Samstag, 23. Februar 2019

Cholesterin natürlich senken

Ausgabe 06.2014
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Wenn Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen vorliegen, kann zu viel Cholesterin zu einem Problem werden. gesünder leben zeigt, wie Sie Cholesterin ganz ohne Medikamente senken können.


Foto: ©Can Stock Photo Inc. - buradaki

 

Ein männlicher Eisbär kann bis zu 800 Kilogramm wiegen und besteht zu 50 Prozent aus Fett. Eisbären müssen sich keine Sorgen um ihren Cholesterinspiegel machen. Nicht so die Menschen. Denn: „Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems stehen in Österreich auf der Liste der Todesursachen ganz oben“, so Ernährungswissenschafterin Mag. Angela Mörixbauer. Apropos Cholesterinspiegel: „Manche Menschen tragen bereits die genetischen Eigenschaften für einen erhöhten Cholesterinspiegel in sich“, weiß Mörixbauer. Trotzdem können wir den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Vor allem für Personen mit einem leicht erhöhten Wert ist ein gesunder Lebensstil von großer Bedeutung (leicht über 200 mg/dl Gesamtcholesterin und 130 mg/dl LDL-Cholesterin beziehungsweise unter 40 mg/dl HDL-Cholesterin). Insbesondere ballaststoffreiche Ernährung wirkt sich auf den Cholesterinspiegel günstig aus. Denn Ballaststoffe unterdrücken sowohl die Aufnahme des Nahrungscholesterins als auch die Rückresorption von Cholesterin im körpereigenen Kreislauf zwischen Darm und Leber. „Ungünstig für den Cholesterinspiegel sind hingegen vor allem die gesättigten Fettsäuren. Die Menge und die Zusammensetzung der Nahrungsfette spielen für einen gesunden Cholesterinspiegel eine äußerst bedeutende Rolle“, kommentiert Mörixbauer. Gesättigte Fettsäuren findet man vorwiegend in tierischen Fetten wie Wurst, Fleisch, Butter, fetter Milch und fettreichen Milchprodukten, aber auch in Kokosfett, Backwaren und fetthaltigen Süßigkeiten. „Wer darauf achtet, sich bewusst zu ernähren, und reichlich Bewegung in den Alltag einbaut, hat schon sehr viel für seinen Cholesterinspiegel getan“, resümiert Mörixbauer.


Gut und böse. Cholesterin ist eine Art Blutfett und gehört zur Gruppe der Lipide. Cholesterin ist wasserunlöslich und ein lebensnotwendiger Bestandteil unserer Zellmembranen und Vorstufe von Gallensäuren, Sexualhormonen sowie Vitamin D. Grundsätzlich ist Cholesterin oder Cholesterol (so wird es international bezeichnet) nicht gesundheitsschädlich, denn der Körper ist in der Lage, die fettähnliche Substanz selbst in ausreichender Menge herzustellen. Rund drei Viertel des Cholesterins kann der menschliche Organismus selbst produzieren, und zwar vorwiegend in der Leber. Nur ungefähr ein Viertel des gesamten Cholesterins wird mit der Nahrung aufgenommen. Insofern kann man mit einer Ernährungsumstellung den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen, wenn auch nur in begrenzter Form. Es wird zwischen zwei wesentlichen Arten des Cholesterins unterschieden: Das HDL-Cholesterin (high density lipoproteins) transportiert den fettähnlichen Stoff aus den Zellen in die Leber, wo es abgebaut und somit entsorgt wird. Daher wird es auch als „gutes“ Cholesterin bezeichnet. Das „böse“ LDL-Cholesterin (low density) wirkt umgekehrt, indem es Cholesterin über das Blut zu den Organen bringt. In höherer Konzentration besteht die Gefahr, dass es sich an den Wänden der Blutgefäße ablagert. Dadurch kann sich die Arterienwand verdicken, es zur Verstopfung der Arterien führen und so kann es zu einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) kommen. Durch diesen Prozess werden die Organe und das Gewebe mit weniger Blut und weniger Sauerstoff versorgt. Die Folge: Herzinfarkt oder Schlaganfall können entstehen. Ein hoher LDL-Cholesterinspiegel ist also nicht wünschenswert. Ein hoher HDL-Cholesterinspiegel schon. Entscheidend ist letztlich immer das Verhältnis von LDL zu HDL.

Bewegen Sie sich. „Wer sich regelmäßig bewegt, hat schon viel für seine Gesundheit getan“, weiß Mörixbauer. Bewegung senkt nicht nur das „böse“ LDL-Cholesterin und steigert das „gute“ HDL-Cholesterin, sondern beugt auch gegen andere Erkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes oder Gefäßverkalkungen vor. Außerdem ermöglicht Ihnen ein aktiver Lebensstil, Ihr Körpergewicht zu reduzieren oder Ihr Gewicht zu halten. Sie müssen nicht gleich einen Marathon absolvieren. Jede Art von körperlicher Betätigung zählt. So zum Beispiel längeres Gehen, Nordic Walking, Wandern, Fahrradfahren, aber auch Gartenarbeit und Tanzen. Vor allem sollen Sie Spaß dabei haben. Am besten Sie bewegen sich 30 Minuten am Tag. Zusätzlich können Sie aber auch in Ihrem Alltag wieder frischen Wind in Ihr Leben bringen. Nutzen Sie die Mittagspause für einen Spaziergang an der frischen Luft. Lassen Sie Ihr Auto stehen und gehen zu Fuß oder nehmen das Fahrrad. Machen Sie zumindest einmal in der Woche einen fernsehfreien Abend und gehen lieber in der Natur spazieren. GESÜNDER LEBEN-Tipp: Nehmen Sie einen Kalender und tragen Sie fixe Zeiten für Sport- und Bewegungseinheiten ein. Das hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Cholesterin natürlich senken
Seite 2 Schmeckt gut – tut gut!

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