.
Wir haben für Sie einen kleinen Überblick, was in Österreich zu Ostern gerne geschmaust wird. Tipp: Achten Sie bei jeder Speise auf Bio-Zutaten – dann schmeckt’s nicht nur besser, sondern ist auch gleich gesünder!

Spinat & Fisch. Bevor am Ostersonntag auch kulinarisch gefeiert werden darf, verzichtet man in der Karwoche auf die eine oder andere „Sünde“. Eingebürgert hat sich der Brauch, am Gründonnerstag, dessen Name historisch gar nicht vollends geklärt ist, Spinat zu essen – meist und besonders beliebt mit Spiegelei und gerösteten Erdäpfeln, garniert mit Schnittlauch. Spinat ist nicht nur kalorienarm, sondern auch reich an Vitamin B und C. Tipp: Bio-Spinat speichert aufgrund des Verzichts auf schnelllösliche mineralische Düngemittel deutlich weniger Nitrat als konventioneller Spinat. Am Karfreitag wiederum wird hierzulande meist, aufgrund der biblischen Bedeutung, Fisch verzehrt, auf Fleisch wird komplett verzichtet. Damit tut man auch seinem Körper etwas Gutes, beinhaltet Fisch doch reichlich Eiweiß sowie lebensnotwendige Omega 3-Fettsäuren.

Süße Ostern. Der Karsamstag steht ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf den Ostersonntag – weshalb auch oftmals mit den Kindern oder Enkerln gemeinsam gebacken wird. Ganz oben in der Gunst der Österreicher steht natürlich das Lamm (als Symbol der Unschuld Jesu Christi), gerne mit Rosinen und Staubzucker veredelt. Aromen wie Mandeln, Kokos oder Orangensaft verleihen dem Osterlamm einen ganz besonderen Geschmack. In ganz Österreich verbreitet ist der Osterstriezel, allerdings in vielen Variationen: mit gehackten Nüssen oder Mohn zum Beispiel, mit Rosinen oder – für die Erwachsenen – mit einem Schuss Rum oder Amaretto. Auch ein Bio-Dinkelbrioche-Striezel sorgt für Abwechslung! Immer mehr durchgesetzt hat sich der aus Griechenland und der Balkan-insel stammende Brauch, Ostereier im Striezel „einzubacken“.

Geweihter Brunch. Am Ostersonntag ist es dann endlich so weit und es darf richtig geschlemmt werden! Die Fleischweihe wird vor allem in ländlichen Regionen zelebriert und ist streng genommen eine Speisenweihe, da sich im Korb, der vom Pfarrer gesegnet wird, auch Brot, Speck, Schinken, Ostereier, Kren und Butter befinden. Damit ist man auch schon bestens für den traditionellen Osterbrunch gewappnet, zu dem man zum Osterbrot Geselchtes, eine kalte Wurstplatte, Ostereier, Eiaufstrich, Hartwürstl, Zunge, Senf, Kren und natürlich Osterschinken serviert. Hier handelt es sich meist um einen mageren Schinken vom Schwein, der entweder geräuchert oder gekocht wurde. Manchmal wird der Osterschinken auch in einen Brotteig gewickelt und im Ofen gebacken.

Kreatives Lamm. Wenn es am Ostersonntag doch eine warme Mittagsspeise geben soll, greifen viele Österreicher zum Lamm. Bei der Zubereitung sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt – geschmortes Lamm kann ebenso serviert werden wie Lammkeulen (z. B. mit Kräuterkruste) oder Lammkarree. Beliebte Beilagen sind Erdäpfel, Gemüse, Rahmpolenta oder Kartoffel-Bärlauch-Püree. Wer kein Lamm mag, kann zu Ostern auch zum Faschierten Braten mit Ei („Falscher Hase“) greifen.

Reindling und Godnküpfi. Einige Bundesländer haben zudem ihre ganz eigenen kulinarischen Osterbräuche. Am bekanntesten ist wohl der Kärntner Reindling, der im Original (unter anderem) aus Germteig, Vanillezucker, Zitronenschalen, Rum, Zimt und Rosinen besteht – und der immer am besten schmeckt, wenn die eigene Mutter ihn bäckt. Auch österreichweit bekannt, aber vor allem der Steiermark, Kärnten und Osttirol zuzuordnen ist die Osterpinze, die ebenfalls aus Germteig besteht und besonders gut mit Rosinen schmeckt. Auch hier sehen es besonders die Kinder gern, wenn bunte Ostereier mit eingebacken werden. Weniger bekannt sind die Mostviertler „Godnküpfi“, die aus zartem Germteig hergestellt und zu einem großen Kipferl geflochten werden.

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