Donnerstag, 21. Februar 2019

Aktionsplan gegen zu fett und zu salzig

01. Juli 2010

Gesunde Ernährung beginnt im Kopf. Eine Starthilfe ist der Nationale Aktionsplan mit neuer Ernährungspyramide, mehr Info- und Servicestellen und Gesetzlichen Maßnahmen.


Foto: flickr.com - ssour Rund 42 Prozent der Erwachsenen sind übergewichtig, elf Prozent sogar krankhaft – Tendenz steigend. Neben dem „Zuviel“ ist auch das „Zuwenig“ ein Problem: Folsäure, Calcium und Vitamin D kommen eindeutig zu selten auf den Teller. Im Trend sind außerdem Nahrungsergänzungsmittel. 39 Prozent der ÖsterreicherInnen decken über Pillen bis zu 100 Prozent ihres Tagesbedarfs an Nährstoffen. Das ist zuviel und unnötig – aber zum Glück nicht gefährlich.

Gesünder bis 2020. Der „Nationale Aktionsplan für Ernährung“, der vom Bundesministerium für Gesunheit, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und dem Institut für Ernährungswissenschaften initiiert wurde, hat eine klare Aufgabe: „Es muss das Ziel von Gesundheitspolitik sein, dass die gesunde Wahl die leichtere wird“, so Gesundheitsminister Alois Stöger. Welchen Einfluss die Ernährung auf Krankheiten hat, lässt sich am Beispiel von Obst und Gemüse zeigen: „Eine zusätzliche Portion Obst und Gemüse pro Tag kann das Risiko für Herzerkrankungen um vier Prozent und das Risiko für Schlaganfall um fünf Prozent senken“, erklärt Univ.- Doz.in Ingrid Kiefer, Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung der AGES. Die Zahl der Erkrankungen, die durch ungesunde Ernährung und ungesunden Lebensstil verursacht werden, soll bis 2020 signifikant sinken. Auch die Zahl der Übergewichtigen soll kleiner werden und gesunde Ernährung für alle Menschen leistbar und lebbar werden. Der umfassende Aktionsplan dazu ist im Internet abrufbar. Dort können bis Ende des Jahres auch Stellungnahmen ab gegeben werden.

„Mein Herzenswunsch ist es, dass Wienerinnen und Wiener gesund sind und das auch möglichst lange bleiben.“
Mag.a Sonja Wehsely, Gesundheitsstadträtin

Genuss in Maßen. Ein erster Schritt dazu ist die neue österreichische Ernährungspyramide (siehe Grafik rechts). Bisher führte die Vielzahl von Ernährungsmodellen  zu Unsicherheiten undFehlinterpretationen. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und spezifisch österreichische Ernährungsgewohnheiten wurden beim neuen Modell berücksichtigt. Grundsätzlich essen wir zu fett, salzig und süß. Bei Obst und Gemüse greifen die ÖsterreicherInnen zu wenig zu, ebenso bei Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Verstärkte Info- und Serviceangebote für KonsumentInnen, Einbindung des Themas in Lehrpläne oder einheitliche Nährwertbezeichnungen sind konkrete Maßnahmen des Aktionsplans.

Wien macht gesund. Diese Initiative speziell für die WienerInnen hat Gesundheitsstadträtin Mag.a Sonja Wehsely gestartet. Das Konzept für mehr Wohlbefinden baut auf drei Säulen auf: Bewegung, gesunde Ernährung und seelische Gesundheit gehören eng zusammen. Rund ums Thema Ernährung sind die Wiener Märkte ein guter Tipp. Wichtig ist außerdem die Bewegung. ExpertInnen raten: Der Alltag ist der beste Fitnesstrainer. Wer dann noch auf seine Seele achtet, lebt gesund.

www.bmg.gv.at, www.gesundheit.wien.at

Je weiter an der Basis der Ernährungspyramide und je größer die Segmente, desto mehr können Sie zugreifen, Umso weiter oben, dementsprechend maßvoller sollten Sie diese Lebensmittel wählen!

Tägliche Basis bilden kalorienarme Getränke, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte. Drei Milchprodukte täglich und zwei Mal pro Woche Fisch gehören auch auf den Speiseplan. Fleisch oder Wurst gibt’s maximal drei Mal, pro Woche sind außerdem drei Eier ok. Wenig Fett, am besten hochwertige Pflanzenöle und Nüsse. Süßigkeiten, fettige und salzige Snacks, Gebackenes und Fast Food sollten seltene Ausnahmen sein!


INTERVIEW mit Gesundheitsminister Alois Stöger

Was ist das Ziel des neuen Aktionsplans Ernährung?
Verbesserungen bei der Ernährung nutzen nicht nur dem Einzelnen durch mehr Wohlbefinden. Sie helfen auch, die Qualität im Gesundheitswesen in Zeiten knappen Budgets zu erhalten.

Wie sieht der Zeitplan aus?
Bis Ende des Jahren können Stellungnahmen deponiert werden. Spätestens 2020 wollen wir mit unseren Maßnahmen messbare Erfolge erzielt haben.

Wo wird konkret angesetzt?
Einserseits wird es gesetzliche Regelungen geben, in vielen Bereichen ist aber Ernährungsbildung der beste Weg.


Autor: Christine Oberdorfer

WiG-LogoWiener Gesundheitsförderung
www.wig.or.at

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information