Montag, 20. Mai 2019

Extra vergine & extra gesund

Ausgabe 09/2009
Teure Modedelikatesse, Kleopatras Schönheitsgeheimnis, kulinarischer Hochgenuss oder Gesundheitselixier seit Menschengedenken. Kaum einem anderen Lebensmittel begegnet man auf so vielfältige Weise wie Olivenöl.

Foto: Heinrich Zehenter
Der Olivenbaum, der in seiner bizarren Schönheit die Landschaft weiter Mittelmeerregionen prägt, ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Bereits in der Antike war die Olive jedoch nicht ausschließlich als Nahrungsmittel bekannt, sondern diente den Herrschenden als Kosmetikum und Medizin. Diese alte Olivenölkultur wurde im Mittelalter durch die Klöster wiederbelebt, und noch heute gilt das gelb-grüne Öl als das „Kochfett“ schlechthin im gesamten Mittelmeerraum. Dass Italiener, Griechen und Spanier seit jeher auf ihr Olivenöl als altes Hausmittel schwören, ist bekannt. Und auch die Wissenschaft belegt die gesundheitsfördernde Wirkung. Sämtliche dieser Aussagen treffen allerdings nur auf hochwertige, sprich extra vergine, Olivenöle zu. Dann bietet das „gesunde Fett“ aber gleich mehrfachen Schutz durch seine Inhaltsstoffe:
  • Polyphenole: Sie schützen den Körper vor der schädlichen Wirkung von Sauerstoff radikalen (so genannten freien Radikalen). Sie wirken entzündungshemmend und krebsvorbeugend, sie vermindern die Fettablagerungen in den Blutgefäßen und beugen damit Arteriosklerose vor. Eine Studie der Vanderbilt University hat zudem gezeigt, dass das Alzheimer-Risiko durch die regelmäßige Zufuhr von Polyphenolen um 76% gesenkt werden kann.
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren: Sie machen rund ein Viertel des Fruchtfleisches der Olive aus. Sie senken das „böße“ Cholesterin (Low Density Lipoprotein Cholesterol, LDL), während das „gute“ so genannte (High Density Lipoprotein Cholesterol, HDL) erhöht wird.
  • Vitamin E: Dieses schützt vor Arteriosklerose, stabilisiert die Zellmembran und wirkt so dem Altern entgegen.

Achten Sie auf die Qualität

Ein derartiges „Wundermittel“ regt aber auch seit jeher die Fantasien findiger Geschäftsleute an: Olivenöl gilt heute als das am meisten gefälschte Lebensmittel in der EU. Maximal 5% des im Verkehr befindlichen Öls ist von der Qualitätsstufe „Extra Vergine“. Supermarktregale zeigen Konsumenten jedoch ein diametrales Bild: Nur einen Anteil von 5% an Ölen, der nicht der höchsten Qualitätsstufe entspricht – da soll sich einer auskennen! Es gibt jedoch klare Qualitätskritierien, die dem Konsumenten eine Kaufhilfe geben.

Schöpfer einer neuen Kultur
Dass Olivenöl in puncto Qualität heute jenen Stellenwert hat, ist Gourmetpapst Luigi Veronelli und seinem strengen Olivenöl- Kodex zu verdanken: Handlese, Entkernung der Oliven vor Verarbeitung sowie ein Produktionsvorgang, der exakten Richtlinien zu folgen hat, wurden darin festgelegt. Die Produzenten, die zugleich Abfüller sind, finden sich in ganz Italien – von Sizilien bis an den Gardasee.

Hersteller von qualitativ hochwertigen Olivenölen, in Extra-Vergine-Qualität und produziert nach der Methode von Luigi Veronelli sind z.B.: Madonna delle Vittorie/ Trentino, Comincioli/Gardasee, Felsina/ Toskana, Cantine del Notaio/Basilikata, Terre di Balbia/Kalabrien, Planeta/Sizilien (Infos: www.oliosecondoveronelli.at). Vor allem durch die kernlose Pressung werden extrem hohen Werte an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen erreicht – es zahlt sich also wie bei fast allen Genussmitteln aus, der Qualität den Vorrang zu geben.


Wie erkenne ich ein hochwertiges Olivenöl?
Hochwertiges olio d‘oliva extra Vergine zeichnet sich aus durch:

  • Fruchtigkeit: extreme Frische in der Farbe, in der Nase, am Gaumen. Die Farbe kann tiefgrün, hellgrün bis goldgelb sein, sie muss jedoch „leuchten“.
  • Schärfe & Bitterkeit: Beides sind wesentliche Qualitätskriterien, doch durch die weite Verbreitung von Billigölen empfinden viele Konsumenten Bitterkeit und Schärfe als negativ.
  • Preis: Es mag banal klingen, aber hält man alle Vorgaben zur Herstellung ein und werden die Oliven außerdem noch von Hand gelesen, so ist es wirtschaftlich nicht möglich, ein Öl unter zehn Euro pro Liter zu produzieren. Rechnet man Logistik, Handelsspannen und Steuern dazu, muss ein Liter zumindest 15 bis 20 Euro kosten. Alles, was preislich darunter angesiedelt ist, ist mit höchster Vorsicht zu behandeln.
  • Keine Qualitätskriterien sind hingegen die Farbe oder die Deklarationen „kalt gepresst“ oder „erste Pressung“. Diese Hinweise auf Flaschen dienen – gewollt oder ungewollt – der Verwirrung des Konsumenten.

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