Montag, 23. September 2019

Kochen wie der Blitz

Ausgabe 2013/04

Gutes Essen muss nicht aufwendig sein. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie sich zeitsparend und gesund ernähren können. Außerdem haben wir vier gesunde Rezepte aus der schnellen Küche.


Foto: Can Stock Photo Inc. - g215

Immer schneller soll unser Leben werden, und das nicht nur im Alltag, sondern auch beim Essen. Es muss gut schmecken, dabei aber einfach zuzubereiten sein und außerdem noch viel Abwechslung bieten. Die Nachfrage nach Convenience Food (engl. Convenience = Bequemlichkeit), wächst stetig. In den Regalen finden sich Klassiker wie Packerlsuppe und Dosenkost. Dazu zählen aber auch Salate, gewaschen, geschnitten und abgepackt, sowie Obstsalate komplett angerichtet im Plastikschüsserl. Auch gibt es Menüs, die fertig zubereitet und mikrowellengerecht portioniert sind. Eine aktuelle Studie, die an 550 Kindern durchgeführt wurde, ergab, dass in Familien jeden dritten Tag Fertiggerichte auf den Tisch kommen. Worin liegen aber die Vorteile der schnellen Küche? „In Zeiten der Ein-Personen-Haushalte eignet sich Convenience Food sehr gut“, so Ernährungswissenschaftlerin Mag. Angela Mörixbauer. Und weiter: „Wenn beide Elternteile arbeiten, da bleibt oft nicht viel Zeit zum Einkaufen und Kochen.“ Sind Fertigprodukte aber auch gesund?

Convenience Food. „Prinzipiell gehen bei der Herstellung von Fertigprodukten mehr wichtige Vitamine und Nährstoffe verloren, als wenn Sie die Speisen frisch zubereiten“, erläutert Mörixbauer. Und warnt: „Achtgeben müssen Personen mit hohem Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, denn in den Fertigprodukten ist meistens viel Salz und Fett vorhanden. Verfeinern Sie deshalb die Fertiggerichte mit gesunden Zutaten, indem Sie beispielsweise in das Bolognese-Fertigsugo zusätzlich frische Karotten oder Sellerie hineinraspeln.“ Als Faustregel gilt: Ein Mittagessen sollte nicht mehr als 20 Gramm Fett haben. Die Mengenangaben an Fett auf den Verpackungen helfen bei der Berechnung. Wer gesundheitlich bedenkliche Zusatz- und Aromastoffe vermeiden will, der ist in einem Bioladen gut aufgehoben. Auch diese bieten inzwischen eine große Vielfalt an Fertiggerichten an. Im Gegensatz zum konventionellen Angebot sind diese auf jeden Fall frei von künstlichen Farb- und Aromastoffen sowie Geschmacksverstärkern. Auf die besonders schädlichen gehärteten Fette wird gänzlich verzichtet. Die Rezepte werden mit natürlichen Zutaten zubereitet. Bei einer Bio-Lasagne mit Béchamelsoße kommt beispielsweise nur Milch hinein und kein Milchpulver.

Wie gut sind Fertiggerichte?

GESÜNDER LEBEN hat für Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile von Convenience-Produkten:
Vorteile

  • viel Zeit- und Arbeitsersparnis bei l der Zubereitung
  • bequemer Einkauf und optimale l l Vorratshaltung
  • die Qualität bleibt immer dieselbe
  • haushaltsgerechte Portionierung
  • das Angebot ist sehr reichhaltig

 

Nachteile

  • großes Müllaufkommen
  • häufig hoher Anteil an Zusatzstoffen
  • durch die Vorfertigung der Fertigge- l richte gehen wertvolle Vitamine und l Nährstoffe verloren
  • Verlust von Kochkenntnissen und l l Wissen über die Ernährung
  • Vorsicht vor einseitiger Ernährung

Kluge Vorratshaltung erleichtert das Kochen. Viele Zutaten für die schnelle Küche können auch länger gelagert– und etwa bei einem wöchentlichen Großeinkauf besorgt –werden: Erdäpfel, Mehl, Reis, Eier, Öl, Gewürze, Getränke und Teigwaren sollten immer zu Hause vorrätig sein. Mörixbauer: „So können Sie jederzeit Nudeln mit Sugo rasch zubereiten. Dazu ein vorgeschnittener und gewaschener Salat mit ein paar frischen Gurkenscheiben, Cherryparadeisern und Parmesan verfeinern – das geht rasch und schmeckt.“ Für die schnelle Küche wählen Sie Gemüse, das sich leicht schälen lässt oder ungeschält zubereitet werden kann. Dicke Karotten sind rascher geschält als dünner Spargel. Paprika, Zucchini oder Pilze müssen zum Beispiel nur klein geschnitten werden. Bei Erbsen, Mais oder Bohnen entfällt das Zerkleinern. Schnelle Küche bedeutet aber keinesfalls hastiges Essen. Mörixbauer: „Ganz im Gegenteil! Vermeiden Sie eiliges Essen im Gehen oder Stehen sowie die klassische Leberkäsesemmel, den Hotdog oder den Burger. Denn das Gehirn registriert diese Form von Nahrungsaufnahme viel weniger. Und der Hunger kommt umso schneller wieder.“

Gesundes Essen – selber machen. Wer auf Fertigprodukte gänzlich verzichten möchte, kann bei guter Organisation eine Menge Zeit sparen. Sie können Fleisch, Fisch, Gemüse schon mehrere Tage vor der Zubereitung vorbereiten und einfrieren. Haben Sie die Speisen gut portioniert, sind diese in wenigen Minuten verarbeitet. Frisches Gemüse wie Paprika, Gurken und Paradeiser lassen sich im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu sieben Tage aufbewahren. Nudeln, Reis und Erdäpfel können Sie vorkochen und ebenfalls ein bis zwei Tage im Kühlschrank lagern – und das ohne Geschmacksverlust. Bevorzugen Sie Vollkornnudeln oder Vollkornreis, die über genügend Kohlenhydrate, die Ihre Konzentration und Ihr Wohlbefinden steigern, verfügen. Besonders hochwertige Lebensmittel bekommen Sie in Bio-Läden, falls Sie keine Zeit für den Einkauf haben, können Sie sich die frischen Zutaten liefern lassen. Viele Bio-Geschäfte bieten zusätzlich auch einen Lieferservice an. Infos unter: (http://marktcheck.greenpeace.at/
bio-hauszustellung.html).

Buchtipp

Ruck-zuck  Gemüseküche
Gut soll das Essen sein, schnell soll es gehen, saisonal und klimafreundlich sollte es sein und schmecken muss unser Essen sowieso. Leider essen wir viel zu selten Gemüse. Dabei kann es so einfach gehen, denn die Gemüseküche muss nicht aufwendig sein. Das neue Buch von Tanja Braune bietet 120 Ruck-zuck-Rezepte mit saisonalem und heimischem Gemüse, die allesamt rasch zuzubereiten sind.
Kneipp Verlag, 128 S., €14,95

 

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