Dienstag, 21. Mai 2019

Gesunder Darm

Ausgabe 2013/05

Rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden unter Verstopfung, und 50 Prozent der Frauen klagen über eine „träge Verdauung“. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie Ihren Darm gesund halten.


Foto: Can Stock Photo Inc. - Zagorodnaya

In der Naturheilkunde galt der gesunde Darm schon jeher als Voraussetzung für eine gute Gesundheit. Buchautorin und Darmgesundheitsexpertin Mag. Anita Frauwallner: „Der Darm ist zuständig für 80 Prozent unseres Stoffwechsels – also auch für die richtige Entgiftung – und für die Produktion von mehr als 80 Prozent unserer Immunzellen. Die Entscheidung, ob wir gesund bleiben oder krank werden – die fällt also in unserem Bauch.“ Viele Menschen leiden jahrelang unter Darmproblemen, Blähungen, Allergien und sogenannten Autoimmunerkrankungen. Durch falsche Ernährung, Nachlass der Verdauungskraft, Übersäuerung etc. kommt es zu einer Fehlbesiedelung des Darms und somit zu Gärungs- und Fäulnisprozessen. Mit der richtigen Ernährung, viel Bewegung und gesunder Lebensweise helfen Sie dem Darm wieder auf die Sprünge.

Gesunde Ernährung – gesunder Darm. Eine gesunde Ernährung ist das Um und Auf, um den Körper mit allen wichtigen Nähr- und Mineralstoffen zu versorgen. Um den Darm funktionsfähig zu halten, sind eine intakte Darmschleimhaut und eine Vielzahl an gesunden Darmbakterien, die bei der Verarbeitung der Nahrung, aber vor allem auch bei der Aufnahme von Vitalstoffen eine entscheidende Rolle spielen, notwendig. Deshalb mag es der Darm besonders gerne, wenn täglich viel Obst und Gemüse auf den Tisch kommen. Aber auch Fisch und Fleisch (wichtig für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren und Zink) unterstützen einen gesunden Darm. Greifen Sie am besten zu Puten-, Hühner- oder magerem Rindfleisch. Fettes Fleisch vom Schwein und Rind sowie andere fettreiche Lebensmittel sollte man eher meiden. Und: Ballaststoffe sind kein Ballast, sondern halten die Darmflora in gesunder Balance. Eine ballaststoffreiche Ernährung begünstigt das Wachstum gesundheitsfördernder „guter“ Bakterien und verhindert die Vermehrung „unerwünschter“ Bakterien. Getreide, Reis, Erdäpfel und Hülsenfrüchte sollten also im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung regelmäßig gegessen werden.

Trink dich fit. Unser Körper besteht zu rund 70 Prozent aus Wasser. Alle Stoffwechselvorgänge im menschlichen Organismus funktionieren nur, wenn ausreichend Wasser vorhanden ist. Bekommt der Körper zu wenig Wasser, dann verlangsamen sich die Transportvorgänge im Organismus. Viele Organe wie beispielsweise der Darm und die Nieren können nicht mehr ideal arbeiten. Ärzte und Ernährungsexperten empfehlen mindestens zwei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt zu trinken. Dafür eignen sich am besten Wasser oder ungesüßte Früchte- bzw. Kräutertees. Aber auch verdünnte Gemüsesäfte sowie ein Glas Obstsaft pro Tag sind erlaubt. Ein Zuviel an diesen Säften kann zu Gärungen im Darm führen. Kaufen Sie Säfte ohne Zuckerzusatz – am besten aus dem Bioladen. Genießen Sie Alkohol nur in geringer Dosis. Experten haben eine schlichte Grundregel aufgestellt: Ein Glas Wein oder Bier zu einem Essen regt die Verdauungssäfte an und fördert die Verarbeitung des Nahrungsbreis. Aber: Wie schon Paracelsus sagte, kommt es auf die Dosis an, ob Nahrung gesund oder krank macht. Als Faustregel gilt: Männer sollten täglich höchsten zwei, Frauen nur ein alkoholisches Getränk zu sich nehmen. Das entspricht rund einem viertel Liter Bier und/oder einem achtel Liter Wein.

Probiotische Lebensmittel. Die Einnahme von Probiotika zur Steigerung des Wohlbefindens wurde lange Zeit unterschätzt. Bei medizinisch relevanten Probiotika aus der Apotheke handelt es sich um Lebensmittel, die aber keine Joghurtbakterien enthalten, sondern im menschlichen Darm ansiedlungsfähige Symbionten humanen Ursprungs. Diese Bakterien und Hefen werden – sofern sie in ausreichender Menge in den Darm gelangen – gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Den größten Teil der probiotischen Lebensmittel machen Milchprodukte wie Joghurt oder Joghurt-Drinks aus. Neben diesen, im Supermarkt frei erhältlichen Produkten werden auch – die oben erwähnten – medizinischen Probiotika produziert, die als Arzneimittel eingesetzt werden. Studien belegen, dass bei der Einnahme von probiotischen Lebensmitteln Durchfallerkrankungen seltener auftreten und das Immunsystem positiv beeinflusst wird.

Der richtige Lebensstil. Nicht immer ist das Essen oder Trinken schuld, wenn der Darm nicht so funktioniert, wie er soll. Häufig gehen Durchfall oder Verstopfung auf einen ungünstigen Lebensstil zurück. Der Darm mag es auch, wenn der Mensch ein möglichst stressfreies Leben führt, genügend schläft und sich ausreichend bewegt. Viele Ärzte empfehlen daher Patienten mit Darmbeschwerden die so genannte Mehrschritt-Sauerstofftherapie. Das bedeutet nichts anderes, als sich täglich 30 Minuten an der frischen Luft zu bewegen, um Herz, Kreislauf und Darm in Schwung zu bringen und zu verbesserter Leistung anzuregen. Allerdings gilt auch hier: Allzu viel ist ungesund. Leistungssport kann durchaus die die Immunabwehr schwächen!

Essen mit Genuss. Legen Sie also Wert auf eine gepflegte Esskultur. Dazu zählt, möglichst in Ruhe und langsam zu essen. Auch das gemeinsame Essen im Familien- und Freundeskreis  tut unserm Darm – aber auch unserer Seele – gut. Allgemein gilt: Kauen Sie jeden Bissen so lange, bis er fast flüssig ist, das wirkt sich positiv auf Ihre Figur aus, da das Sättigungsgefühl rascher eintritt, und Ihre Verdauungsorgane sind dankbar, da sie weniger intensiv arbeiten müssen.

 

Buchtipp

Kochen für einen gesunden Darm
Darmgesundheitsexpertin Mag. Anita Frauwallner und Ernährungsberaterin Ulli Goschler zeigen in ihrem Koch- und Gesundheitsbuch, wie genussvolles Essen unsere Darmgesundheit verbessern kann. Ganzheitliche Ansätze wie beispielsweise TCM, Ayurveda oder die Lehren von Hildegard von Bingen finden sich in diesem Kochbuch ebenso wieder wie moderne Erkenntnisse der westlichen Medizin.
Kneipp Verlag, 132 S., € 17,99

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