Sonntag, 19. Mai 2019

Glückliche Kühe, glückliche Menschen

Ausgabe 2016.04

Bio-Milch ist nicht nur gesünder und schmeckt besser, sondern stammt von glücklichen und artgerecht gehaltenen Tieren aus der Region.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - kamchatka

Bio-Milch(produkte) werden immer beliebter! Etwa 83 Prozent der Bevölkerung greifen laut Statistik Austria mehrmals im Jahr zu den kalziumreichen Bio-Lebensmitteln. Und das hat gute Gründe: Bio-Milch schmeckt meist intensiver, hat nachweislich einen höheren Vitamin-A- und Vitamin-E-Gehalt sowie eine wesentlich günstigere Fettsäurezusammensetzung. „Aus einer aktuellen Studie im ,British Journal of Nutrition‘, die 197 Studien zu Kuhmilch herangezogen hat, geht hervor, dass Bio-Milch durchschnittlich ca. 50 Prozent mehr Omega-3-Fettsäuren enthält“, weiß Ernährungswissenschafterin Mag. Angela Mörixbauer. „Diese Fettsäuren gehen mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einer besseren neurologischen Funktion und einem stärkeren Immunsystem einher.“

Milch ist nicht gleich Milch!

Jede Milchsorte kann konventionell oder biologisch hergestellt werden. Wer auf Bio-Milch Wert legt, sollte auf die explizite Bio-Bezeichnung und das EU-Bio-Siegel achten. Hier ein Überblick über Bio-Milcharten:

Bio-Milch: stammt von Milchkühen, die artgerecht mit viel Bewegungsfreiheit, frischer Luft, Tageslicht und Kontakt zu Artgenossen, gehalten und gefüttert werden. Mindestens 60 Prozent muss dabei aus biologischem Raufutter (Klee, Gras, Heu) bestehen.
Bio-Heumilch: stammt von artgerecht gehaltenen Milchkühen, die ohne Einsatz von Silagen gefüttert werden. Hauptproduktionsgebiete in Österreich sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg und die Steiermark. Die Kühe bekommen im Sommer frisches Gras und Kräuter von der Weide, im Winter Heu und Kraftfutter (Getreide- und Eiweißpflanzenschrote).
Bio-Bergbauernmilch: stammt von Bergbauern, die ihren Hof ganzjährig bewirtschaften und ihr Weidevieh artgerecht halten. Aufgrund der Hanglage kann oft nur bedingt mit technischem Gerät gearbeitet werden. Es ist daher viel Handarbeit vonnöten.
Bio-Schaf- oder -Ziegenmilch: stammt von artgerecht gehaltenen Schafen/Ziegen. Sie haben freien Zugang zu Auslaufflächen, bevorzugt zu Weideland, und genießen auch im Stall mehr Platzfreiheit.

Bewusster Genuss. Die positiven Eigenschaften von Bio-Milch sind auf eine Produktionsweise, die ökologischen Kriterien entspricht, zurückzuführen. Rund 96.800 Milchkühe haben im Jahr 2014 – laut „Grünem Bericht 2015“, der jährlich vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft herausgegeben wird – über 440 Millionen Liter Bio-Milch geliefert. Sie zählen zu den glücklichen Tieren, die nicht nur regelmäßig und ausreichend Bewegung auf Weiden haben, auf welchen der Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln nicht erlaubt ist, sondern auch mit Artgenossen in Kontakt kommen und wertvolles Bio-Futter mit hohem Faseranteil erhalten. Hauptsächlich werden sie mit sogenanntem „Raufutter“ (z. B. Gras, Heu, Klee) ernährt. Im Detail: 60 Prozent der täglichen Futterration (in der Trockenmasse) müssen, EU-Vorgaben zufolge, aus Gras, Heu oder Raufuttersilage (vergorenes Gras, vergorener Mais) bestehen. Gen-Soja, Tiermehl oder die präventive Beigabe von Medikamenten wie z. B. Antibiotika haben im Futter nichts verloren und sind streng verboten. „Dank der artgerechten Haltung der Tiere und der Herstellungsweise ist Bio-Milch der konventionell erzeugten aus ökologischen und ethischen Gesichtspunkten überlegen“, betont Mörixbauer. Wer zu Bio-Milch greift, ernährt sich nicht nur gesünder, sondern trägt auch zum Erhalt von regionalen, klein strukturierten bäuerlichen Betrieben bei.

Bio-Siegel. Biologische Lebensmittel gehören zu den am besten kontrollierten Waren. Laut einer EU-Verordnung wird die Herstellung von Bio-Milch und Bio-Milchprodukten von akkreditierten Stellen kontrolliert. Mindestens einmal pro Jahr begutachten diese Organe die Bio-Betriebe, um das Bio-Zertifikat zu erneuern.  Für Konsumenten sind Bio-Milchprodukte am offiziellen grünen Gemeinschaftslogo der EU zu erkennen, welches in Kombination mit der Codenummer der Kontrollbehörde samt Angabe des Erzeugungsortes der Ausgangsstoffe in der Kennzeichnung vorhanden sein muss (z. B. ATBIO-XXX). „Alle Bio-Nahrungsmittel, die innerhalb der EU produziert werden, müssen das grüne EU-Bio-Logo auf der Verpackung tragen. Damit ist garantiert, dass die EU-Bio-Verordnung als ,Bio-Basis‘ eingehalten wird. Zusätzlich findet man häufig das runde AMA-Biozeichen und/oder das Logo eines Bioverbandes wie beispielsweise Bio-Austria oder demeter, wenn der Milchbetrieb dort Mitglied ist“, ergänzt Mörixbauer.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information