Mittwoch, 23. Oktober 2019

Das weiße Gold

Ausgabe 2019.10

In den vergangenen Jahren ist Milch zu Unrecht in Verruf geraten: Die köstliche weiße Flüssigkeit hat eine hohe Nährstoffdichte und liefert unter anderem Kalzium, Zink und verschiedene Vitamine. 


Foto: © iStock: Alter_photo

Milch gehört zu den wichtigsten Nahrungsmitteln: Es ist die erste Nahrung, die wir zu uns nehmen und über die wir eine Verbindung zu unserer wichtigsten Bezugsperson in der Kindheit herstellen. Wenn wir nicht einschlafen können oder der Hals kratzt, leistet ein Glas Milch mit Honig Abhilfe. Die Schulmilch hilft beim Lernen und macht munter. Und der edle Gourmetgaumen gönnt sich als Dessert einen Teller mit den auserlesensten Käsesorten. Dass wir Europäer aber im Erwachsenenalter Milch überhaupt erst verdauen können, haben wir einer Genmutation zu verdanken: Evolutionsbiologen gehen davon aus, dass die Nordeuropäer vor rund 7.500 Jahren nur deshalb den chronischen Sonnenmangel überlebten, weil sie dank einer Genmutation genügend Milch zu sich nehmen konnten, die ihnen ausreichend Kalzium und Vitamin D lieferte, was sich positiv auf Knochen und Immunsystem auswirkte. 

Kalziumlieferant

Aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte versorgt uns Milch mit Energie, die wir für den Tag brauchen. Besonders reich ist Milch an Kalzium: 100 Milliliter Milch enthalten 120 Milligramm Kalzium. Das bedeutet: Ein halber Liter Milch deckt den täglichen Kalziumbedarf eines Volksschulkindes zu etwa 70 Prozent, den von Heranwachsenden und Erwachsenen zu 50 bis 60 Prozent. Kalzium ist besonders für den Aufbau unserer Knochen und Zähne von großer Bedeutung. Studien konnten belegen, dass Milch, auch aufgrund des enthaltenen Vitamins D, die Entstehung von Osteoporose im Alter zumindest hinauszögern kann. Zudem liefert Milch jene Eiweiße, die nötig sind, damit das Mineral und das Vitamin optimal aufgenommen werden können. Darüber hinaus mobilisiert Kalzium (gemeinsam mit Vitamin D) die Fettverbrennung und unterstützt (gemeinsam mit Jod) eine gesunde Darmflora – jedoch gilt: Milch sollte in Maßen genossen werden: Experten empfehlen drei Portionen Milchprodukte täglich.

Wichtige Nährstoffe 

Milch liefert auch andere wichtige Nährstoffe wie Zink, Magnesium, essenzielle Aminosäuren sowie Vitamin A, und verschiedene B-Vitamine. Somit wird unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt. Studien konnten nachweisen, dass sich (Heu-)Milch positiv auf Entzündungsreaktionen in den Atemwegen auswirkt. Ein Glas Milch täglich lindert laut US-amerikanischen Forschern gar Atemnot- und Hustenprobleme bei Rauchern mit chronischer Bronchitis. Und: Das berühmte Milcheiweiß kann vom menschlichen Körper in körpereigene Proteine umgewandelt werden. Achtung: Verwechseln Sie eine Kuhmilchallergie nicht mit einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), die sehr viel häufiger vorkommt. Leidet man an einer Kuhmilchallergie oder einer Laktoseintoleranz, muss man keinesfalls auf Milch beziehungsweise Milchprodukte verzichten: Bei Alternativen wie Sojamilch, Mandelmilch, Hafermilch oder Reismilch werden die Bestandteile der Milch durch pflanzliche Eiweiße und Fette ersetzt. Übrigens: Schaf- oder Ziegenmilch eignet sich bei einer Milchzuckerunverträglichkeit nicht als Alternative, da auch diese Milcharten Laktose enthalten. 

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