Sonntag, 23. Juli 2017

Kümmel – gut gegen Kopfschmerz und Migräne

Ausgabe 2017.07-08

Als Kind hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Kümmel (Carum carvi).


Foto: iStock-MarianVejcik

Wenn schon nicht die Mutter Rücksicht auf meine Abneigung nahm, versuchte ich selbst penibel jedes Körnchen dieses Gewürzes zu entfernen, bevor ich wohl oder übel mit dem Essen begann. Lang ist’s her und Gott sei Dank vorbei. Heute schätze ich dieses wertvolle Gewürz sehr wohl.
Die Pflanze des Echten oder Wiesen-Kümmels zählt zu den Doldenblütlern. Was kaum einer weiß, ist die Tatsache, dass der Kümmel eine karottenartige Wurzel in den Boden treibt, die z. B. im Frühjahr geerntet und verwertet werden kann. Die Samen wiederum, deren würziger Geschmack jedermann hinlänglich bekannt ist, enthalten ätherisches Öl, Zucker, Stärke und mineralogische Spurenelemente. Archäologische Untersuchungen beweisen, dass der Kümmel schon in der neolithischen Zeit gelagert und verwendet wurde.
Der „Kimm“, wie dieses Gewürz in der Umgangssprache meiner Heimat bezeichnet wird, hat ähnliche Wirkungen wie Anis- und Fenchelsamen. Er hilft bei Blähungen und unterstützt Frauen während der Monatsregel, bei Schwangerschaft und Stillzeit.

Seit der Mensch sesshaft wurde, teilte er seine Lebenskultur mit den verschiedenen domestizierten Tieren. So verwundert es nicht, dass sich die Naturheilkunde auch der gefiederten oder bepelzten Schützlinge annahm. Dabei kam es zu Erfahrungswerten, die bis heute ihre Gültigkeit besitzen. Kümmel, der dem Futter von Pferden und Schweinen beigegeben wird, fördert die Fresslust. Ein Absud aus dem feinen Gewürz dem Trank hinzugefügt, behebt den Milchmangel der Kühe. Genauso wie beim Menschen hat der Kümmel auch bei den Tieren eine krampfstillende und gärungswidrige Wirkung.

Aber kehren wir ruhig wieder zurück zu den Menschen. Der Kümmel kann auch bei Kopfschmerzen oder bei Migräne hilfreiche Dienste tun. Ein kleines Leinensäckchen, das man bis zur Hälfte mit zerstoßenen Kümmelfrüchten füllt, taucht man zugebunden kurz in kochendes Wasser. Wieder herausgenommen, bindet man es, sobald es eine erträgliche Temperatur erreicht hat, mit einer Kopfbinde auf die Stirn. Man kann dies durchaus mehrmals hintereinander durchführen, um eine Linderung der Pein zu erreichen. Übrigens: Wer morgens nach dem Aufstehen einige Kümmelkörner kaut, tut etwas Sinnvolles für seine ganze gesundheitliche Konstitution und für das allgemeine Wohlbefinden. In diesem Zusammenhang wurde dem Kümmel schon der Ehrentitel „Lebensverlängerer“ zuteil.

Weitere Informationen:
Kräuterpfarrer-Zentrum
3822 Karlstein/Thaya
Tel.: 02844/70 70-11 oder -31
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www.kraeuterpfarrer.at

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