Freitag, 22. Februar 2019

Fit und gesund in den Frühling

Ausgabe 04/2012

Sie fühlen sich müde und ständig energielos? Eine mögliche Ursache: Rund 80 % der Österreicher kämpfen mit einem unausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie sich dank Basenfasten in Ihrem Körper wohlfühlen und dabei noch abnehmen.


Foto: iStock - Svetlana Ivanovic
Manchmal ist unser Körper ganz schön sauer. Oder besser: Er leidet an Übersäuerung. Das hängt mit unseren Ernährungsgewohnheiten zusammen. Wobei Übersäuerung ein Zustand ist, der ganz zu Beginn eines Leidenswegs stehen kann. Leider spürt man sie oft anfangs nicht. Der menschliche Organismus versucht – oft auch über Jahre – die Übersäuerung zu kompensieren. Dann tauchen die ersten Symptome auf. Medikamente können die bestehende Übersäuerung noch verstärken und ein Teufelskreis entsteht. Dabei kann man dagegen ganz einfach vorgehen – durch eine Ernährungsumstellung oder durch das sogenannte Basenfasten. Ernährungsexpertin und Autorin Elisabeth Fischer erklärt im GESÜNDER LEBEN-Gespräch die Grundregel: „Gemüse, Früchte, Erdäpfel und frische Kräuter sind ,die wunderbaren Vier‘; diese kommen beim Basenfasten gegen die Übersäuerung zum Einsatz.“ Während des Basenfastens dürfen Sie drei Mahlzeiten zu sich nehmen. Quellwasser und Kräutertees sorgen für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Fischer: „Bildlich gesprochen lässt sich das Basenfasten auch als Frühjahrsputz im Organismus beschreiben. Es belebt mit neuer Energie, bringt aber auch frischen Wind in unser Seelenleben.“

Wie entsteht Übersäuerung im Körper?
Um den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten, gibt es verschiedene körpereigene Regelmechanismen. Zu diesen Mechanismen gehören die Atmung, die Verdauung, der Kreislauf und die Hormonproduktion. Wenn nun zu viele Säuren in den Körper gelangen, dann arbeiten die Regelmechanismen auf Hochtouren. Allerdings sind diese irgendwann überfordert und können die Übersäuerung nicht mehr bewältigen. Fischer erklärt: „Eine einseitige und zu ei- weißreiche Ernährung mit zu viel Fleisch, Wurst, fetten Milchprodukten, Kuchen, Torten, Süßigkeiten, Fertigprodukten, Cola- und Limonadegetränke ist auf Dauer schädlich. Aber auch mangelnde Bewegung und einseitige Diäten bringen das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper durcheinander.“


Viele weitere gesunde Rezepte finden Sie auf www.gesünderleben.at/rezepte 

Was unterscheidet Basenfasten von anderen Diäten? Häufig wird versucht, mit radikalen Diäten möglichst schnell Gewicht zu reduzieren. Der Kör- per stellt sich dabei auf die geringe Kalorienzufuhr ein. Sobald man wieder in die alten Essgewohnheiten zurückfällt, kommt es zur einer unerwünschten (und sogar verstärkten!) Gewichtszunahme. Fischers Rat: „Das Basenfasten sollte der Startschuss sein, die Ernährungsgewohnheiten dauerhaft zu ändern. Ich empfehle ca. 20 % säurebildende und 80 % basenbildende Lebensmittel zu essen. Essen Sie nur geringe Mengen an Fleisch, Geflügel oder fetten Milchprodukten, denn das tierische Eiweiß ist der stärkste Säurebildner. Stattdessen sollten große Beilagenportionen an Salat, Gemüse, Erdäpfel und Früchten am Ernährungsplan stehen, fettarm und gut gewürzt zubereitet. Dann kann das Basenfasten nach- haltig wirken und es gibt keinen Jo-Jo-Effekt.“ Und ist Basenfasten für jeden geeignet? Fischer: „Grundsätzlich können alle basenfasten. Sind Sie jedoch in ärztlicher Behandlung oder nehmen regelmäßig Medikamente ein, dann sollten Sie sich vorher mit Ihrem Arzt beraten.“

Und die Gesundheit? Fischer erzählt von begeisterten Erlebnisberichten
von Menschen, die auf
Basenfasten schwören.
Häufigste Rückmeldungen
sind: „Ich könnte Bäume
ausreißen, meine Verdauung funktioniert, ich habe
keine Schmerzen in den 
Gelenken mehr, mein Nacken ist entspannt, meine
Migräne ist weg und ich
kann wieder schlafen.“ Für
einen nachhaltigen Erfolg ist es freilich zielführend, nach dem Basenfasten (das mindestens eine Woche dauert) auch weiterhin den Ausgleich des eigenen Säure- Basen-Haushalts im Auge zu behalten und die Ernährungsgewohnheiten dement- sprechend anzupassen. Der angenehme Nebeneffekt: Durch die ausgewogene Ernährung fühlen Sie sich nicht nur fitter, Sie werden bzw. bleiben auch schlank.

Kneippen verstärkt die Wirkung. Fischers besonderer Tipp für alle GESÜNDER LEBEN-Leser: „Sie können das Basenfasten noch mit einer Kneipp- Anwendung unterstützen.“ Denn: „Obwohl es ganz ein- fache Anwendungen sind, hat das kalte Wasser eine starke Wirkung. Es kräftigt das Herz und alle Organe arbeiten besser. Der Stoffwechsel wird angeregt und löst kleinere Blockaden. Der warme Leberwickel am Nachmittag kann auch zu Hause gemacht werden, er ist sehr entspannend und fördert die Entgiftung.“

Sind Sie auch übersäuert? Neugierig geworden? Dann überprüfen Sie doch ganz einfach Ihren Säure- Basen-Haushalt! Mit Hilfe von Teststreifen (erhältlich in Apotheken) können Sie den pH-Wert Ihres Urins messen. Bei Menschen mit ausgeglichenem Säure Basen-Haushalt ist der Urin in der Regel morgens leicht sauer (pH-Wert 6,5 bis 6,8), zum Mittag hin wird er neutral (pH-Wert 7) und abends sollte er leicht basisch sein (pH-Wert über 7). Sollte Ihr Urin permanent einen pH-Wert unter 6,5 aufweisen, dann probieren Sie doch unsere köstlichen Basenfasten-Rezepte auf der nächsten Seite aus! Oder achten Sie darauf, möglichst basenüberschüssige Lebensmittel zu sich zu nehmen (siehe Kasten). In diesem Sinne: Ein gesundes, schlankes – und vor allem genussreiches – Frühjahr!

Basenfasten leicht Gemacht

Sehr gut, weil stark basenüberschüssig:

  • Gemüsesäfte, Fruchtsäfte, Früchte (nicht abends!)
  • Gemüsefrüchte (Auberginen, Kürbis, Zucchini) l Blattgemüse/Blattsalate (Mangold, Spinat, alle Kohlarten)
  • Erdäpfel, Knollengemüse (z. B. Kohlrabi) l Wurzelgemüse (Sellerie, rote Rüben, Karotten, Meerrettich)
  • Eierschwammerl, Steinpilze l Molke
  • Gurken, Rhabarber, Lauch

 

Gut, weil schwach ba senüberschüssig:

  • Buttermilch
  • Sauerrahm
  • Vollmilch
  • Trockenobst
  • Vollsojamehl
  • Weizenkeime
  • Dinkelkeime
  • Feldsalat

 

Sehr schlecht, weil stark säureüberschüssig:

  • Hartkäse
  • Fleisch, Fisch und Wurstwaren
  • Eier (Eiweiß ist säureüberschüssig, Dotter allein ist basisch)
  • Schokolade und Kakao
  • Weißmehl und Weißmehlprodukte
  • Kaffee
  • Industriezucker und alle zuckerhaltigen
  • Produkte
  • Erdnüsse, Paranüsse

 

Schlecht, weil schwach säureüberschüssig:

  • Topfen
  • Haselnüsse
  • Weizen-/Roggenvollkornmehl
  • Vollkornbrot
  • Vollkornknäckebrot
  • Erzeugnisse aus Vollkornschrot

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