Freitag, 24. Mai 2019

Ei, Ei wie gesund!

Ausgabe 03/2010
Das Ei bereichert unseren Speiseplan – ob weich zum Frühstück, als Eierspeise oder „versteckt“ in Lebensmitteln. Gerüchte und Halbwissen gibt es zuhauf. Gesünder Leben nahm es genau unter die Lupe.

Foto: Gregor Lajh - istockphoto
Die Gretchenfrage, ob das Huhn oder das Ei zuerst da war, stellen wir nicht. Vielmehr wollen wir hinterfragen, was nun das Ei ernährungstechnisch „wert“ ist. Ein durchschnittliches Hühnerei kann mit ca. 6 g Eiweiß, 5 g Fett, weiters Kalzium, Phosphor, Eisen, Lecithin aufwarten. Außerdem enthält es erstaunliche 12(!) Vitamine – darunter A, B1, B2, B6 und B12 – und gilt als bedeutende Protein- und Folsäurequelle. Es liefert je nach Größe zwischen 80 und 100 Kilokalorien. Das klingt schon mal nicht ungesund.

Das Ei ist besser als sein Ruf
Und wie ist das jetzt wirklich mit dem Ei und dem Cholesterin? Die Frohbotschaft für alle Eierfans: Sein image als Cholesterinbombe konnte es erfolgreich abstreifen. Während Eiklar praktisch fettfrei ist, sind im Dotter etwa 7 g Fett enthalten. Auch wenn ein durchschnittlicher Cholesteringehalt von 250 bis 290 mg nicht abzuleugnen ist, trägt das Hühnerei trotzdem nicht zur Erhöhung des Cholesterinspiegels bei. Unter anderem weil das im Ei vorhandene Lecithin die Aufnahme von Cholesterin hemmt. Ein gesunder Mensch kann also bedenkenlos zwei bis drei Eier pro Woche konsumieren. Zu Ostern darf man mit ruhigem Gewissen zwei bis drei Stück pro Tag genießen. Risikogruppen wie Diabetiker sollten sich jedoch generell ein wenig zurückhalten.

ei, codeDer Ei-Code – leicht zu knacken
Da wir jetzt wissen, dass wir unserem Körper mit Eiern sogar etwas Gutes tun, können wir ja getrost in den Supermarkt gehen. Doch da stehen wir schon wieder vor der nächsten Problemstellung: Welche Eier sollen wir kaufen? Bio, Freiland, Bodenhaltung … Und was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Einiges an Aufschluss gibt uns die Eierschale, die mit einem langen Code versehen ist, der aber eigentlich ganz leicht zu „knacken“ ist.
Zunächst steht da eine Zahl von 0–3:

0. bedeutet biologische Landwirtschaft,
1. konventionelle Freilandhaltung,
2. Bodenhaltung,
3. Käfighaltung.

Dann folgen die Buchstaben „AT“ – daran erkennt man, dass das Ei aus Österreich stammt. Danach kommt der Code des Erzeugers und das MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum). Ei. Ei. Schon erstaunlich, was das Ei uns so alles über sich verrät!

Eine Frage der Haltung
Ohne Wenn und Aber: „Bio“ ist sprichwörtlich das Gelbe vom Ei für die Hühner und auch unseren Organismus. Bei dieser Haltung hat jedes Huhn mindestens 4 m2 Auslauf, im Stall dürfen maximal 6 Tiere pro Quadratmeter leben und insgesamt maximal 3.000 Hennen untergebracht sein. Prophylaktischer Medikamenteneinsatz ist verboten, das Futter ist pestizidfrei. Die mit 1 gekennzeichneten Eier sind aus Freilandhaltung. Auch hier steht den Hühnern tagsüber ein Auslauf von mind. 4 m2 pro Tier zur Verfügung. Innen stehen Sitzstangen, Legenester und eingestreute Scharrräume zur Verfügung. Wer Eier mit der Ziffer 2 kauft, bekommt Produkte aus Bodenhaltung. Das heißt, es leben neun Hennen pro Quadratmeter in riesigen Hallen. Bis zu 6.000 Tiere drängen sich in einem solchen Stall, was schon mal Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus auslöst. Immerhin ist die Käfighaltung seit 1.01.2009 in Österreich verboten. Jedes Huhn hatte da weniger Fläche als ein A4- Blatt zur Verfügung. Da diese in manchen EU-Ländern jedoch noch bis 2012 erlaubt ist, können über Umwege weiterhin billige Legebatterie- Produkte bei uns auftauchen. Nur wenn keine 3, aber das „AT“ auf dem Ei prangt, ist man auf der sicheren Seite. Eierkauf ist also auch eine Gewissensfrage.

Hochsaison für‘s Ei
Wenn man jetzt seine Wahl getroffen hat, dann kommt es nur noch auf die richtige Aufbewahrung an. Rohe Eier immer kühl lagern. Wenn sie älter als 21 Tage sind, verfügen sie nicht mehr über das Enzym, das einen natürlichen Schutz gegen Keime bildet. Gerichte wie flaumiges Tiramisu, leckeres Mousse au Chocolat oder auch Mayonnaise nie bei Zimmertemperatur stehen lassen, sondern ab damit in den Kühlschrank – Salmonellengefahr! Hart gekochte Ostereier aus dem Supermarkt sind auch ungekühlt bis zu drei Monate haltbar, wegen der dicken Lackschicht. Selbst gekochte und gefärbte Eier sollten aber innerhalb von drei Wochen verzehrt werden. Wer nicht mal zu Ostern „eiern“ will, dem bleibt immer noch das Schoko-Ei. Aber: ein 20-g-Nougat-Ei ist zwar köstlich, legt sich mit 115 Kilokalorien aber ganz schön ins Gewicht und ist lange nicht so nahrhaft wie das Original!


Ei, KochenFoto: Marc Hildebrandt - Fotolia.com
TEST: Ist mein Ei noch genießbar?
Mit einem einfachen Versuch lässt sich verifizieren, wie frisch ein rohes Ei ist.
  • 1 Teelöffel Salz in ein Glas Wasser, Ei hineinlegen.
  • Sehr frische Eier bleiben am Boden liegen.
  • Ältere Eier stellen sich leicht schräg (mit dem flachen Ende nach oben).
  • Eier, die älter sind als 21 Tage, schwimmen an der Oberfläche – erwischt!

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information