Sonntag, 15. September 2019

Glühende Leidenschaft

Ausgabe 06/2011
Das Spiel mit dem Feuer fesselt uns seit Urzeiten. Aber erst in den letzten Jahren ist Grillen regelrecht zum Kult avanciert. Es geht schnell, schmeckt herrlich und ist immer ein Fest.

Foto: Lisa Thornberg - istockphoto.com
Bei kaum einer anderen Methode der Speisenzubereitung trifft die Redewendung „Der Weg ist das Ziel“ mehr ins Schwarze. Denn das kollektive Brutzeln gleicht immer einem Ritual. Es beginnt schon bei der Überlegung, was eigentlich auf den Rost kommen soll, wo der Griller platziert werden soll, welche Utensilien vonnöten sind und wen man zur lang geplanten oder auch spontanen Grillparty einlädt. Dann natürlich der Akt der Zubereitung selbst: anheizen, würzen, drehen und wenden und den goldrichtigen Garzeitpunkt erraten.

Und schließlich die Krönung: die gerechte Verteilung der Köstlichkeiten an die hungrig lauernden Gäste. Immer im Mittelpunkt des Geschehens: der Meister oder die Meisterin mit der Schürze und der Grillzange.

Archaisch oder technisch
Hightech-Kugel- oder Plattengriller mit Gas- oder Elektrobetrieb lassen kaum einen Wunsch offen hinsichtlich Bedienungsfreundlichkeit und Bequemlichkeit und sind auch Indoor einsetzbar, falls das Wetter nicht mitspielt. Wahre Grillfans schwören jedoch auf die archaische, direkte Art zu grillen: auf offenem Feuer, glühenden (Holz-)Kohlen und unter freiem Himmel.

Bevor der Griller im Frühjahr zum ersten Mal angeworfen wird, steht zumeist eine Reinigung an. Die einfachste Methode einen Holzkohlengriller wieder blitzblank zu bekommen: übrig gebliebene Asche mit Wasser zu einem Brei verrühren und mit einem Schwamm damit den Rost abscheuern, danach abschwemmen. Gut funktioniert das Grillerputzen auch mit einer Messingbürste oder zerknüllter Alufolie. Alle Edelstahlflächen werden mit verdünntem Essig wieder ansehnlich für die neue Grillsaison. Egal, ob diese auf der Terrasse, dem Balkon, im Garten, beim Camping oder notgedrungen im Wohnzimmer über die Bühne geht.

Geschmacklich abheben
Früher war Grillen eher eine kulinarische Einbahnstraße: ein Kotelett oder Würstchen – gesalzen und gepfeffert – dazu wurden die obligaten Folienkartoffeln gereicht und als Dip mussten diverse Tuben mit Senf & Konsorten herhalten. Wie unvergleichlich inspirierter sind da die GrillmeisterInnen von heute! Als Grillgut empfehlen sich neben den klassischen Fleischsorten Rind und Schwein auch Huhn und Lamm. Letzteres ist übrigens besonders kalorienarm. Je besser die Qualität und Frische des Fleisches, desto genüsslicher fällt das Resultat aus. In der Beliebtheitsskala immer höher klettern Fisch, z.B. Sardinen, Lachs oder Thunfisch, Garnelen, Calamares oder andere Meeresfrüchte.

Aber auch Vegetarier fallen beim Grillfest nicht durch den Rost: Abgesehen davon, dass viele Gemüsesorten wie etwa Melanzani, Maiskolben, Spargel, aber auch Pilze beim Grillen ein exquisites Aroma entwickeln, lassen sich auch Tofu, Sojawürstchen oder Getreidelaibchen wunderbar brutzeln. Greifen Sie großzügig zu Kräutern, stellen Sie extravagante Spieße zusammen, experimentieren Sie mit exotischen Marinaden, reichen Sie raffinierte Dips, Saucen oder Beilagen. So wird Ihr Grillfest zum heißen Erlebnis – selbst für verwöhnte Gaumen. Und obendrein gilt Gegrilltes – soferne es nicht angekohlt und fetttriefend ist – auch als gesund und leicht verdaulich.


Grill-Tipps: so gelingt´s
  • Rind- und Lammfleisch kann man von blutig bis durch grillen. Anders bei Huhn oder Schwein: Sie sollten grund­sätzlich ganz durch sein.
  • Nicht nur die Grillplatte oder den Rost mit einer hauchdünnen Ölschicht versehen, sondern auch das Grillgut Ihrer Wahl. So bleibt es garantiert nicht kleben und erhält die gewünschte, appetitliche Farbe.
  • Fleisch oder Fisch beim Grillvorgang nicht anschneiden oder mit der Gabel anstechen. So bleibt der Saft drin!
  • Beim direkten – offenen – Grillen, Fleisch möglichst nur einmal umdrehen, beim indirektem, geschlossenem Grillen braucht man das Grillgut meist gar nicht umdrehen.
  • Vorsicht: Wenn Fett oder Saft in die Glut tropfen, können sie einen Brand auslösen!


Pikante Begleiter
Raffinierte Beilagen: Diese Saucen, Dips und die Würz­butter sind das Tüpfelchen auf dem i ihres Grillfestes:

Barbecue-Sauce

1 kleine Zwiebel fein würfeln, etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel darin etwa drei Minuten glasig dünsten. Je ein EL Essig, Worcestersauce und Zucker sowie Tomatenketchup dazu geben. Die Mischung aufkochen und etwa drei Minuten köcheln lassen, bis die Sauce leicht eingedickt ist. Warm servieren – zu Fleischigen und Würstchen.

Paradeiser-Basilikum-Butter

In einer Schüssel 125 g weiche Butter cremig schlagen. 30 g gewürfelte, halb getrocknete Paradeiser, 1 EL fein geschnittenes Basilikum und 20 g geriebenen Parmesan hinzufügen und glatt untermischen. Die Butter in Töpfchen füllen und zu gegrilltem Fleisch servieren.

Süßscharfe Sauce
In einer großen Schüssel 250 ml süße Chilisauce mit 2 zerdrückten Knoblauchzehen 1–2 EL Zitronensaft, 1 EL Erdnussöl, 50 g zerlassener Butter und 2 EL gehacktem Koriandergrün verrühren. Meeresfrüchte – Flusskrebse, Garnelen oder Scampi – in 1 EL Öl wenden und grillen, dabei häufig wenden und mit der Marinade bestreichen. Mit der restlichen Marinade servieren.


Buchtipp:
"Zum Nachgrillen: Die Rezepte stammen" aus dem Buch „Grillen drinnen & draußen“ aus der Reihe Kochlust, Verlag Dorling & Kindersley, 256 Seiten, ca. € 15,40

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