Sonntag, 31. Mai 2020

Bloß nicht zu süß! - Verzicht tut gut

Ausgabe 2019.07/08
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Verzicht tut gut 

Wer vermutet, Sorbit nicht zu vertragen, sollte zunächst für einige Wochen ein Ernährungstagebuch führen, in dem aufgelistet wird, welche Lebensmittel konsumiert wurden und welche Symptome danach aufgetreten sind. Dieses Protokoll liefert dem Facharzt wertvolle Anhaltspunkte für die weiteren Untersuchungen. Der Verdacht kann durch den sogenannten Wasserstoffatemtest, bei dem nach der Einnahme einer Sorbitlösung der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen wird, erhärtet werden. „Allerdings ist der Test nicht zu 100 Prozent verlässlich. Es gibt sowohl falsch positive als auch falsch negative Ergebnisse. Daher sollte dem Test immer eine Ernährungsanamnese vorangehen“, betont Oberleitner. Valide Bluttests gibt es leider nicht. Entscheidende Hinweise zur Diagnose kann eine zeitbegrenzte Sorbitkarenz geben. Dabei verzichtet man für mindestens vier Wochen auf sorbithältige Lebensmittel und führt diese anschließend wieder Schritt für Schritt in den persönlichen Ernährungsplan ein. Treten erneut Beschwerden auf, sollte das verursachende Lebensmittel gemieden werden. So kann die individuelle Verträglichkeit getestet werden – wichtig, denn: Eine Sorbitunverträglichkeit ist unheilbar.  

Keine Angst! 

Fürchten braucht man sich aber nicht, denn die wenig geläufige Nahrungsmittelintoleranz ist ungefährlich. „Sollten aber bei gegebener Intoleranz täglich übermäßige Mengen an Sorbit verzehrt werden, kann es zu massiven Durchfällen kommen, die aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlusts behandlungsbedürftig sind. Im Regelfall werden solche Mengen jedoch nicht konsumiert“, so Oberleitner.

Was darf ich essen?

Geeignetes Obsti
• Beerenobst: Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Sanddorn, Ribiseln
• Melonen: Wassermelone, Honigmelone
• Zitrusfrüchte: Zitrone, Limette, Orange, Grapefruit • Kiwi
• Banane
• Quitte
• Ananas

Weitere geeignete Lebensmitteli
• unverarbeitetes Fleisch
• Fisch, Eier
• Öle
• Essig
• Salz, Pfeffer
• frische Kräuter
• Gemüse wie Blattsalate, Spinat, Pastinaken, Radieschen, Spargel
• Getreide, Reis
• Erdäpfel

Hilfreiche Alltagstipps:
Statt Essig lieber Zitronensaft für das Dressing verwenden.
Brot, das nach Tagen noch feucht ist, enthält mit hoher Sicherheit Sorbit. Kaufen Sie lieber frisches Brot beim Bäcker und verzichten Sie auf industrielle Massenware.
Bier und Wein enthalten auch kleine Mengen Sorbit! Bei Sorbitintoleranz sollte daher auf alkoholische Getränke verzichtet werden.
Süßigkeiten für Kinder enthalten in der Regel kein Sorbit.
Sorbithältige Zahnpasta macht keine Beschwerden, da sie wieder ausgespuckt wird.

Übersicht zu diesem Artikel:
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