Freitag, 22. Februar 2019

Kampf dem Jo-Jo-Effekt!

Ausgabe 05.2015

Abnehmwillige kennen das Phänomen: Kaum ist die Diät beendet, hat man binnen kürzester Zeit noch mehr Speck auf den Rippen als zuvor. GESÜNDER LEBEN verrät Tricks, wie man das Wunschgewicht dauerhaft halten kann.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - photographyMK

Er ist ebenso berühmt wie berüchtigt: Gibt man bei Google den Suchbegriff „Jojo-Effekt“ ein, meldet die Suchmaschine nicht weniger als 518.000 Treffer. Darunter aktuelle Forschungsergebnisse, hochwissenschaftliche Erklärungen und natürlich jede Menge Erfahrungsberichte von hauptsächlich Frauen, bei denen der Jojo-Effekt zu einem höchst unerwünschten Lebensbegleiter geworden ist.

Die häufigsten Figurfallen

Diese Verhaltensweisen sabotieren Ihr Wunschgewicht im Alltag


1.    Essen vorm TV.
 Knabbern vorm Fernseher schadet der Figur. Wenn schon, dann gesund naschen – mit Gemüsesticks oder Nüssen.
2.    Mahlzeiten auslassen. Drei Mahlzeiten täglich sind das Minimum, dazu zählt vor allem auch ein gutes Frühstück. Das Auslassen einer Mahlzeit führt nicht selten zu unkontrollierten Heißhunger-Attacken.
3.    Kalorienreiche Zwischenmahlzeiten.
Die schlagen sich schnell auf den Hüften nieder! Clevere Alternativen: Joghurt, frisches Obst oder eine kleine Portion Nüsse.
4.    Verlockung Buffet.
Am Buffet legen wir automatisch mehr auf den Teller. Bei Salaten, Gemüse, magerem Fleisch und Fisch ist das selten ein Problem, aber auf Saucen, fettige Beilagen und ein deftiges Dessert verzichten (Obst oder Joghurt statt Torte).
5.    Falsche Durstlöscher. Viel Trinken ist wichtig – Wasser und verdünnte Fruchtsäfte sind die besseren Getränke in Softrdrinks und Alkohol stecken sehr viele Kalorien.
6.    Hungrig einkaufen. Niemals mit leerem Magen und nur mit Einkaufszettel einkaufen – Inhaltsangaben wie Fett- und Zuckergehalt genau lesen.
7.    Bewegungsmangel.
Das Auto stehen lassen, Treppen statt Lift  benützen, öfters eine Runde ziehen.
8.    Versteckte Kalorien.
Auch in Salatsaucen und Milchprodukten lauern versteckte Kalorien. Wer ein Ernährungstagebuch führt, entlarvt seine persönlichen Figurfallen und kann gezielt gegensteuern.
9.    Gefährliche Seelentröster. Wer in Stresssituationen zu kalorienreichen Chips oder Süßigkeiten greift, legt schnell an Kilos zu!

Der Körper wappnet sich gegen eine Hungersnot. Hauptverursacher des Jojo-Effekts ist unser Körper selbst, wie die Diät- und Ernährungsberaterin Birgit Brunner aus Forchtenstein betont: „Während einer Diät stellt sich der Organismus sprichwörtlich auf magere Zeiten ein und schaltet sehr schnell auf Sparflamme um. Wir gaukeln ihm eine Hungersnot vor, er senkt den Energieverbrauch auf ein Minimum und passt sich so der vermeintlich gefährlichen Mangelsituation an.“ Bekommt der Körper weniger Kalorien und Nährstoffe drosselt er den Grundumsatz. Dabei werden hauptsächlich die vorhandenen Kohlenhydratreserven in den Zellen zur Energiegewinnung genützt. Erst wenn diese aufgebraucht sind, kommen die Fettpolster dran. Was unseren Vorfahren das Überleben sicherte, bringt uns jetzt in eine lästige Zwickmühle: „Wird die Diät beendet, ist der Körper weiterhin im Sparmodus unterwegs. Er verbraucht bis zu acht Wochen lang weniger Kalorien als vor der Diät. Gleichzeitig ist er bemüht, die verlorenen Fettdepots für die nächste Hungersnot wieder aufzufüllen und lagert überzählige Kalorien sofort wieder ein.“ So schnell kann man gar nicht schauen, sind die gepurzelten Kilos wieder drauf. Das Gemeine an der Sache: Im Laufe der Zeit wird es immer schwieriger, die Jojo-Kilos wieder loszuwerden. Daher sollte man von vornherein darauf achten, das Auf und Ab der Kilos zu verhindern. Das wichtigste Rezept dazu: Unbedingt auf so genannte Crash-Diäten verzichten – also statt einseitigen Ananas- oder Spargel-Diäten auf ein ausgewogenes Ernährungsprogramm setzen, betont Brunner: „Um zu verhindern, dass sich der Stoffwechsel während der Diät drastisch umstellt, sollte man die tägliche Energiezufuhr nur um maximal 500 Kalorien reduzieren. So stellt sich der Erfolg zwar nicht so schnell ein, aber es fällt leichter, die Diät einen länger durchzuhalten. Und Stoffwechsel kommt dann mit der erneuten Umstellung auf eine normale Kalorienzufuhr leichter zurecht.“

So bleibt das Wunschgewicht. Auch Sport und Bewegung sind während und auch nach einer Diät wichtig, um einen Abbau der Muskulatur zu verhindern. Der fördert nämlich auch den Jojo-Effekt. Die Diätexpertin: „Bewegung ist für einen ausgeglichenen Stoffwechsel unverzichtbar – und zwar optimalerweise dreimal die Woche für 30 bis 45 Minuten, sodass man ordentlich ins Schwitzen kommt.“ Hat sich das Wunschgewicht endlich eingestellt, tut man gut daran, die Diät nicht von heute auf morgen zu beenden: „Am besten lässt man sich drei bis vier Wochen Zeit, um die Kalorienzufuhr wieder auf das übliche Maß zu bringen. Am zielführendsten ist es, auch noch danach bewusster zu essen – das bedeutet weniger Süßes, weniger Fett und dafür mehr Gemüse und Obst.“

 

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