Samstag, 06. Juni 2020

So schmeckt der Frühling - Wilde Kräuter

Ausgabe 2020.04
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Wilde Kräuter
Ein weiterer guter Bekannter ist der Bärlauch, den man jedoch nicht nur als Pesto bzw. warm genießen kann. Er bringt ein angenehmes Knoblaucharoma mit. Übrigens gilt Bärlauch als Heilkraut gegen Bauchschmerzen und Blähungen sowie Einschlafprobleme. Aufpassen muss man lediglich, wenn man das Kraut in der freien Natur sucht, da man es leicht mit dem sehr giftigen Maiglöckchen verwechseln kann. Am besten immer der Nase nach: Wenn es nach Knoblauch riecht, ist man richtig.

Apropos selbst pflücken: Brennnessel passt ebenso hervorragend in den Salat, insbesondere die feinen hellgrünen Spitzen. Ernährungsberaterin Julia Pabst: „Die Brennnessel hilft dabei, den Körper zu entgiften, da sie harntreibend ist. Auch Löwenzahn ist gesund, schließlich hat er acht Mal so viel Vitamin C wie ein Kopfsalat, regt Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse an und wirkt somit verdauungsfördernd. Und das alles, während der – wie wir in der Steiermark sagen – Röhrlsalat mit warmen Erdäpfeln und Kürbiskernöl irrsinnig gut schmeckt. Wichtig ist allerdings, dass man den Löwenzahn fein schneidet, da er recht grob in der Struktur ist.“ Und wem er zu bitter ist, der kann ihn vor dem Verzehr im Wasser ziehen lassen.

Aufpeppen lässt sich ein Salat überdies mit Blumen. Schon das Gänseblümchen bringt eine farbig-fruchtige Komponente. Hier sollte man lediglich darauf achten, dass man es nicht direkt neben der Straße sammelt oder dort, wo Kühe grasen, schließlich kann man das Blümchen nicht gut abwaschen.
Und wer sich beim Sammeln von Wildkräutern, Blumen und Co. so gar nicht sicher ist oder sein Wissen auffrischen möchte, dem sei die Teilnahme an Wildkräuterwanderungen empfohlen.

Doch was wäre ein Salat ohne ein gutes Dressing?
Dressing? Dabei sollte es sich von selbst verstehen, dass man nicht zur Fertigsauce greift. „Die Zeit, das Dressing selbst zuzubereiten, sollte man sich auf jeden Fall nehmen“, ist Expertin Pabst überzeugt. Insbesondere, da die Zubereitung eines Salatdressings nicht lange dauert und man dann weiß, was drinnen ist. Und das sollte zum einen ein hochwertiges Pflanzenöl sein: „Vorzugsweise ein kalt gepresstes Öl, die darin enthaltenen Fette sind sehr wärmeempfindlich. Wenngleich die native Erstpressung mitunter teurer ist, zahlt es sich geschmacklich und auf lange Sicht vor allem für die Gesundheit aus.“
Außerdem gilt es, auf das Verhältnis von Omega-3 zu Omega 6 zu achten. „In der Gesamternährung wäre ein Verhältnis von 1:5 – also ein Teil Omega-3 zu fünf Teilen Omega-6 – optimal. Leider aber weist die Ernährung vieler ein Verhältnis von 1:20 auf. Das kann langfristig schaden, da Omega-6 Entzündungen im Körper fördert.“ Gesund und besonders geeignet für Salate sind etwa natives Olivenöl, Raps-, Hanf- oder Leinöl. Weniger empfehlenswert sind Maiskeim-, Sonnenblumen- oder Distelöl. Das so beliebte Kürbiskernöl ist übrigens gut für die Blase und hat einen prostataschützenden Effekt. Damit Öle nicht ranzig werden, sollte man sie in kleine, dunkle Flaschen abfüllen und empfindliche Öle, wie etwa das Leinöl, im Kühlschrank aufbewahren.
Zum anderen gehört freilich ein guter Essig ins Dressing. „Hier braucht es gar nicht so viel und man kann auch ab und zu etwas Zitronensaft stattdessen nehmen.“ Wer möchte, fügt außerdem Senf oder Joghurt hinzu, wodurch das Dressing eine cremige Konsistenz bekommt. Und natürlich diverse Kräuter oder Gewürze. Gerade bei bitteren Salaten ist eine fruchtige Note sehr interessant.
Freuen Sie sich also das nächste Mal, wenn es heißt: Hier haben wir den Salat!

Übersicht zu diesem Artikel:
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