Sonntag, 17. November 2019

Die gesunden Wunderstangen

Ausgabe 04/2010
Die heimische Spargelsaison ist kurz, aber heftig. Dem königlichen Gemüse werden seit der Antike geheimnisvolle Kräfte ausgewiesen. Definitiv wahr ist, dass Spargel eine wahre Vitamin- und Mineralstoffbombe ist.

Foto: Joe Biafore - istockphoto.com
Etwa ab Anfang April wird das delikate Staudengewächs vor den Toren Wiens, hauptsächlich im Marchfeld, frisch gestochen. Im Juni ist der Spargel-Zauber auch schon wieder vorbei – zum Leidwesen aller Feinschmecker. Also heißt es schnell sein und dem königlichen Gemüse am Speiseplan rasch einen Platz einräumen.

Kleine Sortenkunde
Die Beliebtheitsskala wird ungebrochen vom weißen Spargel angeführt. Die immer mehr im Vormarsch begriffene grüne Variante gedeiht im Gegensatz zu seinem bleichen Pendant nicht in Erdwällen, sondern erhält durch den Einfluss von Sonnenlicht seine markante Färbung und tankt so besonders viele Vitamine. Den knackigen grünen Spargel zeichnet noch ein weiteres Plus aus: Lästiges Schälen fällt weg, man muss nur das holzige Ende kappen, was bequemen Köchen sehr entgegenkommt. Selbiges trifft auch auf den exotischen Purpurspargel zu. Diese anspruchsvolle Edelsorte mit dem ausgeprägten nussigen Aroma wächst ebenfalls oberirdisch, verfärbt sich beim Kochen jedoch von violett auf Grün. Außer man halbiert ihn und brät ihn mit der Schnittfläche nach unten scharf an.

Gesunder Jungbrunnen
Die Stangen, die allein schon durch ihre Form eindeutige, freudige Assoziationen wecken, haben es ganz schön in sich. Sie stehen nicht nur als Delikatesse hoch im Kurs, sondern genießen auch in der Volksheilkunde legendären Ruf. Denn nicht bloß ein Gerücht ist die Sache mit der Manneskraft. Dem Spargel wird gegen erektile Dysfunktion – Impotenz – Erfolg bescheinigt. Mit 500 Gramm wird der Tagesbedarf an Vitamin C und E fast ganz gedeckt. Und diese Vitamine hemmen das Wachstum von Bakterien, tragen zum Ausschwemmen von Giftstoffen bei, reinigen das Blut und schützen die Zellen vor freien Radikalen – was nebenbei auch zu frischem Aussehen, reiner Haut, strafferem Bindegewebe und stärkerem Haar verhilft.

Diät & Kur zugleich
Damit nicht genug, ist Spargel reich an verdauungsfördernden Ballaststoffen und gut fürs Nervenkostüm. Der kleine Nebeneffekt nach dem Verzehr – der etwas strenge Uringeruch – rührt übrigens daher, dass sein Bestandteil Asparaginsäure im Körper zu einer Schwefelverbindung zerfällt. Außer zum Entschlacken und Entwässern empfiehlt sich das kalorienarme Gemüse, das zu über 90 Prozent aus Wasser besteht, auch als Diätkost. Und das beileibe nicht nur zum Abnehmen. Auch Rheuma- und Diabetespatienten sprechen auf eine Spargelkur gut an. Menschen mit schwerer Nierenerkrankung und unter Gicht Leidende sollten ihn allerdings lieber mit Vorsicht genießen. Bleibt noch zu erwähnen, dass beim Kauf von Spargel – idealerweise in heimischer Bio-Qualität – darauf zu achten ist, dass die Spitzen zu sind und die Schnittflächen noch schön saftig sind. Böse Zungen behaupten ja, Spargel schmecke an sich eher langweilig. Wir sagen: Es kommt nur auf die Raffinesse bei der Zubereitung an. Guten Appetit!

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