Freitag, 22. Februar 2019

Die tolle Knolle

Ausgabe 2014.10

GESÜNDER LEBEN stellt Monat für Monat ein Gemüse, Obst oder Fleisch vor. Unser Tipp: Setzen Sie auf Bioqualität! Die tut unserer Gesundheit und unserer Umwelt gut!


Foto: w.r.wagner - pixelio.de

Der Erdapfel wird zu Unrecht als Dickmacher verdammt: Er ist ein äußerst hochwertiges Lebensmittel. Durch den steigenden Konsum von Pommes frites und Chips bekam der Erdapfel seinen schlechten Ruf. Ein Fehler, wie die Zahlen beweisen, 100 Gramm – also ein mittelgroßer Erdapfel – haben nur 71 Kilokalorien. Ganz abgesehen von den wertvollen Vitaminen und sonstigen Inhaltsstoffen.

Zahlen & Fakten

Erdapfel (roh)

Inhaltsstoffe pro 100 g

  • Energie 71 kcal
  • Kalzium 6 mg
  • Kohlenhydrate 15,6 g
  • Fett 0,1 g
  • Kalium 418,0 mg
  • Eiweiß 2,0 g
  • Ballaststoffe 2,2 g
  • Vitamin C 17 mg

Allgemeines. Er wird Kartoffel, Krumbeere oder Grundbirne genannt: der Erdapfel. Das Nachtschattengewächs wurde schon 6.000 vor Christus in den Anden kultiviert. Im 16. Jahrhundert kamen die Erdäpfel auf den Schiffen der Galeonen von Südamerika nach Europa. Die runden Knollen wurden – ähnlich wie die Paradeiser – 150 Jahre lang nur als Zierpflanze verwendet, ehe ihr Wert als Nahrungsmittel entdeckt wurde. Durch die Hungersnöte als Folge der Kriegswirren unter Napoleon wurde der Erdapfel in Österreich zum Volksnahrungsmittel. Lange Zeit als Dickmacker und Arme-Leute-Essen verachtet, genießt er nun den Ruf als gesundes Kraft-paket. Und die Österreicher greifen kräftig zu: Der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr liegt bei 53 Kilogramm. Weltweit gibt es rund 5.000 Erdäpfel-sorten. Während die Anbaugebiete, die Bodenbeschaffenheit und die klimatischen Einflüsse bei den Sorten qualitäts­bestimmend sind, kommt es bei der Unterteilung vorwiegend auf die Kocheigenschaften an: Festkochende Sorten springen beim Kochen nicht auf und behalten ihre Form. Als „vorwiegend festkochend“ bezeichnet man jene Erdäpfel-sorten, die wegen ihres mittleren Stärkegehalts beim Kochen nur leicht aufspringen. Mehligkochende Sorten zeichnen sich durch eine grobkörnige und trockene Struktur aus. Durch den hohen Stärkegehalt platzen sie beim Kochen auf.

Einkauf. Die Erdäpfel sollen beim Kauf sauber und fest sein. Der Geruch muss erdig sein, darf aber nicht muffig sein. Der Erdapfel sollte eine gleichmäßige goldbraune Farbe haben, nicht glitschig oder feucht sein und keine Runzeln oder Druckstellen aufweisen. Solche Knollen werden schneller schimmlig.

Lagerung. Frühe Sorten – so beispielsweise die Heurigen – können nur ein bis zwei Wochen gelagert werden. Erdäpfel-sorten, die im September und Oktober erhältlich sind, haben eine dicke Schale und können länger aufbewahrt werden. Ob kurze oder lange Lagerung, die Erdäpfel lieben es luftig, dunkel und kühl. Nur so bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe und der typische Geschmack erhalten. Ein dunkler Kellerraum mit einer Temperatur von vier bis acht Grad Celsius ist optimal. Falls Sie über keine geeigneten Lagerungsmöglichkeiten im Keller verfügen, sollten Sie lieber kleine Mengen für ein oder zwei Wochen einkaufen. Eine gute Alternative zum Keller ist auch der Kühlschrank. Im Eiskasten können Sie die Erdäpfel zwei bis drei Wochen lang einlagern. Am besten in einem Jute- oder Papiersack und nicht in einem Plastikbeutel. In einem Plastiksack schwitzen sie und faulen daher rasch.

Küchentipp. Erdäpfel sollen immer gekocht und nicht roh gegessen werden. Grüne Stellen vor dem Kochen entfernen, denn hier sitzt der Giftstoff Solanin. Erdäpfel sind in der Regel in 20 bis 25 Minuten gar. Machen Sie den Gartest: Stechen Sie mit einem kleinen Messer in den Erdapfel – wenn Sie keinen Widerstand spüren, sind die Erdäpfel durch. Am besten ist es, Erdäpfel in der Schale zu dämpfen. So bleiben die Inhaltsstoffe erhalten, weil unter der Schale die meisten Vitamine sitzen. Leider sind Erdäpfelgerichte wie Pommes und Chips wegen ihres hohen Fettgehalts nicht empfehlenswert. Tipp: Eine gesunde Art der Zubereitung ist
u. a. der fettarme Braterdapfel aus dem Backrohr oder Folienerdäpfel, die in der Glut von Grillfeuer gegart werden.

Körper und Gesundheit. Erdäpfel bestehen zu 77 Prozent aus Wasser und sind daher für eine bewusste Ernährung gut geeignet, jedoch nur wenn sie mit wenig Fett zubereitet werden. Zudem ist der Gehalt an essenziellen, d. h. lebensnotwendigen Aminosäuren hoch. Dies ist sowohl für unser Immunsystem als auch für gesunde Haare und ein schönes Hautbild von Vorteil. Die runden Knollen sind reich an den Mineralstoffen Kalium, Eisen und Magnesium. Wegen seines niedrigen Natriumgehalts ist der Erdapfel gut für Baby- und Diätkost geeignet. Übrigens: Der Erdapfel wurde wegen seines hohen Vitamin-C-Gehalts lange auch „Zitrone des Nordens“ genannt.

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