Montag, 18. Februar 2019

Wasser wirkt Wunder

Ausgabe 04.2015
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Dank des hohen Mineralstoffgehalts lindert Thermalwasser zahlreiche gesundheitliche Beschwerden. Wir zeigen, welche das sind und worauf Sie beim nächsten Wellnessaufenthalt achten sollten.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - dolgachov

Drei Tage Zeit für sich. In unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft ist es oft gar nicht leicht, sich diese wertvollen Stunden freizuschaufeln und allen Stör- und Stressquellen konsequent den Rücken zu kehren. Mit dem nötigen organisatorischen Geschick ist es aber möglich – und vor allem nachhaltig: Man wird sich hinterher wie ein neuer Mensch fühlen. Wer die Kunst des Müßiggangs beherrscht, sucht mitunter Erholung in einer der zahlreichen österreichischen Thermenregionen – sorgen Heilbäder doch für den wohlverdienten Ausgleich und tragen zur körperlichen Regeneration bei.

Gesund durch Wasser. Gezielte Badekuren stellen bereits seit Jahrhunderten eine medizinische Tradition dar, deren Wurzeln bis in die griechische Antike reichen und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Entstehung einer eigenen wissenschaftlichen Disziplin beigetragen haben: Die „Balneologie“, auch Bäderheilkunde genannt, beschäftigt sich bis heute mit der therapeutischen Anwendung natürlich vorkommender Quellen. Das deklarierte Ziel: die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Mittel zum Zweck sind (staatlich anerkannte) Heilwässer, die sich durch einen höheren Mineralstoffgehalt (z. B. Natrium, Kalium, Magnesium, Jod oder Schwefel) auszeichnen und Beschwerden mindern. Zu diesen Helfern der Natur zählt auch das sogenannte „Thermalwasser“. „Es dringt aus einer Tiefe von mehreren Tausend Metern an die Oberfläche, besitzt mindestens 20° C am Quellaustritt und ist reich an Mineralstoffen“, so Doris Witthöft, Diplomierte Wellnesstrainerin aus Mödling.

Quelle zum Glück. Für therapeutische Verfahren wird das in unterschiedlichen Temperaturen zutage tretende Quellwasser entweder erwärmt oder abgekühlt. So bietet es sich zur Behandlung eines breiten Indikationsspektrums an und verspricht Linderung bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, Muskelverspannungen, Durchblutungsstörungen, Haut-, Herz- und Kreislauferkrankungen. Seine belebende oder beruhigende Wirkung auf verschiedene Organfunktionen hängt von der Art der inhaltlichen Zusammensetzung ab.

Säuerlinge“ sind Wässer mit einem Kohlendioxidgehalt von mehr als 1 g/kg und werden aufgrund ihrer höheren Mineralisierung auch als „Mineralsäuerlinge“ bezeichnet. Sie werden therapeutisch z. B. bei Gefäßerkrankungen, Beeinträchtigungen des peripheren bzw. vegetativen Nervensystems oder bei zerebralen Durchblutungsstörungen eingesetzt.

Kochsalzwässer und Solen zeichnen sich durch einen höheren Natriumchlorid-Gehalt aus und werden zu den reizmildernden Formen der Balneotherapie gezählt. Ab einer Kochsalzkonzentration von mehr als 14 g/kg spricht man von einer „Sole“. Beide eignen sich aufgrund der Stabilität der chemischen Verbindung und dem höheren Auftrieb besonders gut für die Unterwasserbewegungstherapie. Im Rahmen von Badekuren helfen sie bei entzündlichen rheumatischen Beschwerden (außerhalb akuter Schübe), degenerativen Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen, atopischer Dermatitis oder Schuppenflechte. Aufgrund ihres antibakteriellen Effekts wirkt solehaltige Luft zudem lindernd bei Atemwegserkrankungen oder Allergien.

Schwefelwässer. An den üblen Geruch gewöhnt man sich – vor allem wenn es darum geht, Rheumatismus oder Gelenks- und Hauterkrankungen (z .B. Neurodermitis) effektiv zu therapieren. Auch postoperative bzw. posttraumatische Schäden werden damit behandelt. Zudem sind Schwefelwässer, die meist hoch mineralisiert sind, entzündungshemmend, blutdrucksenkend und durchblutungsfördernd.

Akratothermalwässer haben eine Wassertemperatur von mehr als 20° C am Quellaustritt und eine Gesamtmineralisierung von weniger als 1 g gelösten festen Stoffen pro kg Wasser. Sie bieten u. a. Hilfe bei funktionellen Herz-Kreislauf-Störungen oder degenerativen Arthrosen und fördern die Rehabilitation nach neurologischen Erkrankungen oder nach Verletzungen. Außerdem leisten sie wertvolle Dienste bei der Therapie von allgemeinen Erschöpfungszuständen wie beispielsweise Burn-out.

Wohlbefinden steigern. Da Heilwasser erst durch seine wiederholte Anwendung einen gesundheitsfördernden Effekt erzielt, sind mindestens sechs Therapietage notwendig. Für eine hochwirksame Kur wäre ein Zeitraum von zwei bis drei Wochen ideal“, so Witthöft. Nichtsdestotrotz reicht (bei an sich bester Gesundheit) auch ein (verlängertes) Wochenende aus, um die Seele baumeln zu lassen, die Geborgenheit des wohlig warmen Wassers zu genießen und Stimmungstiefs vorzubeugen. Studien belegen den stressreduzierenden Effekt von Thermalwasser, der bereits nach 25 Minuten im Becken eintritt. Auch schwangere Frauen und Babys profitieren von Thermenaufenthalten, da sich u. a. ihre Schlafqualität verbessert. Übrigens: Wer sich anhaltend erholen möchte, sollte sein Wohlfühlwochenende so früh wie möglich planen. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten nachweisen, dass eine sorgfältige Vorbereitungsphase von mindestens drei Monaten den Erholungseffekt
positiv beeinflusst. Eigentlich kein Wunder: Gerade Wellnessurlaube leben oft von der Vorfreude. Man gustiert in Katalogen oder im Internet, streicht sich die freien Tage rot im Kalender an, informiert sich über die Annehmlichkeiten des Hotels und sorgt – durch die Kultivierung des Vorurlaubseffekts – bereits Wochen davor für ein entspanntes Kopfkino.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wasser wirkt Wunder
Seite 2 Der perfekte Aufenthalt

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