Montag, 20. Mai 2019

Das „Light“- Versprechen

01. Juli 2010
Die Industrie wirbt mit Gesunder Ernährung - ein Kritischer Blick ist nötig.

Foto: flickr.com - SteveR-
Schnell, lecker und gesund – so muss Essen heute sein. Immerhin kennt jede/-r dritte Berufstätige keinefesten Essenszeiten mehr, jede/-r Zweite gibt in einer deutschen Umfrage an, sich nur am Wochenende vernünftig ernähren zu können. Da kommen Produkte mit Aufschriften wie „Light“ oder „Wellness“ gerade recht. Doch was steckt wirklich dahinter? „Das Versprechen wird oft nicht eingelöst“, weiß Jane Dixon aus der Abteilung Epidemiologie der „Australian National University“ in Canberra. Statt wirklich ausgewogene Produkte anzubieten, versuchen große Konzerne mit dieser Suggestion Kasse zu machen.

Beim Einkauf in die Irre geführt. Das Jogurt, das angeblich das Immunsys tem aktiviert (im Übrigen nicht stärker als vergleichbare Produkte), ist laut ExpertInnen teurer und zuckerhaltiger als herkömmliche Jogurts. Das Müsli, das „zur Wunsch figur verhilft“ und eine „ausgewogene Ernährung“ bietet, besteht zu großen Teilen aus Zucker. Und vom Schokoladenriegel mit der „Extra-Portion Milch“, der den „Tagesbedarf an Kalzium deckt“, müsste ein Kind 13 Stück essen, um dies zu erreichen.

Folgen ungesunden Essens. Mehr als 22 Prozent der Wiener Jugendlichen leiden mittlerweile an Übergewicht, ein Fünftel sogar an krankhafter Fettleibigkeit. Auch Diabetes bei jungen Menschen hat zugenommen – so die Ergebnisse einer Studie des „Fonds Gesundes Österreich“. Hinzu kommt, das nur rund ein Viertel der Elf- bis 15-Jährigen die empfohlene Bewegungsdauer von einer Stunde am Tag einhält.

Wissen, was man isst. Packerlsuppen ohne Geschmacksverstärker und ein Jogurt, das wirklich fit macht – schön wär’s! Doch die Etiketten sind so unübersichtlich, dass KonsumentInnen kaum Durchblick haben. Deshalb will die EU künftig klare, transparente Regeln zur Lebensmittelkennzeichnung aufstellen. Verpackungen sollen Infos zum Energiegehalt und verschiedenen Nährwerten (bisher geschieht das auf freiwilliger Basis) erhalten, dürfen aber nicht in die Irre führen. So sollen etwa stark zuckerhaltige, aber fettarme Produkte die Aufschrift „fettarm“ nur tragen, wenn zugleich auf den hohen Zu ckergehalt verwiesen wird.

Konferenz im Herbst. Nicht nur im EU-Parlament wird beratschlagt, sondern auch im Wiener Rathaus. Am 28. September (9–18.30 Uhr) diskutieren ExpertInnen aus aller Welt unter dem Motto „Kampf ums Gewicht“ über das große Spannungsfeld zwischen sozialen Einflüssen, öffentlicher Gesundheit, Gesellschaftsnormen und Wirtschaftsinteressen im Ernährungsbereich. Jane Dixon etwa hält einen Vortrag über die „sieben Sünden von Korpulenz“. Veranstaltet wird die Konferenz vom Wiener Programm für Frauengesundheit in Kooperation mit der Wiener Gesundheitsförderung und dem Fonds Gesundes Österreich.

www.essstoerungshotline.at/konferenzen


Autor: Marlene Auer

WiG-LogoWiener Gesundheitsförderung
www.wig.or.at

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