Montag, 10. Dezember 2018

Kochen mit Ayurveda

Ausgabe 2014.03

Sie fühlen sich gestresst und kraftlos? So kann es nicht weitergehen! Gesünder Leben sagt, wie Sie mit der ayurvedischen Ernährungsweise Ihr Gleichgewicht wiederfinden.


Foto: Can Stock Photo Inc. - Kesu

"Ich koche nur mehr ayurvedisch“, sagte vor Kurzem eine Kollegin zu mir. „Seit ich meine Ernährung umgestellt habe, bin ich viel ausgeglichener und konnte sogar ein paar überflüssige Kilos loswerden.“ Was sie damit genau meinte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich weiß nur, dass bei Ayurveda meist vegetarisch gegessen wird und dass Yoga irgendwie dazugehört. Bestsellerautor und Ayurvedakoch Nicky Sitaram Sabnis bestätigt die Aussage meiner Kollegin, ergänzt aber: „Die ayurvedische Ernährungsweise wirkt sich günstig auf die Verdauung aus. Sie bekommen mehr Energie und fühlen sich rundum wohler.“ Ayurveda – die indische Lebensphilosophie – hat sich seit Langem und bei vielen Menschen als Weg zur Gesundheit bewährt. Wenn Sie sich ayurvedisch ernähren, können Sie aber auch sanft entschlacken und Ihr Gewicht reduzieren. In der ayurvedischen Lehre gibt es allerdings kein Idealgewicht im Sinne der modernen westlichen Medizin und auch nicht eine Ernährungsart, die für alle Menschen gleich (gut) ist. Ausschlaggebend sind die individuelle Konstitution, die Lebenssituation und die gesundheitliche Verfassung. „Ayurveda ist für jedermann und altersunabhängig – also vom Kinde bis zum alten Menschen – geeignet. In meinen Kochkursen finden sich beispielsweise sehr häufig Vegetarier, Veganer, Zuckerkranke, Yoga- und Indienfans, aber auch Menschen mit Burn-out-Syndrom“, ergänzt Sabnis.


Die Philosophie des Ayurveda.  Die altindische Lehre vom Leben findet immer mehr Anhänger in den westlichen Breiten. „Ayurveda heißt wörtlich übersetzt ‚Wissen vom Leben’“, weiß Sabnis. Ayurvedische Ärzte haben jahrhundertelang das Verhältnis zwischen Mensch und Natur erforscht. Daraus entstand eine ganzheitliche Gesundheitsvorsorge – inklusive der richtigen Ernährungsweise. Der Experte: „Die Ayurvedaküche erspart keinen Arztbesuch, sie kann aber die medizinische Behandlung positiv beeinflussen. Auf jeden Fall stellt die ayurvedische Ernährung eine hervorragende Gesundheitsprophylaxe dar.“ Der besondere Reiz für den modernen Menschen ist mit Sicherheit der individuelle Aspekt der ayurvedischen Kost. Das heißt: Jeder is(s)t anders und benötigt entsprechend seiner Konstitution unterschiedliche Lebensmittel und Zubereitungsformen, um sein körperliches und emotionales Gleichgewicht zu erlangen oder zu erhalten. Als Teil der Heilkunst spielen in der Ernährungslehre die sogenannten Doshas (Lebensenergien) eine bedeutende Rolle. Doshas sind die drei Temperamenttypen. Vata steht für die Naturelemente Luft und Raum, Kapha für Erde und Wasser und Pitta für Feuer und Wasser. Ein Ayurvedaexperte kann anhand eines speziellen Fragenkatalogs und durch verschiedene körperliche Untersuchungen, etwa einer Puls- und Zungendiagnose, feststellen, welcher Konstitutionstyp Sie sind.

Psyche und Geist. Viele Personen leiden in unserer hektischen Zeit unter permanentem Stress, und alle Konstitutionen sind davon betroffen. Stress lässt das Vata- und Pitta-Dosha steigen und bringt negative Emotionen wie Angst, Sorgen, Unsicherheit, Frustration und Ärger hervor. Kapha-Menschen neigen dazu, ihren psychischen Druck durch zu üppiges und schweres Essen, zu viel Süßes und kalte Getränke zu kompensieren. Die Folge: Sie fühlen sich antriebslos, leiden unter Schlafstörungen, Nervosität und nehmen an Gewicht zu. In der ayurvedischen Philosophie werden negative Denk- und Gefühlsmuster als „geistiges Ama“ bezeichnet. Geistiges Ama kann durch Meditation, Yoga, Geistes- und Gedankenkontrolle, durch das Loslassen von schlechten Gewohnheiten sowie durch positives Denken abgebaut werden. Probieren Sie es doch einmal aus! 

Ist Ayurveda etwas für mich?

Gesünder Leben zeigt die wich­tigsten Gründe, warum Ayurveda auch für Sie in Frage kommen könnte!

1. Sie kochen typgerecht: Sie stimmen Ihren täglichen Speiseplan auf Ihren Konstitutionstyp ab.
2. Sie achten auf Ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden: Bestimmte Lebensmittel und Gewürze können Stress- und Belastungsfaktoren ausgleichen.
3. Sie haben Spaß am Essen: Sie kochen mit Liebe und Gelassenheit.
4. Sie sparen Zeit: Die Rezepte der Ayurveda-Küche sind unkompliziert und schnell nachzukochen.
5. Sie ernähren sich gesund und schön: Richtiges Entschlacken und spezielle Verjüngungskuren lassen Hautunreinheiten verschwinden, Ihre Haare wieder glänzen, Ihre Gesichtsfarbe wird wieder frischer, Ihre Schlafqualität verbessert sich und Sie fühlen sich fitter und vitaler.
6. Sie essen im Einklang mit der Natur: Die Speisen und die Zubereitungsart sollen dem Rhythmus der Jahres- und Tageszeit und den Lebenphasen entsprechen.

Welcher Ayurveda-Typ sind Sie?

Die Ayurveda-Lehre unterscheidet drei verschiedene Konstitutionstypen. Hier eine Übersicht mit ersten Ernährungsempfehlungen.

  • Der Vatatyp: Der Vatatyp hat eine schlanke Statur. Er lehnt windiges, kaltes Wetter ab. Der Schlaf ist leicht und wird oft unterbrochen. Er ist eher vergesslich, aber begeisterungsfähig. Diese Menschen neigen zu Verstopfung und Blähungen. Der Vatatyp ist impulsiv, aber auch erfolgreich, ehrgeizig, leidenschaftlich und großzügig. Menschen, die diesem Typus entsprechen, sollten gekochte und warme Speisen zu sich nehmen. Das Essen muss leicht verdaulich sein. Zur Harmonisierung wirken sich süße, salzige und saure Gerichte positiv aus. Der Vatatyp sollte zu ungesäuerten Milchprodukten, Tofu, Soja, Weizen, Reis, Nüssen, Obst und Honig greifen. Gut sind wärmende Gewürze wie Pfeffer, Ingwer und Curry.
  • Der Pittatyp: Er hat einen athletisch und kräftig gebauten Körper. Der Pittatyp mag keine heißen Temperaturen. Der Schlaf ist tief, aber kurz. Er ist scharfsinnig, schöpferisch, enthusiastisch, aber auch risikofreudig und weise. Der Pittatyp übernimmt gerne die Rolle einer Führungskraft, die sich ungern Vorschriften machen lässt. Die Verdauung ist gut und er bevorzugt kalte Speisen. Zum Ausgleich braucht er bittere und herbe Lebensmittel. Empfehlenswert sind: Sonnenblumen-, Oliven- und Kokosöl, Weizen, Reis, Hafer, Gerste sowie Obst. Mit Gewürzen sollte er sparsam umgehen.
  • Der Kaphatyp: Der Kaphatyp hat eine schwere und feste Körperstruktur. Nasskaltes Wetter mögen diese Typen überhaupt nicht. Sein Schlaf ist eher tief. Er ist sehr ausdauernd und hat ein scharfes und klares Gedächtnis. Die Persönlichkeitsmerkmale sind kraftvoll, weitblickend, entschlossen, aber auch offen, stolz und warmherzig. Die Verdauung ist gut mit Tendenz zu Durchfall. Kaphatypen haben einen großen Appetit und neigen eher zu Fettleibigkeit. Zum Ausgleich sind leichte, trockene und erhitzende Speisen günstig. Obstsorten wie Äpfel und Birnen wirken sich positiv auf ihn aus. Öl sollte er nur in kleinen Mengen verwenden. Die Speisen dürfen mit schwarzem Pfeffer und Ingwer scharf gewürzt werden.

 

Buchtipp

Nicky Sitaram Sabnis „Ayurveda-Küche zum Abnehmen“
Nach seinen ersten beiden erfolgreichen Büchern zeigt Ayurvedaexperte Nicky Sitaram Sabnis in seinem neuesten Werk, wie man Körper, Seele und Geist reinigen und entgiften kann. Nach Ayurveda lässt sich mit der geeigneten Ernährungsweise auf schonende Weise entschlacken und Gewicht reduzieren. 120 Rezepte machen das Kochen zu einem kulinarischen Erlebnis. Die Rezepte sind einfach und schnell zuzubereiten.
AT Verlag, 144 Seiten, € 19,90

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