Freitag, 17. August 2018

Essen gegen Stress

Ausgabe 2018.02
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Chronische Belastungen schlagen sich sehr oft auf Stimmung und Wohlbefinden nieder. Neben gezielter Entspannung und Bewegung können auch bestimmte Lebensmittel den Stresspegel senken: So essen Sie sich zu mehr Ausgeglichenheit!


Foto: iStock-Yuri_Arcurs

Ein wenig Stress ist gesund. „Dauerhaft zu viel davon belastet aber nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper“, erklärt Dr. Ivana Molnár, Ärztin für Allgemein- und Ernährungsmedizin in Wien. „Gerade bei chronischem Stress und dem häufig daraus resultierenden Nährstoffmangel melden sich unsere körperlichen Schwachstellen: Verdauungsprobleme, Schlafdefizite und ein empfindlicher Magen sind typische Folgen von chronischem Stress.“ Umso wichtiger ist es, sich in Hochleistungsphasen gesund und nährstoffreich zu ernähren: „Das schafft zumindest einmal eine gute Basis, um auch längere Stresszeiten ohne Schädigung zu überstehen.“

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buch1Uschi Eichinger, Kyra Hoffmann
Die Anti-Stress-Ernährung
220 Seiten, systemed, € 20,60

Die Autorinnen raten zu abwechslungsreicher Kost mit reichlich Gemüse, dafür wenig Brot, Nudeln, Erdäpfeln und Reis. Der Ratgeber enthält auch eine Anti-Stress- Rezeptsammlung und Tipps für die gesunde, abwechslungsreiche und stressfreie Ernährung im Arbeitsumfeld.

Stresssignale Verdauung. Ein Bewerbungsgespräch steht an, ein Kundentermin rückt näher oder der Chef hat schon wieder schlechte Laune: Und schon grummelt es im Magen. „Der eine reagiert mit leichter Übelkeit auf solche Stresssituationen, der andere könnte pausenlos Richtung Toilette laufen oder leidet unter Sodbrennen“, erklärt die Medizinerin. Fest steht: Zwischen Gehirn und Verdauungsorganen gibt es einen heißen Draht. Molnár: „Im Magen-Darm-Trakt sitzen hundert Millionen Nervenzellen, das sind so viele wie im Rückenmark. In einer milden Form löst Stress Bauchdrücken und Übelkeit aus, im Extremfall will der Körper die Nahrungsreste schnellstmöglich loswerden – durch Erbrechen oder Durchfall.“ Stress kann auch den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen schwächen. Dann gelangt Magensäure in die Speiseröhre bis hinauf zum Kehlkopf und den Stimmritzen. „Die Symptome dieses Refluxes sind unterschiedlich: zum Beispiel häufiges Sodbrennen, Heiserkeit, wiederkehrende Halsschmerzen, ein Globusgefühl im Hals oder hartnäckige Hustenattacken“, betont die Expertin. „Magenübersäuerung und Reflux werden durch Übergewicht, eine ständig erhöhte Kalorienzufuhr und auch falsche Lebensmittel gefördert.“ So mindern fette und zuckerhältige Speisen die Schließkraft des Muskels zwischen Magen und Speiseröhre um bis zu 30 Prozent. Eiweißreiche Lebensmittel wie Milch und Fleisch regen die Säureproduktion an, insbesondere, wenn zugleich zu wenig kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Lebensmittel verzehrt werden. Ebenso fördern kohlensäurehältige Getränke das Aufstoßen. Molnár: „Eine Magenspiegelung gibt Aufschluss, ob der Schließmuskel schwächelt. Wird ein Reflux diagnostiziert, sollte man noch mehr auf seine Ernährung achten, weil immer mehr Fachärzte von einer Dauergabe von Magenmedikamenten wegen möglicher Nebenwirkungen abraten.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Essen gegen Stress
Seite 2 Schlafprobleme entstehen im Darm

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