Sonntag, 22. September 2019

Der Schwarze Holunder

Ausgabe 09.2014

gesünder leben stellt Monat für Monat ein Gemüse, Obst oder Fleisch vor.Unser Tipp: Am besten schmeckt der Holler frisch vom Strauch oder vom Bauernmarkt.


Foto: Wandersmann - pixelio.de

Der Schwarze Holunder war schon vor Jahrtausenden als Heilmittel bekannt. Der griechische Arzt Hippokrates, der 460 bis 377 v. Chr. lebte, pries den Holunder als Allheilmittel. Der Arzt nannte ihn sogar einen Medizinschrank. Die Kelten bezeichneten ihn als heiligen Baum und bei den Germanen war er der Göttin Holle (Frau Holle) geweiht.

Allgemeines. Der Legende nach sollen im Holunder gute Hausgeister wohnen und um diese nicht ihrer Wohnstätte zu berauben, durfte man den Holunder weder beschneiden noch fällen. Während der Christianisierung kam Holunder in Verruf. Aus dem heiligen Baum wurde plötzlich ein Baum des Teufels. Vielleicht war dies der Grund, warum Hildegard von Bingen die schwarzen Beeren ablehnte und der Meinung war, dass Holunder für den Menschen nicht geeignet wäre. Andere Heilkundige des Mittelalters wie Paracelsus waren von seiner Heilwirkung dennoch überzeugt. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ein heimisches Gehölz. Holunder ist auch unter den Namen Holler, Holder, Hollerbusch oder Schwarzer Flieder bekannt. Die Holunderbeere ist eine beerenartige Steinfrucht, die nur nach dem Erhitzen hervorragend schmeckt. Je nach Sorte kann die Fruchtreife des Hollers schon Mitte August beginnen. Die runden Beeren sind tiefrot bis schwarz-violett und haben einen Durchmesser von circa fünf bis sieben Millimeter. Der Holunder ist selbstbefruchtend und benötigt daher keinen Bestäuber. Wichtig: Holunderbeeren dürfen keinesfalls roh gegessen werden, da sie im Rohzustand Übelkeit hervorrufen können. Übrigens: Beim Roten Holunder (Sambucus racemosa) ist vor dem – ebenfalls notwendigen – Erhitzen ein weiterer Schritt zu beobachten. Es müssen zuallererst die Samenkörner der Beeren, welche das giftige Sambunigrin enthalten, entfernt werden. Die roten Beeren verfügen allerdings nicht über die heilbringende Wirkung der Beeren des Schwarzen Holunders.

Einkauf. Ernten Sie den Holunder erst dann, wenn bereits alle Beeren eine schöne dunkle Farbe aufweisen. Holunderbeeren verderben rasch, daher gibt es sie im Handel nur sehr selten zu kaufen. Vorwiegend gibt es diese auf Bauernmärkten. Holunder finden Sie häufig am Wegrand im Grünen, dort können Sie ihn selbst pflücken. Holunderbeeren gibt es in Österreich von September bis Oktober. In diesem Zeitraum können sie gesammelt und geerntet werden.

Lagerung. Die schwarzen Beeren sind kühl und dunkel zu lagern. Bei Zimmertemperatur hält Holunder nur drei bis vier Tage. Wenn Sie ihn im Eiskasten aufbewahren, verlängert sich die Haltbarkeit auf bis zu zwei Wochen. Falls man allerdings den Holunder wegen seiner gesunden Heilkraft und nicht wegen des Geschmacks nutzen möchte, sollte man auf eine zu lange Lagerung verzichten, da die Inhaltsstoffe schnell abgebaut werden.

Küchentipp. Holunderbeeren schmecken hervorragend als Saft, Suppe, Mus, Marmelade, Kompott, Gelee oder Schnaps beziehungsweise Likör. Nach dem Waschen kann man mit einer Gabel die Holunderbeeren leicht von den Stielen lösen. Beim Ablösen von Hand können die Beeren platzen und die Finger blau färben. Falls dies passiert, die Finger mit Zitrone reinigen. Holunder lässt sich gut mit Brombeeren, Zwetschken, Äpfeln oder Birnen kombinieren. Zum Verfeinern eignen sich Zimt, Nelke oder geriebene Zitronenschale. Ein Klassiker in der österreichischen Küche ist der Hollerröster, der besonders gut zu Süßspeisen wie Kaiser- oder Topfenschmarren schmeckt. Die Beeren werden übrigens auch zum Färben von Haaren, Leder oder auch Rotwein verwendet, da sie den violetten Farbstoff Sambucyanin enthalten. Gerne verwendet die Lebensmittelindustrie Sambucyanin zum Färben von Süßigkeiten und Molkereiprodukten.

Körper und Gesundheit. Schon seit der Antike ist Holunder in der Heilkunde bekannt. Der griechische Arzt Hippokrates von Kos empfahl Holunder gegen Verstopfung, Frauenleiden und Wassersucht. Kräuterkundige der Neuzeit wie Sebastian Kneipp schätzten den Holunder ebenfalls sehr und er findet bis heute in der Volksmedizin zahlreiche Anwendungen wie beispielsweise bei Erkältung, Rheuma oder Hautkrankheiten. Wer sein Immunsystem stärken möchte, kann auf Holunderbeerensaft setzen. Denn dieser enthält viel Vitamin C. Doch Vorsicht: Den Saft nicht erhitzen, beispielsweise als Holunderpunsch, denn dadurch wird das hitzeempfindliche Vitamin C zerstört. Deshalb gilt: nicht kochen, sondern nur schonend erwärmen!

Schwarzer Holunder (roh)

Inhaltsstoffe pro 100g
Energie 55,0 kcal • Kohlenhydrate 6,5 g

  • Eiweiß 2,5 g 
  • Ballaststoffe 4,0 g
  • Vitamin C 18,0 mg
  • Wasser 83,6 g

 

Quelle: www.nutritional-software.at

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