Freitag, 22. November 2019

Bloß nicht zu süß!

Ausgabe 2019.07/08
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Blähungen und Durchfälle sind nicht nur lästig. Sie können auch auf eine Sorbitunverträglichkeit verweisen. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie trotz der unerwünschten Diagnose einen beschwerdefreien Alltag genießen.   


Foto: iStock - sorbetto

Sie klingt exotischer, als sie eigentlich ist, denn mittlerweile haben bereits knapp zehn Prozent aller Österreicher mit einer Sorbitunverträglichkeit zu kämpfen. Und damit nicht genug: Da sie nicht nur isoliert vorkommt, sondern zuweilen von einer Fruktose- oder Laktoseintoleranz begleitet wird, kann man davon ausgehen, dass es weit mehr Leidtragende gibt. Doch: Was ist eigentlich Sorbit? Sorbit ist ein Zucker-alkohol, der in natürlicher Form hauptsächlich in Obstsorten wie beispielsweise Birnen, Marillen, Zwetschken, Äpfeln, Weintrauben oder Pfirsichen steckt und hoch konzentriert vor allem in Trockenfrüchten vorkommt. Aber auch bestimmte Gemüsearten wie Melanzani oder Brokkoli sind ebenso wie Bier und Wein sorbithältig. Der Zuckeralkohol wird aber auch industriell hergestellt und versüßt in ganz unterschiedlichen Mengen Lebensmittel wie zum Beispiel Backwaren, Diabetikerprodukte oder zahnfreundliche Süßwaren, etwa bestimmte Kaugummisorten. Darüber hinaus eignet sich Sorbit auch als Konservierungs- und Trockenmittel und ergänzt folglich oft auch Lebensmittel-Etiketten von Produkten wie u. a. Toast, Senf, Ketchup oder Salatdressings. Doch das nicht ganz offensichtlich, denn Sorbit versteckt sich oft hinter der E-Nummer 420 und ist auch in den E-Nummern 432 bis 436.

Sorbitgehalt einiger Lebensmittel

Snip20190703 1Quelle: Auszug aus www.fruktobase.at

Nicht mehr als 20 Gramm! 

„Bei einer Unverträglichkeit wird Sorbit im Dünndarm nicht oder nur in geringem Ausmaß aufgenommen und wandert weiter in den Dickdarm, wo es von den dort befindlichen Bakterien weiter verstoffwechselt wird“, erläutert Dr. Kathrin Oberleitner, Fachärztin für innere Medizin, Endokrinologie und Stoffwechselmedizin am Ordensklinikum Linz. „Im Rahmen dieses Prozesses entstehen Gase wie Wasserstoff oder Kohlendioxid und auch kurzkettige Fettsäuren. Die beiden ersten Abbauprodukte sind für Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Völlegefühl verantwortlich; die Fettsäuren insbesondere für analen Juckreiz oder anales Brennen.“ Ab welcher Verzehrmenge allerdings diese unangenehmen Verdauungsbeschwerden auftreten, ist höchst individuell. Während schon 5 Gramm Sorbit dem einen „den Magen umdrehen“, reagieren andere erst ab einer Aufnahme von 10 Gramm. Fest steht, dass ab einer Menge von 20 Gramm Sorbit auch Symptome bei „gesunden“ Menschen entstehen. Sicherlich ist Ihnen schon der Verweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“, der auf sorbithältigen Lebensmitteln angeführt wird, aufgefallen. Gründe für den unerwünschten Durchfall liefert die ganz natürliche Aufnahmekapazität im Dünndarm, die ab 20 Gramm Sorbit überschritten wird. „Bei Menschen mit einer Sorbitunverträglichkeit ist diese Grenze durch einen Mangel an Sorbittransportern, der angeboren sein dürfte, herabgesetzt“, so Oberleitner. „Die Beschwerden treten typischerweise ein bis drei Stunden nach dem Essen ein.“ Gelegentlich tritt eine Sorbitintoleranz gleichzeitig mit einer Fruktoseintoleranz auf: Da die beiden Zuckeralkohole um denselben Transporter im Darm konkurrieren, kann eine Fruktoseintoleranz durch die Zufuhr von Sorbit verschlechtert werden.  

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