Samstag, 23. Februar 2019

Guten Morgen!

Ausgabe 2016.09
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Ein gesundes und ausgewogenes Frühstück ist die halbe Miete für einen guten Tag. Was dafür auf dem Teller oder in der Schüssel landen sollte – und was nicht –, lesen Sie hier.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - natavkusidey

Frühstücken wie ein Kaiser, mittagessen wie ein König, abendessen wie ein Bettler“, sagt ein altes Sprichwort. Derartige Weisheiten sind ja so eine Sache für sich und haben, gerade wenn es um die Ernährung geht, meist auch eine Art Ablaufdatum – was unter anderem damit zu tun hat, dass ständig neue Diäten in Mode kommen. In Sprichwörtern steckt aber immer auch ein wahrer Kern und in diesem Fall hat er mit dem „kaiserlichen Start“ in den Tag zu tun. Wobei gleich vorweg gesagt werden muss: Das Kaisersemmerl sollte nicht unbedingt auf dem Frühstücksteller landen.

3er-Pack. „Für ein gesundes und ausgewogenes Frühstück ist die ‚3er-Regel’ ideal: ein Getreideprodukt, ein Milchprodukt sowie Obst und/oder Gemüse. Diese Kombination versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen“, sagt Mag. Angela Mörixbauer, Ernährungswissenschafterin in Waidhofen an der Ybbs. So liefert das Getreideprodukt alles, was für die Auffüllung der Kohlenhydratspeicher benötigt wird. Während wir schlafen, arbeiten nämlich unsere Körperzellen auf Hochtouren, und um sich zu erneuern, benötigen sie jede Menge Energie. Nachschub bekommen sie aber keinen, weil wir ja schlafen und nicht essen. Nach der nächtlichen Reparatur- und Fastenphase sind die Kohlenhydratspeicher daher so gut wie leer, was wiederum Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel hat. Letzterer ist jetzt so niedrig, dass der Körper – im Normalfall – nach Nahrung verlangt. Mit anderen Worten: Wir haben Hunger. Kommen wir diesem Bedürfnis nicht nach, sinkt der Blutzuckerspiegel noch weiter ab. Das macht sich wenige Stunden später mit einem Heißhungeranfall bemerkbar, den manch einer mit Naschereien bekämpft. Derartige Süßigkeiten liefern jedoch keine Vital- und Nährstoffe (selbst wenn sie in Form eines vermeintlich gesunden Müsliriegels oder der beliebten Milchschnitte daherkommen), weshalb der Körper weiter „Hunger“ schreien wird. Wer das jahrelang so macht, wird es zum einen auf der Waage sehen, zum anderen aber auch Gefahr laufen, etwa an Diabetes II zu erkranken. Mörixbauer erklärt: „Durch den hohen Zuckergehalt schießt der Blutzuckerspiegel in die Höhe. Allerdings nur kurzfristig, denn die Bauchspeicheldrüse schüttet in der Folge sehr viel Insulin aus. Dadurch sinkt der Blutzucker wieder genauso schnell, wie er angestiegen ist – oft sogar unter den Ausgangsspiegel. Die nächste Heißhungerattacke ist also nur eine Frage der Zeit.“

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Hirnnahrung. Damit nicht genug, hat ein zu geringer Glukosegehalt im Blut zudem Auswirkungen auf unsere Konzentration. Sinkt nämlich der Blutzuckerspiegel zu tief ab, verschlechtert das die geistige Leistungsfähigkeit: Wir können uns nicht mehr richtig konzentrieren, werden fahrig, müde und einmal mehr können Heißhungergefühle auftreten. „Das Gehirn erhält nun die Botschaft: ‚Hallo! Die Energieversorgung lässt nach! Denkbenzin geht aus! Bitte so rasch wie möglich nachfüllen!“, veranschaulicht die Ernährungsexpertin mit einem ernst gemeinten Augenzwinkern. Schließlich ist insbesondere das Gehirn auf eine permanente Versorgung mit Blutzucker angewiesen, weil Gehirnzellen Glukose kaum speichern können. Und genau aus dem Grund sollten wir möglichst schon in der Früh Getreideprodukte, wie beispielsweise ein Vollkornbrot oder -weckerl oder Getreideflocken essen. Denn diese liefern uns Kohlenhydrate, die schlussendlich als Glukose erst im Blut und danach im Gehirn bzw. in jeder Zelle unseres Körpers landen. Vollkornprodukte haben übrigens einen hohen Ballaststoffanteil, wodurch die Kohlenhydrate langsamer, dafür jedoch über einen längeren Zeitraum das Blut mit Glukose und damit „Denkbenzin“ versorgen. „Zudem benötigt der Körper hochwertiges Eiweiß für die Produktion von Botenstoffen im Gehirn. Das bekommt er durch ein Milchprodukt, etwa in Form von Milch, Joghurt, Buttermilch oder Käse. Obst bzw. Gemüse wiederum sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen bei gleichzeitig geringem Kaloriengehalt“, sagt Mörixbauer und unterstreicht dadurch einmal mehr die wichtige „3er-Kombi“, die im Übrigen für Erwachsene und Kinder gleichermaßen gilt. Für Letztere aber sei das Frühstück noch wichtiger, da, so die Ernährungswissenschafterin, „die Kohlenhydratspeicher bei Kindern noch schneller geleert sind als bei Erwachsenen. Kinder sollten also nicht ohne Frühstück aus dem Haus gehen.“

Übersicht zu diesem Artikel:
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