Donnerstag, 21. Februar 2019

Der gesunde Teegenuss

Ausgabe 2015.11

Gerade in der kalten Jahreszeit trinken wir gerne Tee. Er wärmt uns, er heilt uns – und jetzt genießen wir ihn ganz besonders.


Foto: Can Stock Photo Inc. - klenov

Die Österreicher trinken gerne Tee. Denn dank unterschiedlicher Sorten wie Schwarz-, Grün-, Kräuter- oder Früchtetee ist das vermeintliche Omagetränk noch vielseitiger als Kaffee. Tee kann entspannen, aber auch wach machen. Da das Koffein von Tee (das auch als Tein bezeichnet werden kann) nur langsam ins Blut übergeht, putscht Tee nicht auf, sondern erhöht für längere Zeit die Konzentration. Gerhard Zoubek, Geschäftsführer des Adamah BioHofs aus Glinzendorf (www.adamah.at) ist ebenfalls leidenschaftlicher Teetrinker – und genießt morgens immer eine Tasse Tee. Vor allem greift Zoubek gerne zum Kräutertee. Der Grund: Seine Frau beschäftigt sich mit dem Anbau, der Kultivierung und der Herstellung, regionaler Biokräuter.

So gesund ist Tee. „Tee ist bekömmlich“, so Zoubek. Und: „Ein TCM-(traditionelle chinesische Medizin, Anm. der Red.)Arzt hat mir eine Teemischung empfohlen, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch meine Lebensfreude erhöht.“ Ob schwarz, weiß oder grün: Gesund sind alle Teesorten. Aber wie gesund? Tee hat keine Kalorien (wenn man keinen Zucker nimmt oder Milch hinzufügt), enthält aber wichtige Mineralstoffe wie Magnesium sowie Vitamine wie Vitamin C oder B-Vitamine. Grüner Tee ist im Vergleich zu schwarzem Tee viel Vitamin-C-hältiger und weist mehr Antioxidantien auf. Sie schützen den Körper vor freien Radikalen, die die Zellstruktur verändern und somit zu Krebs führen können. Achtung! Grünen Tee nie zu heiß aufgießen, da die Antioxidantien bei sehr hohen Temperaturen ihre Wirkung verlieren. Die Wassertemperatur sollte daher 75 Grad Celsius nicht überschreiten. Grüner Tee beugt wegen seiner Inhaltsstoffe auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und stärkt das Immunsystem. Die in Schwarz- und Grüntee enthaltenen Gerbstoffe beruhigen Magen und Darm. Allerdings bilden sie mit dem in der Nahrung enthaltenen Eisen schwer lösliche Substanzen, sodass das Eisen vom Körper nicht mehr weiterverarbeitet werden kann. Es ist daher abzuraten, Tee zu den Hauptmahlzeiten zu trinken. „Grün- und Schwarztee enthalten außerdem nennenswerte Mengen an Fluorid. Dieses Salz kann Karies vorbeugen und so zur Zahngesundheit beitragen“, weiß Ernährungswissenschafterin Mag. Angela Mörixbauer aus Waidhofen an der Ybbs. Je nach Sorte nehmen Teetrinker durchschnittlich 1 bis 2 mg Fluorid pro Liter zu sich (Zufuhrempfehlung: 3,1 mg/Tag für Frauen, 3,8 mg/Tag für Männer).

Lexikon der Teesorten. Schwarzer Tee. Schwarzer Tee unterscheidet sich vom grünen Tee in der Herstellung und Zubereitung, den Inhaltsstoffen und daher auch in der Wirkung sowie im Geschmack. Der schwarze Tee ist besonders in Europa und den USA beliebt. Rund 98 Prozent des Gesamtexports von Schwarztee gelangen in den Westen. Er zeichnet sich durch sein würziges und kräftiges Aroma aus und bietet durch seinen Koffeingehalt eine gute Alternative zum täglichen Kaffee. Schwarztee macht munter. Das Heißgetränk gibt es in verschiedenen Arten. Die beliebtesten Sorten sind der kraftvolle Assam-Tee, der erfrischende Ceylon-Tee und der bekömmliche Darjeeling-Tee.

Grüner Tee. Den Namen verdankt er seiner grünen Farbe. Grüner Tee ist seit Jahrtausenden für seine wohltuende Wirkung und seinen einzigartigen Geschmack bekannt. Grüntee ist vor allem wegen seiner positiven Inhaltsstoffe sehr beliebt. Je nach Ziehzeit belebt grüner Tee oder beruhigt auch. Achtung! Bei zu langer Ziehdauer schmeckt der Tee bitter!

Mate-Tee. Besonders in Südamerika, aber vermehrt auch in Europa ist der Mate-Tee eine beliebte Teesorte. Das „Getränk der Götter“, wie er in Südamerika genannt wird, verleiht viel Energie und schützt vor Müdigkeit. Mate-Tee ist aufgrund seiner wertvollen Vitamine und Mineralstoffe sehr gesundheitsfördernd. Er regt die Durchblutung an, sorgt für einen guten Blutdruck und stärkt das körpereigene Immunsystem. Der Koffeingehalt des Mate-Tees kräftigt die Nieren- und Gallenfunktion und ist außerdem verträglicher als Kaffee. Auch im Rahmen einer Diät ist Mat-Tee besonders zu empfehlen.

Kräutertees sind aromatische Durstlöscher. Diese Art des Tees enthält viele Vitamine und Mineralstoffe und ist daher sehr gesund. Der Kräutertee beruhigt die Nerven und wirkt sich positiv auf die inneren Organe aus. Erst die richtige Mischung sorgt für Freude und Genuss beim Teetrinken. Die Zubereitung von Kräutertee erfolgt immer nach dem gleichen Schema. Die Teemischung mit heißem Wasser aufgießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen.

Früchtetee. Er wird in vielen unterschiedlichen Mischungen angeboten und gehört zu den beliebtesten Teesorten weltweit. Früchtetee enthält hauptsächlich getrocknete Fruchtstücke und edle Blüten. Typische Bestandteile des Früchtetees sind Malve und Hagebutte. Die Mischung von Früchtetee kann aber auch Zitrusfrüchte, Beeren, Holunderblüten oder exotische Früchte beinhalten. Der Früchtetee ist nicht nur ein ausgezeichneter Durstlöscher, sondern versorgt uns mit wertvollen Vitaminen und stärkt das Immunsystem.

Wie wird mein Tee besonders bekömmlich?

Und jetzt genüsslich eine Tasse Tee trinken! Doch wie genau wird diese zubereitet? Lässt sich Tee auch mit Mineralwasser aufbrühen? GESÜNDER LEBEN hat die Antworten.

Koffeingehalt im Tee. Tee enthält circa 3 Prozent Koffein. Prinzipiell gilt: Je länger der Tee zieht, umso geringer wird der Anteil an Koffein. Der 5-Minuten-Tee wirkt also nicht beruhigend, sondern lediglich nicht anregend.

Kann man Mineralwasser für die Zubereitung von Tee verwenden? Bereiten Sie den Tee nicht mit Mineralwasser zu. Mineralwasser kann nämlich den Geschmack des Tees beeinträchtigen.

Soll man den ersten Aufguss weggießen? In Asien ist es üblich, dass man den ersten Aufguss wegschüttet und die Blätter direkt im Anschluss noch einmal aufgießt und dann trinkt. Das ist nur bei grünem Tee zu empfehlen. Die Blätter des grünen Tees werden dabei besser aufgeschlossen und das Aroma kann sich erst dann entfalten. Bei schwarzem Tee ist diese Prozedur nicht erforderlich.

Aus welchem Material soll die Teekanne sein? Das Material spielt keine bedeutende Rolle. Wichtig ist jedoch die Form der Teekanne, denn in einer bauchförmigen Kanne hält sich der Tee länger warm.

Was heißt Fermentation? Die Fermentation ist ein wichtiger Vorgang bei der Herstellung von schwarzem Tee. In einem eigens dafür vorgesehenen Raum werden die Blätter insgesamt für ca. 2 bis 3 Stunden auf Borden in 10 bis 15 cm dicken Lagen ausgebreitet und bei 40 Grad Lufttemperatur zusätzlich mit Wasser befeuchtet. Dadurch erhält das Blatt seine kupferrote bis braune Farbe und entfaltet sein einmaliges Aroma.

Was ist ein Tee-Ei? Ein Tee-Ei ist ein eiförmiges in sich geschlossenes Sieb, in das man den losen Tee hineingibt und nach dem Ziehen aus der Tasse herausnimmt. Für (große) Teeblätter eignen sich Tee-Eier nicht, denn in dem kleinen Tee-Ei haben sie nicht genügend Platz zur Entfaltung.

Tee richtig lagern. Tee immer trocken und kühl lagern. Da er schnell fremde Gerüche annimmt, soll er fern von stark riechenden Lebensmitteln aufbewahrt werden. Teedosen sehen zwar schön aus, besser lagert man Tee jedoch in fest zusammengerollten Teesackerln. Nach Anbruch sollte er innerhalb von zehn Wochen aufgebraucht werden.

Die wichtigsten Anbaugebiete. Das größte Teeanbaugebiet befindet sich in Nordindien, im Gebiet Assam. Aber auch Sri Lanka (ehemals Ceylon), die chinesischen Provinzen Yunnan und Keemun sowie Darjeeling im Himalaja sind bedeutende Teeanbaugebiete.

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