Freitag, 20. September 2019

Das gesunde Osterei

Ausgabe 2014.04

Gesünder Leben stellt Monat für Monat ein Lebensmittel vor. Unser Tipp: Setzen Sie auf Bioqualität! Die tut unserer Gesundheit und unserer Umwelt gut!


Foto: canstockphoto - erika8213

Nicht nur zu Ostern kommen Eier auf den Tisch. Dabei hat das Ei immer noch einen schlechten Ruf und gilt bei vielen als Gefahr für unser Herz-Kreislauf-System. Dabei handelt es sich vielmehr um ein wertvolles und kostengünstiges Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte.

Allgemeines. Geht es nach dem Wissenschaftsphilosophen David Papineau, dem Evolutionsgenetiker John Brookfield und dem Hühnerzüchter Charles Bourns – allesamt Briten –, ist eine der ältesten Fragen der Menschheit gelöst: Das Ei kam vor dem Huhn. Weiterhin ungeklärt bleibt der Ursprung des christlichen Brauchtums, zu Ostern hart gekochte Eier zu färben oder anderweitig zu verzieren und diese sodann zu verschenken oder zu verstecken. Dass das Ei als Symbol der Auferstehung gilt, ist indes bekannt. Und wenn wir schon bei den Bräuchen rund ums Osterei sind: Das sogenannte Eierpecken artet an so manchem Frühstückstisch zu regelrechten Wettbewerben aus. Mit der Absicht, die Schale des gegnerischen Eis zu zerbrechen, schlägt man mit der Spitze des eigenen auf die Eierspitze des Gegners. Sieger ist derjenige, dessen Ei zum Schluss als einziges noch unversehrt ist. Egal wie man „zuschlägt“, es kommt allein auf die Härte und Dicke der Eierschale an, die rund 0,5 mm dick ist und zu 90 Prozent aus Kalziumkarbonat besteht. Apropos: Die Farbe der Schale ist genetisch bedingt und hängt allein von der Hühnerrasse ab.

Einkauf. Seit 2004 unterliegen Eier einer genauen Kennzeichnungsregelung. Der sogenannte Erzeugercode liefert folgende Informationen: Die Ziffer an erster Stelle gibt die Art der Hühnerhaltung an – 0 steht fürs Bio-Ei, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Anschließend folgt der Ländercode (AT für Österreich). Die mehrstellige Zahl zum Schluss dient der Identifizierung des Betriebs. Holt man die Eier direkt beim Bauern, kommen sie mitunter ohne Einzelkennzeichnung aus.

Lagerung. Bei richtiger Lagerung bleiben frische Eier rund vier Wochen genießbar. Allerdings mögen sie keine Temperaturschwankungen und sollten dunkel und eher kühl gelagert werden – also ab in den Kühlschrank. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird meist auf der Verpackung und der Schale ausgewiesen. Mit ein paar Tricks lässt sich herausfinden, ob das Ei die Frische hält, die das Ablaufdatum verspricht: Hören Sie beim Schütteln ein Schwappen, ist die Luftkammer größer, das Eiweiß wässrig und der Dotter purzelt im Ei herum. Ein Zeichen, dass das Ei nicht mehr frisch ist. Ältere oder gar verdorbene Eier schwimmen an der Wasseroberfläche, wenn man sie in ein Glas Wasser mit 1 EL Salz legt. Frische, rohe Eier sinken hingegen zu Boden. Außerdem ist ein frisches Ei lichtdurchlässig, wenn man es mit einer Taschenlampe anleuchtet: Der Dotter erscheint dann, egal wie man das Ei dreht, immer in zentraler Lage. Und zu guter Letzt: der Aufschlagtest. Ist das Ei frisch, wölbt sich der von einem festen Eiweißring umgebene Dotter hoch.

Küchentipp. Wie mögen Sie Ihr Ei? Weich gekocht oder als Palatschinke? Als Zutat in Süßspeisen, Kuchen und Co. oder in einer herzhaften Quiche? Dem Geschmackserlebnis „Ei“ sind keine Grenzen gesetzt. In der Mayonnaise oder im Tiramisu essen wir es sogar roh. Dann gilt es besonders auf Frische und Hygiene zu achten! Die Gefahr einer Salmonellen-infektion darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Zwar wird ein gesundes Immunsystem mit einer höheren Keimbelastung fertig. Bei kleinen Kindern, Hochbetagten oder Menschen mit einer geschwächten Abwehr reichen allerdings schon wenige Keime aus, um eine Erkrankung auszulösen.

Körper und Gesundheit. Ja, Eier liefern viel Cholesterin. Allerdings weiß man heute, dass in Bezug auf den „bösen“ LDL-Cholesterinspiegel und das damit verbundene Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Menge an gesättigten Fettsäuren eine Rolle spielt. Im Eidotter eines mittelgroßen Eis finden sich aber nur knapp 2 g gesättigte, doch insgesamt rund 3,5 g ungesättigte Fettsäuren. Außerdem stecken im Ei essenzielle Aminosäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Als Teil einer ausgewogenen Ernährung spricht also nichts gegen das tägliche (Oster-)Ei.

 

In Zahlen Eier (roh)

Inhaltsstoffe für ein mittelgroßes, gegartes Hühnerei (ca. 60 g): Energie 89 kcal • Eiweiß 7,5 g • Cholesterin 229 mg • Vitamin A 169 μg  • Vitamin D 1,8 μg • Vitamin B12 1,2 μg

 

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