Freitag, 20. September 2019

Der festliche Karpfen

Ausgabe 2014.12-2015.01

GESÜNDER LEBEN stellt Monat für Monat ein Gemüse, Obst, Fleisch oder Fisch vor. Unser Tipp: Setzen Sie auf Bioqualität! Die tut unserer Gesundheit und unserer Umwelt gut!

 


Foto: Roman Ibeschitz - pixelio.de

Weihnachten ohne den klassischen Weihnachtskarpfen ist in vielen Haushalten undenkbar. Der Karpfen ist ein Festmahl mit einer langen Tradition und zählt heute in Österreich und Teilen Mittel- und Osteuropas zu den typischen Weihnachtsgerichten. Doch Ernährungsexperten empfehlen, den Karpfen das ganze Jahr über zu essen, da er viele wertvolle Nährstoffe enthält.

Allgemeines. Woher kommt eigentlich der Brauch, Karpfen zu Weihnachten zu essen? Die Mönche im Mittelalter wollten trotz des strengen Fastengebots nicht ganz auf einen Genuss verzichten und gönnten sich am Weihnachtsabend einen Karpfen. Nun gilt der Heiligabend bei uns nicht mehr als Fastentag. Aber diesen heimischen Fisch den Rest des Jahres über zu verschmähen, ist – auch aus gesundheitlicher Sicht – nicht zu empfehlen. Die Saison des Karpfens geht immerhin von Oktober bis April. Typische Merkmale des Karpfens sind sein hoher Rücken und die Barteln an der Oberlippe. Die wichtigsten Karpfenarten sind der Spiegelkarpfen und der Schuppenkarpfen. Den Schuppenkarpfen erkennt man daran, dass er große silbrige Schuppen hat. Hingegen hat der Spiegelkarpfen, der häufiger angeboten wird, nur wenige, unregelmäßig verteilte Schuppen am Körper. Der Karpfen kann 30 bis 40 cm lang werden. Größere Karpfen schmecken feiner als kleinere. In den Teichen leben sie von sogenannten natürlichen Nährstoffen, wie beispielsweise Plankton und Kleintieren. Karpfen sind nicht besonders anspruchsvoll bei ihrer Nahrungsaufnahme. Alles, was im Wasser kreucht und fleucht, ist dem Karpfen gut genug. Bei Bedarf wird vom Teichwirt Getreide zugefüttert. Karpfen wachsen sehr schnell. Bereits nach drei Jahren haben sie die Marktreife erlangt. Karpfen sind wechselwarme Tiere. Ist das Wasser besonders kalt, drängen sich die Fische dicht aneinander, lassen sich auf den Boden des Teiches sinken und verfallen in eine Art Kältestarre. Alle wichtigen Lebensfunktionen werden dann herabgesetzt. Durch diesen Vorgang überstehen die Fische auch das Zufrieren der Teiche und den damit einhergehenden Sauerstoffmangel.

Einkauf. Karpfen werden fast nur fangfrisch angeboten. Den markanten Karpfengeschmack erhält der Fisch dadurch, da er vor allem im schlammigen Untergrund auf Beutefang geht. Je nach Wasserqualität des Teichs kann das Karpfenfleisch ein wenig nach Schlamm schmecken. Damit dieser Geschmack nicht zu stark zur Geltung kommt, sollte der Fisch vor dem Zubereiten mindestens 24 Stunden in frischem Wasser gehalten werden. Falls Sie den Fisch im Fachgeschäft kaufen, können Sie die Frische an den klaren, prallen Augen erkennen. Außerdem sollte die Haut natürlich glänzen, die Schuppen müssen noch fest haften. Tipp: Lassen Sie sich die Kiemen zeigen. Statt klebrig und gräulich sollten sie leuchtend rot sein. Ersuchen Sie den Händler, den Karpfen gleich auszunehmen.

Lagerung. Der Fisch sollte innerhalb von zwei Tagen gegessen werden. Bewahren Sie den Karpfen unbedingt im Kühlschrank bei zwei bis vier Grad Celsius auf. Ist der Fisch bereits verdorben, verfärbt er sich und es entsteht ein unangenehmer Geruch. Karpfen eignet sich nur fangfrisch und sauber vorbereitet zum Einfrieren.

Küchentipp. Die klassische Zubereitung für Karpfen ist „Karpfen blau“. Das „Blau-Kochen“ ist eine kreative Zubereitungsart für Süßwasserfische und wird besonders oft bei Karpfen und Forellen angewendet. Der frische Karpfen wird hierfür vorsichtig ausgenommen. Entschuppen Sie den Fisch keinesfalls, denn die Blaufärbung erhält er nur durch die Schleimschicht, die auf den Schuppen entstehen. Der ganze Karpfen wird nun in leicht siedendem Wasser mit Salz, Essig und Kräutern gegart.

Körper und Gesundheit. Ernährungsexperten sind sich einig, dass der Karpfen keinesfalls so fettreich ist wie oft behauptet. Denn: Der Karpfen an sich ist nicht fett. Jedoch wurde er in den Nachkriegsjahren besonders fett und üppig zubereitet. Es ist daher erwiesen: Der Karpfen erhöht nicht den Cholesterinspiegel! Außerdem ist er leicht verdaulich und enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Zudem enthält der Fisch viel Eiweiß. Eiweiß kurbelt den Fettabbau an und lässt Muskeln wachsen.

Zahlen & Fakten

Karpfen (roh)

Inhaltsstoffe pro 100 g
Energie 116,0 kcal • Eiweiß 18,0 g • Fett 4,8 g • Kohlenhydrate 0,0 g • Wasser 76,0 g • Kalium 400,0 mg • Omega-3-Fettsäuren 574,0 mg

Quelle: www.nutritional-software.at

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