Dienstag, 21. Mai 2019

Essen gegen den Stress

Ausgabe 02.2015
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Stress zählt zu den größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. gesünder leben sagt, was Sie   gegen diesen Krankmacher tun können. Plus: vier Anti-Stress-Rezepte zum Nachkochen.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - LaVanda

Prinzipiell fühlen sich die meisten Menschen in der heutigen Zeit gestresst, das ergibt eine vor kurzem durchgeführte Studie aus den USA“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, Fachärztin für Endokrinologie und Stoffwechsel im AKH Wien. Stress ist jeder belastende Faktor, der die Gesundheit des Körpers schädigt. Stress lässt sich also nicht vermeiden. Ab und zu steht jeder Mensch einmal unter Stress. Kann sich der Körper davon erholen und gönnt sich Ruhepausen, sind die Stressphasen jedoch gut zu überstehen. Hält der Stress allerdings an oder wird er sogar chronisch, reagiert der Körper mit unterschiedlichen Symptomen. „Mögliche körperliche Folgen von Dauerstress sind beispielsweise: Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Stoffwechselstörungen, Übergewicht oder Depressionen. Außerdem schwächt chronischer Stress das Immunsystem“, sagt Kautzky-Willer. Dauerstress kann aber auch die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. „Während ein gewisses Maß an Stress hilft, die Leistung sogar zu steigern – beispielsweise bei Prüfungen –, beeinträchtigt Dauerstress die Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit und die Gedächtnisleistung“, so Kautzky-Willer. Auch die Ernährung kann den Stress sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. „Ernährung ist dann gesund, wenn Sie Ihrem Organismus die Nährstoffe, die er für eine ordnungsgemäße Zellfunktion benötigt, in ausgewogener Menge zuführen und Inhaltsstoffe, die die Zellfunktion beeinträchtigen oder stören, explizit nicht zuführen“, weißt Buchautorin Uschi Eichinger (www.eichinger-training.de).

Buchtipp

buch2Uschi Eichinger und Kyra Hoffmann
Die Anti-Stress-Ernährung
Systemed Verlag, 196 Seiten, 19,99 Euro

Wir stehen unter Strom, sind genervt, gereizt und zunehmend erschöpft. Gerade dann spielt die richtige Ernährung eine große Rolle. Die beiden Autorinnen zeigen, wie Sie mit köstlichen Rezepten auch Gutes für Ihr seelisches Gleichgewicht tun können.

Was ist Stress? Früher war Stress evolutionsbedingt überlebenswichtig. Bei Gefahr wurde der Körper in Alarmbereitschaf versetzt und bereitete sich auf Kampf oder Flucht vor. „Heutzutage ist das natürlich anders. Es gibt aber immer noch Reize, die uns unter Stress setzen. Das kann zum Beispiel Lärm sein, Lichtentzug, Schlafentzug, Schichtarbeit“, so Kautzky-Willer. Die Folgen: Blutdruck und Puls steigen, alle Sinnesorgane sind geschärft, die Atemfrequenz steigt, die Muskeln spannen sich an. Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus. In Bruchteilen von Sekunden wird zusätzliche Energie freigesetzt – wir können sehr schnell handeln. Das Problem bei vielen Stress-situationen heute: Der Körper kann kaum mit Kampf oder Flucht reagieren – schon gar nicht bei Anspannungen im Job oder in der Familie. Der Mensch, der permanent unter Spannung steht, kann also den inneren Druck nicht mehr abbauen. Der Körper ist immer in Alarmbereitschaft – die Folgen können bis hin zu ernsthaften Erkrankungen und zum Burn-out führen. Der Körper steht ständig unter Strom. Dennoch sollten wir nicht vergessen: Positiver Stress (Eustress) erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die Leistungsfähigkeit unseres Körpers, ohne ihm zu schaden. Bei Stress kommt es auf die Dosis an. Stress empfinden wir dann als negativ, wenn er zu häufig und ohne körperlichen Ausgleich auftritt. Negativer Stress (Distress) ist für uns bedrohlich und überfordert uns auf Dauer.

Stress und Essen. Was für ein Tag! Was kann da zur Entspannung helfen? Auf der Couch vor dem Fernseher sitzend schnell noch eine saftige Lasagne zum Abendessen! Anschließend eine Menge Schokolade und Chips sowie ein Glas Wein dazu – um ein wenig abzuschalten. Menschen, die häufig unter Stress stehen, neigen dazu, ihre Ernährung zu vernachlässigen. Ein Fehler! Denn gerade, wenn man permanent unter Druck steht, sollte man sich bewusster ernähren. Denn Stress hat den Nebeneffekt, das Essverhalten zu beeinflussen. „Schlecht sind alle Lebensmittel, die anstelle für den menschlichen Organismus notwendiger Nährstoffe nur ,leere‘ Kalorien enthalten – dazu gehören vor allem die stark verarbeiteten Lebensmittel wie beispielsweise Fertiggerichte, Fast Food oder Packerlsuppen“, so Eichinger. Viel besser: Essen Sie regelmäßig und in kleinen Portionen (drei bis fünf Mal am Tag). Das Essen soll nicht hinuntergeschlungen werden. Kauen Sie intensiv. Und vergessen Sie nicht: Es dauert 15 bis 20 Minuten, bis die ersten Anzeichen von Sättigung eintreten. Wer schnell isst, der vertilgt große Mengen, bevor sich das Sättigungsgefühl einstellt.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Essen gegen den Stress
Seite 2 Ernährungstipps bei Stress

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