Mittwoch, 22. Mai 2019

Kochen mit Dampf

Ausgabe 05/2012
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Der Trend zum Dampfgarer ist ungebrochen. Doch was macht dieses Gerät so attraktiv für die gesunde Küche? GESÜNDER LEBEN zeigt, was Sie beim Thema Dampfgaren beachten sollten, verrät Tipps und Tricks und hat vier köstliche Rezepte zum Nachkochen.

Foto: iStockphoto - Andrey Armyagov
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie eigentlich vor Tausenden Jahren – in der Steinzeit – gekocht wurde? Man nehme ein halbes Mammut, spicke es mit einem Lorbeerbaum und einer Rosmarinhecke. Fülle es mit einem ausgenommenen Hirsch, den man mit getrockneten Preiselbeeren, Vogelbeeren, Brombeeren und Blaubeeren füllt. Zwischen Hirsch und Mammut stopfe man außerdem noch wilden Fenchel, wilde Äpfel, wilde Karotten und wilde Zwiebel. Das ganze kommt in einen Erdofen, man entzündet das Feuer und wartet eine Woche bis alles schön gar ist …

Allerdings sieht unser modernes Leben doch etwas anders aus als jenes der Steinzeitmenschen. Unser Tagesablauf ist minutiös geplant, die Zubereitung der Speisen muss schnell gehen, gut schmecken und gesund soll es auch noch sein. Es gibt aber eine Lösung! Bereits in den 1920er-Jahren kamen im Zuge des gestiegenen Interesses an asiatischer und speziell chinesischer Küche elektrische Dampfgarer nach Europa, die die mühsame und zeitintensive Zubereitung von asiatischen Gerichten vereinfachten, aber auch zum schonenden Kochen und Aufwärmen anderer Speisen geeignet waren. Helmut Weikhart, Dampfgarexperte von Miele dazu: „Dampfgaren ist die schonendste Garart überhaupt. Die Speisen liegen nicht im Wasser und dadurch bleiben die Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder auch Spurenelemente zur Gänze erhalten.“

Dampfen statt wässern. Ein Dampfgarer ist ein Kochgerät mit dessen Hilfe unter Dampf gegart wird. Prinzipiell gibt es zweierlei Arten von Dampfgargeräten: drucklose Dampfgarer und Druck-Dampfgarer. Beim drucklosen Dampfgaren entweicht der erzeugte Dampf nach außen, wodurch sich kein Druck im Inneren des Dampfgarers aufbauen kann. Der Druck-Dampfgarer arbeitet nach dem Prinzip des Schnellkochtopfs. Bei ihm wird der Dampf im Gerät eingeschlossen und ein Druck von ca. zwei Bar aufgebaut. Dadurch erhöht sich die Temperatur des Dampfes auf ca. 120 °C und so verkürzt sich die Garzeit der Lebensmittel. Im Gegensatz zum Schnellkochtopf kommt beim Dampfgarer das Gargut aber nicht mit Flüssigkeit (Wasser) in Kontakt.

Was kann ein Dampfgarer?
Auftauen mit dem Dampfgarer. Die Speisen tauen Sie schonend, schnell und gleichmäßig auf. Fisch, Fleisch, Obst und andere Lebensmittel werden bei ca. 60 °C aufgetaut.
Entsaften. Der Dampfgarer kann auch zur Saftgewinnung genutzt werden. Dafür eignen sich alle Obstsorten.
Desinfizieren. Mit dem Dampfgarer können Sie die Fläschchen für Ihren Nachwuchs keimfrei halten.
Einkochen. Kochen Sie Obst und Gemüse ein! Auch dafür ist der Dampfgarer geeignet.

Tipp: Einmachgläser lassen sich in 15 Minuten bei 100 °C vorab desinfizieren.


Vorteile des Dampfgarers. Das Prinzip des Dampfgarens ist ganz einfach. Die Lebensmittel werden auf Dampfsieben aufgelegt und vom Wasserdampf aus einem darunter befindlichen Wassertank umschlossen. Dadurch werden die Speisen gleichmäßig gar, da der Dampf bis ins tiefste Innere der Speisen geleitet wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie beim Dampfgaren nicht viel Fett oder Salz verwenden müssen.

Der Eigengeschmack der Lebensmittel bleibt gut erhalten. „Wichtig ist, dass beim Dampfgaren auf mehreren Ebenen gleichzeitig gegart werden kann z. B. Fisch, Broccoli und Erdäpfel. Dabei findet keine Geschmacks- oder Geruchsübertragung statt. Profis nennen das ,Menügaren‘. Außerdem spart diese Art der Zubereitung im Vergleich zum herkömmlichen Kochen deutlich Energie. Für drei Speisen würde man ja drei Kochfelder verwenden müssen. Das fällt beim Dampfgarer weg“, so Weikhart.

Dampfgaren spart Zeit und Nerven. Dampfgaren ist eine ideale Lösung für gestresste Hausfrauen und -männer! Denn der Dampfgarer übernimmt das Haushaltsmanagement. Beim Dampfgaren können Sie die benötigte Zeit einstellen und sich sofort wieder auf andere Dinge konzentrieren. Es kann nichts anbrennen oder übergehen. Sie können das Gerät einschalten und kurz das Haus verlassen, weil die Zeit programmiert ist und das Gerät sich automatisch abschaltet. Zum Vergleich: Sie würden den Reis am Herd nicht unbeaufsichtigt stehen lassen – oder?

Beim Dampfgaren bleibt der Eigengeschmack voll erhalten!

Tipps für Einsteiger. Am besten kaufen Sie zu Beginn einen kleinen mobilen Dampfgarer. Damit können Sie testen, ob Ihnen das Dampfgaren gefällt und das Ergebnis zufriedenstellend ist. Erst dann empfiehlt es sich, auf ein Großgerät umzusteigen. Sie können aber auch einen Kochkurs besuchen, um den richtigen Umgang mit dem Gerät kennenzulernen.  Zudem bedenken Sie bitte, dass es eine gewisse Zeit dauern wird, bis Sie die richtige Reihenfolge eruiert haben, wie am besten Fisch, Fleisch, Gemüse oder Beilagen im Dampfgarer platziert werden. Also lieber zuerst eine Speise ausprobieren, bevor Sie sich an die hohe Kunst des Menügarens heranwagen.

Wiener Schnitzel oder ein Steak? Das geht im Dampfgarer nicht!

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Kochen mit Dampf
Seite 2 Welche Speisen kann man dampfgaren?

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