Samstag, 25. Mai 2019

Köstlich und gesund Frühlingskräuter - Giersch (Geißfuß)

Ausgabe 2019.03
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Giersch (Geißfuß)
Sammelzeit: April bis Juni – junge, hellgrüne Blätter

Giersch wächst als klassisches „Unkraut“ fast überall. Er zählt wie Petersilie oder Sellerie zu den Doldenblütlern und schmeckt auch ganz ähnlich. In der Heilkräuterkunde ist er bekannt für seine heilende Wirkung bei Gicht und Rheuma. Seine Laubblätter sind doppelt dreizählig und haben eiförmig-längliche Fiederblättchen, die scharf gezahnt sind. Giersch sollte man am besten frisch verwenden. Hagmann: „Giersch wächst im eigenen Garten zwischen den Sträuchern. Man kann auch seine Wurzeln ausgraben und essen. Im April geerntet, ist Giersch ein sehr freundliches Kraut, er ordnet sich anderen unter und schmeckt sehr harmonisch.“
ACHTUNG: giftige Doppelgänger!

Gesundheitstipp: Giersch enthält mit 140mg/100g fast dreimal so viel Vitamin C wie eine Orange!

Küchentipp: Giersch schmeckt sehr aromatisch und ist vielseitig verwendbar, etwa für Suppen und Aufläufe oder im Spinat zusammen mit Brennnesseln.


Gundelrebe (Gundermann)
Sammelzeit: April bis Juni – Blätter und Blüten

Die Gundelrebe wächst kriechend am Boden entlang und auch sie zählt nicht zu den Lieblingen von Besitzern gepflegter Gärten. Sie hat hübsche lila Blüten, ist in der Küche vielseitig verwendbar und wurde schon von Hildegard von Bingen hochgeschätzt.

Gesundheitstipp: In der Heilkräuterkunde verwendet man die Gundelrebe bei schlecht heilenden Wunden, Blasenschwäche, chronischem Schnupfen und Husten, Nierenschwäche und in der Rekonvaleszenz. Sie wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und stoffwechselfördernd.

Küchentipp: Geerntet werden die Blätter der blühenden Pflanzen mit einem sehr kräftigen Aroma und herbem Geschmack. Gundelrebe passt gut zu Erdäpfelgerichten, Pilzen und in kleinen Mengen zum Würzen von Salaten. Die frischen Blüten eignen sich gut als Dekoration von Suppen, Salaten und Süßspeisen.


Löwenzahn
Sammelzeit: März bis Juni – Blätter, April bis Juli – Blüten

Die allseits bekannte „Pusteblume“ ist eine mehrjährige Wildpflanze aus der Familie der Korbblütler. In der Heilpflanzenkunde gilt Löwenzahn als heilend für Leber und Galle und regt als Bittermittel die Verdauung an. Weil die Blätter bitter schmecken, sollte man nur die zarten Frühlingsblätter verwenden.
„Löwenzahn ist das allerliebste Heilkraut meines Vaters“, erzählt Maria Hagmann. „Die ersten, jungen Blätter gibt er jedes Jahr in den Erdäpfelsalat. Die Bitterstoffe des Löwenzahns entgiften die Leber, wie alles Bittere, das in unserer Esskultur leider nur mehr sehr wenig vorhanden ist, aber einen wichtigen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung darstellt. Man kann Löwenzahn auch bleichen, dann schmeckt er nicht ganz so bitter. Das geht so: Sobald das Grün im Frühjahr aus der Wurzel treibt, stülpt man einen Kübel darüber, dann werden die Blätter gelb und sind nicht so bitter. Ich esse auch die jungen Stängel mit und natürlich die Blüten. Geschlossene Knospen kann man wie Kapern einlegen, die aufgeblühten gelben Blüten zupft man dekorativ über den Salat.“

Gesundheitstipp: Löwenzahn enthält viel Vitamin C und A sowie Eisen.

Küchentipp: Den bitteren Geschmack des Löwenzahns kann man auch dadurch mildern, indem man die Blätter für einige Stunden in leicht gesalzenes Wasser legt oder sie mit Karotten oder Obers mischt. Geben Sie die Blätter in den Salat und machen Sie aus den Blüten Honig oder hübsche Desserts.


Vogelmiere
Sammelzeit: März bis Oktober – ganze Pflanze

Diese unscheinbare Pflanze, die in unregelmäßiger Wuchsform dicht über dem Gartenboden in fast jedem Garten, am Wegesrand und auf Äckern wuchert, schmeckt nicht nur Hasen. Eindeutig zu erkennen ist die Vogelmiere an ihrem einseitig behaarten Stängel und den weißen, sternförmigen Blüten.
„Die Vogelmiere gilt als Unkraut, weil sie überall massenhaft wild aufgeht. Sie wächst gerne auf leeren Gemüsebeeten und in Blumenkisteln. Ich bezeichne sie lieber als Beikraut, denn sie hat auch eine bodenpflegende Wirkung“, erklärt Maria Hagmann, die bei „Arche Noah“ auch Kräuterseminare hält.

Gesundheitstipp: Vogelmiere ist mit 4,6mg/100g ein hervorragender Eisenlieferant.

Küchentipp: Vogelmiere ist ein Wildgemüse, das man das ganze Jahr über ernten kann und hat einen milden Geschmack. Sie schmeckt köstlich als Pesto zu Nudeln, in Suppen oder pur im Salat, zum Beispiel im Erdäpfelsalat. Die jungen grünen Triebe erinnern an den Geschmack junger Maiskölbchen. Vor der Verwendung sollte man die Pflanze gut waschen und die Endstücke abschneiden. Wenn sie bereits Früchte trägt, werden die Stängel zäh und man sollte sie klein schneiden. 

 

Kräuter sammeln, aber richtig!

Achtung! Pflücken Sie keine Pflanzen:


• am Straßenrand
• in Naturschutzgebieten
• in der Nähe konventionell bewirtschafteter Felder
• in Parkanlagen, die von Hunden besucht werden
• bei denen Sie nicht wissen, ob sie essbar sind

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Köstlich und gesund Frühlingskräuter
Seite 2 Giersch (Geißfuß)

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