Sonntag, 16. Juni 2019

Ayurvedische Ernährung für jeden Typ

15. Februar 2012
Der Ayurveda stammt aus Indien und ist dort seit Jahrtausenden als Medizin-System etabliert. Mit dem alten Heilwissen lassen sich Krankheiten nicht nur behandeln, sondern von vornherein vermeiden.

Foto: Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrum Eine typgerechte Ernährung zählt zu den Kerngedanken des Ayurveda. Denn: Jeder Mensch ist anders. Was den einen beflügelt, bremst den anderen aus. Leben wir aber im Gleichgewicht mit unserer eigenen Natur, bleiben wir gesund und fühlen uns länger jung.

Die drei Doshas
Der Ayurveda unterscheidet zwischen drei Bioenergien, die in allen Menschen wirken und seine Konstitution bestimmen. Diese sogenannten Doshas werden Vata, Pitta und Kapha genannt. Vata sorgt für die Beweglichkeit von Körper und Geist, während Pitta als inneres Feuer für die Verdauungs- und Umsetzungskraft verantwortlich ist. Kapha bewirkt die Stabilität und Festigkeit im Körper.

Die Doshas sind in einer Person unterschiedlich ausgeprägt. Die vorherrschende Kraft zeigt sich in unserer Persönlichkeit und in unserem Erscheinungsbild, beeinflusst aber auch den Lebensstil. Wichtig ist, dass besonders das dominante Dosha in Balance bleibt. Mit einigen grundlegenden Ernährungstipps kann das jedem Konstitutionstyp gelingen.

Der Vata-Typ

Personen, bei den Vata überwiegt, sind oft sehr schlank, haben einen drahtigen Körperbau und frieren leicht. Sie sind kreativ und ständig in Bewegung. Es fällt ihnen schwer, Ruhe zu finden und ihr Immunsystem ist eher schwach.

Anzeichen für ein Vata-Ungleichgewicht

Überforderung, Stress und unregelmäßige Lebensweise können einen Vata-Überschuss erzeugen. Dann verstärken sich Ängste, die Konzentration ist gestört, Nervosität und Schlaflosigkeit stellen sich ein.


Empfehlungen für Vata-Typen

  • Ein regelmäßiger Lebensrhythmus gleicht das Vata aus. Essen Sie zu festen Zeiten; gehen Sie abends stets um die selbe Zeit ins Bett.
  • Leicht verdaulich speisen. Ab dem späten Nachmittag sollten Sie blähende Nahrungsmittel wie Rohkost, Hülsenfrüchte und Kohl vermeiden.
  • Wärmende Gerichte. Vata-Typen bleiben auch dann schlank, wenn sie mal ein süßes Dessert und fettere Speisen zu sich nehmen.
  • Auf einen erholsamen Schlaf achten. Gehen Sie zeitig schlafen. Vorher die Füße mit Sesamöl zu massieren, hilft zu entspannen.
  • Warme Getränke balancieren Körper und Psyche: Ingwertee hilft der Verdauung und Melissen-Tee beruhigt die Nerven.

Der Pitta-Typ

Pitta-Typen verfolgen klare Ziele, haben viel Energie und einen scharfen Verstand. Ihre Verdauung ist stark, sie können sich gut durchsetzen und treiben die Dinge voran.    

Zu viel Pitta

äußert sich mit Hautunreinheiten, Sodbrennen oder Durchfall. Außerdem sind Personen mit Pitta-Überschuss leicht reizbar.  

Tipps für die Pitta-Ernährung
  • Dem Pitta-Typ bekommen rohe Speisen gut, die sein Feuer kühlen. Entsprechend eigenen sich Salate und Rohkost als Mittagessen.
  • Säure vermeiden. Von Fleisch, Zitrusfrüchten, weißem Mehl und Zucker ist abzuraten. Bei den Getränken den Konsum von schwarzem Tee, Kaffee und Alkohol reduzieren.
  • Bewegung gleicht den inneren Druck aus und mindert aggressive Spannungen. Zu empfehlen sind Sport oder Tanzen genauso wie Haus- und Gartenarbeit.
  • Scharfe Nahrungsmittel wie Meerrettich oder Chili heizen das Pitta weiter an. Auch zu viel Salz wirkt sich nachteilig aus.
  • Kurkuma ist das beste Hausmittel gegen Hautunreinheiten und Entzündungen.

Der Kapha-Typ
Kapha-Menschen verfügen über viel Ausdauer, sind liebevoll und beständig. Ihre Statur ist eher kräftig, da die Kapha-Energie für die Struktur im Körper sorgt.
 
Kapha im Übermaß
wird durch Bewegungsmangel oder zu üppige Mahlzeiten hervorgerufen. Die Folgen sind u.a. Müdigkeit und Antriebslosigkeit bis hin zur Depression. Körperlich kommt es zu Übergewicht und verschleimten Erkältungskrankheiten.
 
Kapha-gerechte Ernährung
  • Auf Snacks verzichten. Kapha-Typen nehmen sehr schnell zu. Deshalb ist für sie eine bewusste Ernährung ohne Zwischenmahlzeiten besonders wichtig.
  • Trennkost. Essen Sie bei einer Mahlzeit entweder Eiweiß oder Kohlenhydrate – nicht beides zugleich.
  • Bittere Speisen wie Chicorée oder Radicchio stimulieren den Stoffwechsel. Würzen Sie pikant, aber seien Sie sparsam mit Salz.
  • Aktiv sein. Ersetzen Sie den Mittagsschlaf durch eine halbe Stunde Bewegung, zum Beispiel mit Radfahren, Walken, Schwimmen oder Yoga.
  • Honigwasser mit etwas Zitrone und Ingwer helfen beim Abnehmen
 
Zur Autorin
Kerstin Rosenberg ist Ayurveda-Spezialistin, Dozentin und erfolgreiche Buchautorin. In Deutschland, der Schweiz und Österreich bildet sie Ayurveda-Therapeuten, -Ernährungsberater und psychologische Berater aus. Zusammen mit ihrem Mann leitet sie die Europäische Akademie für Ayurveda, ein international anerkanntes Ayurveda Schulungs- und Kurzentrum in Birstein, Hessen.
  
Ayurveda-Rezepte von Kerstin Rosenberg: www.gesünderleben.at/rezepte

 


Logo, ayurvedaRosenberg Gesellschaft für ganzheitliche Gesundheit und Bildung

Weitere Informationen zu Ayurveda-Ausbildungen und -Seminaren sowie zur ayurvedischen Ernährung: www.ayurveda-akademie.org

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