Montag, 10. August 2020

So schmeckt der Frühling

Ausgabe 2020.04
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Da haben wir den Salat – und jetzt im Frühling noch dazu die Qual der Wahl: Welche Sorte soll’s denn sein? Welche Kräuter passen? Welches Öl ist für welches Dressing geeignet? GESÜNDER LEBEN hat die knackigsten Antworten für Ihren Frühlingssalat.


Es war zwar kein langer, harter Winter. Dennoch freuen wir uns nun, dass die Tage wieder länger und wärmer werden, dass die Vögel morgens zwitschern und die Natur erwacht. Ebenso dürfen wir uns darüber freuen, dass es im Gemüseregal bzw. auf den Märkten bunter wird. Die Salatvielfalt beispielsweise wird generell immer größer, wobei im Frühling auch wieder viel österreichische Ware angeboten wird. Dabei gibt es nicht nur den klassischen Häuplsalat, sondern auch zahlreiche Abwandlungen von eben diesem, wie die Wiener Ernährungsberaterin Julia Pabst von „>resize“ weiß: „Das Grazer Krauthäuptel ist beispielsweise knackiger als der Kopfsalat, hat ein leicht süßliches Aroma und zählt zu den bitterfreien Salatsorten. Außerdem ist er leicht in der Handhabung und hält zudem länger.“ Das Grazer Krauthäuptel gilt als seltene landwirtschaftliche Kulturpflanze und ist – zur Freude der gebürtigen Steirerin Julia Pabst – nicht nur in Graz erhältlich.

Buchtipp

BuchcoverNEUE SALATE VON A–Z
von Dr. Oetker,
Dr. Oetker Verlag KG,
216 Seiten, € 12,99

Salatvariationen
Abgesehen davon bringen die sogenannten Pflücksalate Abwechslung in die Salatschüssel. Wie der Name schon vermuten lässt, kann man diese Sorten über einen recht langen Zeitraum Blatt für Blatt ernten, da sie keinen geschlossenen Kopf bilden, sondern lockere Rosetten. Der wohl bekannteste Vertreter ist der Eichblattsalat, der nicht nur aufgrund seines Mix aus grünen und rotbraunen Blättern optisch etwas hermacht, sondern auch einen nussigen Eigengeschmack mitbringt. Genauso zählen die stark gekrausten Lollo rosso und Lollo bianco zu den Pflücksalaten und sind nicht zuletzt wegen ihrer dichten Rosette sehr beliebt. Eine Varietät des Gartensalats ist der Kochsalat, der, so Ernährungsexpertin Pabst, „auch schnell zu verarbeiten ist. Aufgrund seines dichten Wachstums kommt fast kein Schmutz in die Blätter, wodurch er so gut wie gar nicht gewaschen werden muss. Für die schnelle Küche also sehr praktisch.“

Dabei findet man – wenngleich der Frühling Einzug hält – nach wir vor die an sich klassischen Wintersalate wie Rucola, Chicorée oder alte Sorten wie Winterbutterkopf, Brauner Winter, Maikönig oder den winterharten Pflücksalat Lattughino im Gemüseregal oder auf dem Markt. Und laut Julia Pabst spricht definitiv nichts dagegen, die saisonalen Sorten zu mischen, nicht zuletzt weil Wintersalate wie etwa der Vogerlsalat über ein dichtes geschmacksintensives Aroma verfügen.

Winterliche Kreationen mit Frühlingssalaten zu kombinieren oder beispielsweise eine warme Komponente zum Salat zu reichen, hat gerade in der Übergangszeit Sinn. So kann man beispielsweise warme Käferbohnen mit mariniertem Vogerl- oder Häuplsalat zubereiten oder einen lauwarmen Couscous-Salat auf einem Blattsalatbett servieren oder schlichtweg gekochte Erdäpfel zum Salat reichen. Auf diese Weise kann sich der Organismus langsam an die Rohkost gewöhnen. „Je wärmer bzw. heißer die Temperaturen, umso besser können wir den kühlenden Effekt von Salat umgehen. Oder anders gesagt: Jetzt im Frühling brauchen wir noch keinen Paradeiser-Gurken-Salat, der uns während der sommerlichen Hundstage so gut schmeckt“, erklärt die Expertin.

Länger frisch
Im Hinblick auf die Aufbewahrung sei erwähnt: Salat besteht hauptsächlich aus Wasser, daher wird er schnell welk. Um zu verhindern, dass zu schnell zu viel Wasser verloren geht, sollte man Salat stets in ein feuchtes Tuch geben und weder zu kalt noch zu warm lagern. Das Obstfach im Kühlschrank bietet sich hier gut an. Eine weitere Option: „Den Salat gleich waschen, putzen, doppelschleudern und in eine Vorratsdose geben. So hält er ein paar Tage im Kühlschrank“, erklärt Pabst, die sich übrigens nach langem Hin und Her doch noch eine Salatschleuder angeschafft hat: „Ich dachte immer, dass ich den Salat ja selbst waschen und trocken schütteln kann. Dann aber bleibt sehr viel Wasser an den Blättern haften, wodurch beispielsweise das Dressing nicht so gut an den Blättern bleibt und dadurch auch verwässert wird.“

Kräuter im Salat
Abwechslung bringen freilich nicht nur die unterschiedlichen Salatsorten, sondern vor allem auch Kräuter: von den italienischen Klassikern Basilikum, Oregano oder Rosmarin bis zu den heimischen Vertretern wie Schnittlauch, Dill oder Petersilie. Speziell Letztere hat nicht nur geschmacklich einiges zu bieten, sondern ist überdies richtig gesund. So enthält das Kraut reichlich Mineralstoffe und Vitamine, Betacarotin und Folsäure, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Petersilie wirkt harntreibend und entschlackend, was bei einer Blasenentzündung oder etwa auch zur Vorbeugung von Nierensteinen gut ist. Sie soll bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden helfen und sogar gute Laune machen. Verantwortlich dafür ist das Spurenelement Mangan, das wie ein Antidepressivum wirkt. Sowohl Blätter als auch die Stängel haben eine starke Würzkraft, wobei die glatte Variante etwas kräftiger schmeckt als die mooskrause. Ob glatt oder kraus, für Julia Pabst kann es fast nicht genug sein: „Zu einem Couscous-Salat kann man gut und gerne einen ganzen Bund Petersilie geben, wie das beispielsweise in der marokkanischen Küche gang und gäbe ist.“

Ob man sich Kräuter bundweise auf dem Markt oder im Bio-Gemüsehandel kauft oder selbst im Topf zieht, hängt einerseits davon ab, ob man einen Garten oder Balkon hat, andererseits aber auch davon, ob man die Zeit dafür hat. Wer das Kraut nämlich tatsächlich vom Samen weg aufziehen möchte, braucht mitunter einen langen Atem. Spannend ist es allemal, Kräuter selbst anzupflanzen – und wenn es nur Kresse ist. Diese hat freilich den Vorteil, dass man sie tatsächlich auf Wattepads und innerhalb weniger Tage ziehen kann. Allerdings sollte man – wie bei allen Kräutern – darauf achten, dass sie ausreichend Licht bekommen, jedoch nicht der direkten Sonne ausgesetzt sind. Und nicht zu viel gießen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 So schmeckt der Frühling
Seite 2 Wilde Kräuter

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