Sonntag, 17. Februar 2019

Kochen mit Kräutern

Ausgabe 03.2015
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Aromatische Kräuter veredeln jedes Gericht. Ganz nebenbei haben sie einen gesundheitsfördernden Effekt. Eine kleine Kräuterkunde.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - opicobello

Kennen Sie auch das Problem mit den Kräutern in der Küche? Man kauft ein Töpfchen Schnittlauch, schneidet einige Halme zum Würzen der Suppe ab und der Rest hängt nach wenigen Tagen entweder trostlos nach unten oder fängt an zu schimmeln. Aller Anfang ist schwer – aber Geduld zahlt sich aus und jeder kann zu Hause sein kleines Kräutergärtlein anlegen. Und das lohnt sich auf jeden Fall: Denn Kräuter veredeln nicht nur viele Gerichte. Ein Kräutergarten sieht auch schön aus und bringt ein bisschen Frühlingsduft in die Küche. Nicht zuletzt sind Kräuter auch noch gesund, weiß Kräuterpädagogin Karin Wimmer-Kandler aus Tattendorf in Niederösterreich (https://www.facebook.com/Wildkraeuter). Denn: „Wilde Kräuter kann man als Würzkräuter, Wildgemüse und Heilkräuter verwenden. Sie haben einen sehr hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen.“ Ein gutes Beispiel ist die Brennnessel. Dazu Wimmer-Kandler: „100 g Brennnesselblätter beinhalten rund 330 Milligramm Vitamin C und unter anderem noch wertvolles Chlorophyll.“ Dazu folgender Tipp: ein paar Blätter mit der Marinade im Stabmixer zerkleinern und unter den Salat mischen  oder einfach einem Smoothie beimengen.

So gesund sind Kräuter. Kräuter schmecken nicht nur hervorragend, sie tun auch unserer Gesundheit gut. Sie verfügen über einen hohen Gehalt an Mineralstoffen und unterstützen das körpereigene Immunsystem. Außerdem finden sich in vielen Kräutern Schleimstoffe, Flavonoide sowie Gerb- und Bitterstoffe. Vor allem Letztgenannte regen die Verdauung an und helfen bei Magenschmerzen. Hinzu kommen die ätherischen Öle. Sie sind antioxidativ, antimikrobiell und antiviral. Ätherische Öle sind also auch gegen Viren und Bakterien wirksam. Generell gilt: Kräuter sind gesund. Doch es kommt auf die richtige Dosis an. Salbei ist ein gutes Beispiel: Salbei hat viele wertvolle Inhaltsstoffe, enthält aber auch das Nervengift Thujon – genauso wie Beifuß, Thymian, Rosmarin oder Wermut. Daher sollte man diese Kräuter nicht über einen längeren Zeitraum in größeren Mengen zu sich nehmen. Ein paar Blätter, die in der Küche zum Verfeinern von Speisen verwendet werden, sind hingegen absolut unbedenklich.

Buchtipp

kraeuter-buchKatrin Wittmann
Kräuter
70 Küchenkräuter von A-Z mit Mini-Rezepten zum Kennenlernen. GU Kompass, 160 Seiten, 9,99 Euro

Dieses Buch verschafft einen Überblick über die wichtigsten Küchenkräuter. Anhand kleiner Kräuterrezepte gelingt das Kochen mit Kräutern garantiert. Abschließend wird erklärt, wie die Kräuter am besten konserviert, getrocknet, eingefroren oder eingelegt werden und wie man sie am besten selber anbauen kann.

Kleines Kräuterlexikon


Bärlauch
Aroma und Geschmack. Blätter und Blüten schmecken kräftig nach Knoblauch, allerdings ist Bärlauch nicht so scharf.
Gesundheit. Bärlauch ist anregend, entschlackend und senkt den Blutdruck. Er wirkt gegen Arterienverkalkung und regeneriert die Darmflora.
Schmeckt gut zu: Suppen, Salaten, Frischkäse, Pesto, Nudel-, Erdäpfel- und Eiergerichten.


Basilikum
Aroma und Geschmack. Basilikum schmeckt würzig, sehr aromatisch, erinnert an Nelken und Piment und ist leicht süß und pfefferig-scharf. Je nach Sorte können Aroma und Geschmack recht unterschiedlich sein.
Gesundheit. Basilikum ist beruhigend, krampf- und schleimlösend, antibakteriell und antioxidativ. Außerdem stärkt Basilikum das Immunsystem. Zerriebene frische Blätter helfen bei Insektenstichen.
Schmeckt gut zu: Gemüse, Paradeisern, Nudeln, Huhn, Kalb-, Fisch- und Meeresfrüchtegerichten, aber auch zu Salaten, Saucen und Pizza. Süße Sorten eignen sich besonders gut für Drinks und Desserts.


Dill
Aroma und Geschmack. Dill hat ein intensives, an Anis und Kümmel erinnerndes Aroma und schmeckt leicht süßlich. Besonders intensiv im Aroma sind die Blüten.
Gesundheit. Dill wirkt appetitanregend und fördert die Verdauung. Getrocknet oder frisch als Tee aufgebrüht, hat er eine beruhigende Wirkung und hilft bei Schlafproblemen.
Schmeckt gut zu: Fisch und Krustentieren (Graved Lachs, Hering, Aal, Krebsen, Krabben) sowie zu Gurken (Einlege- und Schmorgurken, Gurkensalat).

Engelwurz
Aroma und Geschmack. Die Pflanze duftet aromatisch und schmeckt anfangs leicht süßlich, dann würzig-bitter und scharf. Junge Blätter und Triebe sind etwas feiner im Geschmack.
Gesundheit. Engelwurz fördert den Appetit, stärkt die Nerven und hilft auch bei Erkältungen und besonders bei Magen- und Darmbeschwerden.
Schmeckt gut zu: Salaten, Kräutertopfen, Saucen, Suppen, Marinaden (Fisch, Meeresfrüchte) sowie zu Kompott (Rhabarber, Erdbeeren), Süßspeisen (sparsam dosieren).

Estragon
Aroma und Geschmack. Die Blätter und junge Triebspitzen duften feinwürzig, süßlich aromatisch und schmecken anisartig, mildbitter und leicht brennend.
Gesundheit. Estragon wirkt appetitanregend und fördert die Verdauung
Schmeckt gut zu: Salaten, Gemüse (Gurken, Spargel), hellem Fleisch, Geflügel und Fisch. Außerdem aromatisiert Estragon Kräuterbutter, Dressings, Senf, Essig und Saucen.

Kerbel
Aroma und Geschmack. Kerbel erinnert im Aussehen an
glatte Petersilie, hat jedoch ein völlig anderes Aroma. Die zarten Blättchen duften mild aromatisch und schmecken süßlich-frisch und leicht anisartig. In Kräutermischungen unterstützt Kerbel den Geschmack anderer Kräuter.
Gesundheit. Kerbel regt den Stoffwechsel an, wirkt blutreinigend, entwässernd und hilft bei Erkältung.
Schmeckt gut zu: hellen Saucen, Salatsaucen, Suppen, Eintöpfen, Eierspeisen, Salaten, Gemüse (Erdäpfel), Fisch, Geflügel (Hähnchen) und Fleisch (Kalb). Kerbel eignet sich auch gut für Kräuterbutter, -mayonnaise und -frischkäse sowie zum Mixen grüner Smoothie.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Kochen mit Kräutern
Seite 2 Kräuterlexikon

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