Dienstag, 17. September 2019

Genuss statt Verdruss

Ausgabe 02/2011
Wer in puncto Nahrungsmittel-unverträglichkeit mit seinem Küchenlatein am Ende ist, schlägt am besten auf www.mitohnekochen.com nach.

Foto: istockphoto.com - Stacey Newman
Wenn Lebensmittel oder deren Bestandteile nicht vertragen werden, äußert sich das oft in Unwohlsein. Es können aber auch ernsthafte gesundheitliche Probleme auftreten. Lactose- oder Gluten-, Fructose- oder Histaminintoleranzen oder Allergien auf Kuhmilcheiweiß sind im Vormarsch begriffen. Leider vergeht den Betroffenen oft sprichwörtlich der Appetit, allein schon deshalb, weil das Angebot an geeigneten diätischen Rezepten nicht nur geschmacklich recht bescheiden ist. Die vierfache Mutter Renée Hanslik war dessen überdrüssig und beweist auf ihrer Homepage, dass Vernunft und gut Essen kein Widerspruch sein müssen.

Die Kunst des Weglassens „Wir sehen uns als Dienstleistungs-Plattform und bieten Lösungen für Menschen mit einer oder mehreren Nahrungsmittel- Unverträglichkeiten oder Allergien an – aber auch deren Kombinationen“, erklärt Renée Hanslik. Wie sie auf die segensreiche Idee mit der Website gekommen ist, ist einfach erklärt: „Jedes meiner Kinder hat irgendetwas anderes nicht vertragen. Ich habe praktisch für jedes eine komplizierte Diät zubereiten müssen. Es war zum Verrücktwerden.“ Dass umgekehrt kaum schmackhafte Rezepte etwa für lactose- und/oder glutenfreie Kost existierten, war mindestens genauso frustrierend. Also machte Hanslik aus der Not eine Tugend. In akribischer Kleinarbeit bereitete sie in ihrer privaten Experimentierküche an die 400 Rezepte auf, die sie appetitlich ablichtete und zur kostenlosen Nutzung online stellte. „Ich will aufzeigen, dass man trotz Nahrungsmittelintoleranz und des Verzichts auf alles, was einem schadet, lustvoll essen kann. So versuche ich die Problematik ins Positive umzukehren.“ Auf www.mitohnekochen.com heißt es deshalb nicht: Oje, das darf ich nicht essen, sondern: Ah, das kann ich alles essen! Dank der Kochplattform ist es kein kulinarischer Drahtseilakt mehr, für empfindliche Familienmitglieder oder Gäste Menüs zusammenzustellen, die schmecken, aber vor allem wohl bekommen.


Die häufigsten Unverträglichkeiten
Man unterscheidet zwischen Nahrungsmitt elintoleranz und Nahrungsmittelallergie. Bei Ersterer wird meist durch einen Enzymeffekt das vollständige Abbauen der Nahrung behindert oder blockiert. Dies kann genetisch, aber auch psychosomatisch bedingt sein. Bei einer Allergie reagiert unser Immunsystem auf einzelne Bestandteile von Lebensmitteln, meist Eiweiße – und das mitunter sehr heftig. Von einer Selbstdiagnose oder einem Diätselbstt est wird in beiden Fällen eindringlich abgeraten. Beschwerden sollten von einem Arzt abgeklärt werden, speziell bei Kindern.

  • LACTOSE-INTOLERANZ
Das Enzym Lactase ist im Dünndarm für die Spaltung von Milchzucker und somit dessen Verdauung verantwortlich. Wenn der Körper zu wenig Lactase produziert, reagieren wir mit Lactose- oder Milchzuckerunverträglichkeit. Diese äußert sich durch Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Neigung zu Durchfall. Enthalten ist Lactose in allen Arten von Säugetiermilchprodukten – besonders reichlich in Molke und in Weichkäse. Durch eine Verringerung oder ganz Weglassen von Milch & Co lassen sich die Symptome gut in den Griff bekommen. Alternative: lactosefreie Produkte.

  • FRUCTOSE- ODER FRUCHTZUCKERINTOLERANZ
Dabei funktioniert das Transportsystem unseres Darms nur mangelhaft. Die dafür verantwortlichen Zuckeralkohole sind deshalb tunlichst zu vermeiden. Neben Blähungen und Durchfallsneigung kann diese Intoleranz gar Depressionen und Konzentrationsmangel bewirken. Vorsicht ist vor allem bei Obst geboten, das mehr Fructose als Traubenzucker enthält, sowie bei süßen alkoholischen Getränken. Ob man an einer Fructose- oder Fruchtzuckerunverträglichkeit leidet, kann der Arzt mittels Wasserstoffatemtest diagnostizieren.

  • GLUTENUNVERTRÄGLICHKEIT (ZÖLIAKIE)
Da unheilbar, ist eine radikale Ernährungsumstellung unumgänglich. Bei Glutenunverträglichkeit kommt es zu entzündlichen Reaktionen im Darm, die bis zur Zerstörung der Darmzotten im Dünndarm führen können. Die Folgen: Die Nahrung kann nicht richtig aufgenommen werden, Mangelerscheinungen drohen. Zöliakie kann zahlreiche Beschwerden hervorrufen: u.a. Appetitlosigkeit, Erbrechen, Blähungen, aber auch psychische Probleme. Abhilfe schafft nur, glutenfrei zu essen. Zu meiden sind die Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel sowie alle daraus gewonnenen Lebensmittel. Mais, Reis, Hirse und Amaranth sind dagegen glutenfrei.

  • HISTAMININTOLERANZ
Ein gesunder Mensch kann Histamine ausreichend abbauen. Bei Histaminintoleranz funktionieren die dafür erforderlichen Enzyme nicht richtig. Gefahr droht sowohl der Haut als auch dem Magen-Darm- Trakt und dem Herz-Kreislauf-System, begleitet von Übelkeit, Bauchkrämpfen, Herzrasen u.s.w. Bei Betroffenen, häufig Frauen ab 40, kann eine Überdosis von verdorbenen bzw. lang gereiften und künstlich konservierten Nahrungsmitt eln sogar lebensbedrohlich sein. Je frischer die Nahrungsmittel, desto niedriger ist ihr Histamingehalt. Diagnostiziert wird die Histaminintoleranz durch einen Blutbefund.

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