Sonntag, 22. September 2019

Das geht doch kinderleicht!

Ausgabe 07-08/2013
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Kinder gesund zu ernähren kann mitunter ein schwieriges Unterfangen sein. Wir verraten Ihnen, was auf den Kinderteller (nicht) darf und wie auch der Spinat plötzlich schmeckt.


Foto: Can Stock Photo Inc. - PhotoEuphoria

Das schmeckt mir nicht!“, „Das sieht komisch aus!“, „Ich mag nur Spaghetti und Fischstäbchen!“ Das Thema Ernährung ist nicht immer ein einfaches, wenn man Kinder am Esstisch sitzen hat. Doch wie sieht die „perfekte“ Ernährung für Kinder aus? Dazu Christian Matthai, Ernährungsmediziner und Co-Autor (gemeinsam mit Ö3-Star Kati Bellowitsch und ORF-Koch Alex Fankhauser) des Buchs „Alle an einem Tisch“: „Die Mahlzeiten müssen ausgewogen und abwechslungsreich gestaltet sein. Durch Wachstum und Entwicklung haben Kinder einen besonders hohen Bedarf an Vitalstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Dieser lässt sich nur decken, wenn man bewusst auf eine gesunde Ernährung achtet.“ Natürlich: Obst und Gemüse sollten ganz oben auf dem Ernährungsplan für Kinder stehen. Greifen Sie beim Gemüse besonders zu Hülsenfrüchten, Fenchel, Karfiol, Brokkoli und Spinat – diese sind u. a. hervorragende Lieferanten für das Vitamin Folsäure, welches für Wachstumsprozesse überaus wichtig ist.

Keine kleinen Erwachsenen. Mehrere kleine Mahlzeiten sind sinnvoller als wenige üppige. Mindestens sollten es drei Mahlzeiten sein – zwei kalte und eine warme. Bitte haben Sie dabei stets vor Augen: Auch beim Essen sind Kinder keine kleinen Erwachsenen. Das heißt: Gewöhnen Sie Ihr Kind von Beginn an an Mahlzeiten mit wenig  Zucker und wenig Salz, denn die kleinen Nieren können große Salzmengen nicht verarbeiten. Auch sollte sehr mild gewürzt werden, da die kindlichen Geschmacksnerven noch sehr empfindlich sind. Wichtig ist auch, die Speisen in kleinen Portionen anzurichten und für das (immer gemeinsame!) Essen eine ruhige und freundliche Atmosphäre zu schaffen.

„Schmatzo“: Neue ORF-Kochshow für Kids

Ab 6. Juli präsentiert der ORF den Koch-Kids-Club „Schmatzo“ im Rahmen der „okidoki“-Reihe, jeweils am Samstag um 8.55 Uhr, ORF eins.
Starkoch Alexander Kumptner kreiert mit zwei Kindern in jeder Sendung ein köstliches Gericht, dazu gibt es spannende Infos zu den Themen Kochen, gesunde Ernährung und dem bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Selber-Machen und Spaß-Haben sollen dabei an erster Stelle stehen.

Wenn der Spinat Pezi heißt. Prinzipiell sind Kinder immer offen für neue Geschmacksrichtungen, auch, „weil das gesamte Geschmacksspektrum von Kindern sich innerhalb der ersten sieben Lebensjahre entwickelt“, betont Kati Bellowitsch, ausgebildete Volksschullehrerin, langjährige Kindermoderatorin und selbst Mutter eines knapp 6 Jahre alten Buben. Kinder, so Bellowitsch und Matthai, lieben Süßes. Wieso also statt Kuchen oder Torte nicht eine Topfencreme mit frischen Früchten oder einen Obstsalat anbieten? Dieser sollte, erklärt Bellowitsch, möglichst bunt sein. „Das animiert jedes Kind zum Hingreifen.“ Zudem rät die Moderatorin, den Obstteller, der sowohl mit weichen als auch knackigen Sorten belegt sein sollte, in Augenhöhe des Kindes zu platzieren: „Kinder lassen sich gerne durch den Anblick liebevoll und appetitlich hergerichteten Essens verführen.“ Ähnliches gilt bei Gemüse: Geben Sie dem Spinat einen lustigen Namen, schneiden Sie den Paprika in unterschiedliche Stücke oder belegen Sie die gesunde Pizza (ja, auch die ist zwischendurch erlaubt!) mit einem grinsenden Gesicht. Wenn Sie dazu eine witzige Geschichte erzählen, umso besser!

Von Tricks und Geduld. Das Wichtigste ist, als Eltern immer ein gutes Vorbild für seine Kinder zu sein. Referiert man lang und breit darüber, wie gesund der Spinat nicht ist, aber selbst rührt man ihn nicht an, wird das Kind natürlich skeptisch. Auch wenn Matthai zu Recht betont, dass „Argumente für eine gesunde Ernährungsweise selten zum Erfolg führen“, ist es doch hilfreich, über die gegessenen Lebensmittel zu sprechen (Herkunft etc.). Anstelle von Vitaminen oder Spurenelementen sollten Sie erklären, dass die Banane z. B. gut für die Knochen ist und Joghurt gegen Bauchweh hilft. Zu einigen Tricks darf man aber greifen, erklärt Matthai: „Anfangs kann es helfen, Gemüse in Saucen oder Eintöpfe zu integrieren oder in Suppen zu ‚verstecken‘.“ Übrigens: Kinder lieben ‚lautes‘ Obst und Gemüse, wie Karotten oder knackige Äpfel. Wichtig ist, betont Matthai, Geduld zu haben: Beim dritten oder zehnten Anlauf kann der Paprika oder die Gurke plötzlich wieder schmecken. Von Zwängen („Iss deinen Teller leer!“),  absoluten Verboten, Bestrafungen oder Belohnungen mittels Essen rät Matthai dringend ab: „So wird eine negative Einstellung zum Essen gefördert. Es ist wichtig, Kindern einen natürlichen Zugang zu den Lebensmitteln zu vermitteln. Schokolade z. B. ist nicht ‚böse‘, sondern darf eben nur in kleinen Mengen genossen werden.“

Übersicht zu diesem Artikel:
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