Dienstag, 20. August 2019

Ich sorg‘ mich nicht – ich sorge vor!

Ausgabe 02/2010
Die neue Vorsorgekampagne mit Vera Russwurm soll jede Frau daran erinnern, ihre Vorsorgetermine beim Frauenarzt auch wirklich einmal jährlich, wahrzunehmen. Aber nicht nur Krebsvorsorge sollte Frau ein Anliegen sein, ab der Lebensmitte brauchen auch Herz und Gefäße mehr Aufmerksamkeit.

Foto: Inge Prader

Wie schütze ich mich vor Gebärmutterhalskrebs?
Univ.-Prof. Dr. Herbert Kiss
Frauenarzt am AKH Wien

Gebärmutterhalskrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten bei jüngeren Frauen. Doch es gibt sehr wirksame Maßnahmen, um die Entstehung zu verhindern. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten wissen wir sehr viel über die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs: Eine Infektion mit dem sogenannten Humanen Papilloma Virus (HPV) kann nämlich zu Veränderungen der Zellen am Gebärmutterhals führen, die sich über Krebsvorstufen zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln können. Wir können diese HPV-Infektion durch eine Impfung verhindern – wobei diese HPV-Impfung vor allem Mädchen und jüngeren Frauen empfohlen wird. Jede Frau soll – egal ob sie geimpft ist oder nicht – ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich einen Krebsabstrich beim Frauenarzt durchführen lassen. Dies ist Voraussetzung, um Zellveränderungen frühzeitig festzustellen und das veränderte Gewebe gegebenenfalls entfernen zu lassen, ehe sich der Krebs bilden kann.


Warum sind ab der Lebensmitte Herz & Gefäße in Gefahr?
OÄ Prof. Dr. Heidemarie Pilz
Spezialistin für Frauenmedizin am Kaiserin Elisabeth Spital Wien

Das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung steigt bei Frauen in der zweiten Lebenshälfte hauptsächlich aufgrund hormoneller Veränderungen deutlich an. Zum Zeitpunkt der Menopause ist der Blutspiegel des Östrogens schon stark abgefallen und der von Östrogen bewirkte Schutz der Blutgefäße vor Atherosklerose (Gefäßverkalkung) geht verloren. Atherosklerotisch veränderte Gefäße können zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Zusätzlich stellen sich oft vegetative Stoffwechselveränderungen ein, etwa Diabetes und erhöhte Cholesterinspiegel, auch der Blutdruck steigt häufig an. Leider kommt es zudem in diesem Lebensabschnitt häufig zu einer Gewichtszunahme. All dies fördert wieder die Gefäßverkalkung und somit auch das Herz-Kreislauf-Risiko. Selbstverantwortung für die Gesundheit heißt gerade bei Frauen in der zweiten Lebenshälfte, regelmäßig Blutdruck und Blutzucker kontrollieren zu lassen sowie das Körpergewicht durch Sport und Diät zu stabilisieren.


Welche Vorsorge gegen Brustkrebs ist sinnvoll?
Univ.-Prof. Dr. Christian Singer
Brustkrebsspezialist am AKH Wien

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Gerade bei jüngeren Frauen stellen wir eine Zunahme von Brustkrebsneuerkrankungen fest. Wir vermuten, dass dies mit unserem modernen Lebensstil – zu wenig Bewegung, Übergewicht, Alkohol- und Nikotinkonsum – in Zusammenhang steht. Leider kennen wir die Ursache für Brustkrebs noch nicht genau, sodass unser Ziel sein muss, den Krebs möglichst schon in den Anfangsstadien zu erkennen. Daher empfehlen wir jeder Frau ab dem 20. Lebensjahr, einmal monatlich die Brust selbst auf Veränderungen zu untersuchen – immer zur gleichen Zeit, etwa am ersten Tag der Regel. Ab dem 40. Lebensjahr, bei familiärer Vorbelastung schon früher, empfehlen wir die regelmäßige Mammographie, bei Bedarf auch eine Ultraschalluntersuchung. Die Mammographie ist die wichtigste Maßnahme überhaupt im Kampf gegen Brustkrebs. Jede Frau ab dem 40. Lebensjahr sollte einmal jährlich zur Mammographie gehen!

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