Von der Sonne geküsst

Ausgabe 2014.05

Der Sommer ist nicht nur eine Jahreszeit. Er ist ein Look. Braune Haut, straffe Kurven und dieses sonnige Strahlen im Teint: So zaubern Sie sich den perfekten Sommerlook!


Foto: ©Can Stock Photo Inc. - Netfalls

In den Werbekampagnen für die neuesten Bademode-Trends sieht sommerliche Schönheit so einfach aus. Hübsche Models erstrahlen im Glanz der Sonne, mit einem goldigen Bronzeton auf der Haut, einem Leuchten auf den Lippen und Sonne im Gemüt. Nur im eigenen Spiegel sieht der Sommer ganz anders aus. Schweißperlen, Spannungsgefühle auf der Haut und ein unschöner Fettglanz auf der sonnengeröteten Nase wirken so gar nicht sommerfrisch. Das ist nicht schön, aber durchaus normal – sagt auch Helga Laubender, Beauty-Expertin und Geschäftsführerin des Pflege-Labels Pharmawell: „Die Sommertemperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit treiben die Schweißbildung an. Dadurch wird die Haut fettiger als im Winter und gleichzeitig erhöht sich die Gefahr von Hautunreinheiten. Hinzu kommt, dass die intensive Sonneneinstrahlung zu einer stärkeren Pigmentierung und damit zum deutlichen Hervortreten von Pigmentflecken führt. Je länger man der Sonne ausgesetzt ist, desto ungleichmäßiger erscheint das Hautbild.“ Sommerschön zu sein ist also alles andere als ein Kinderspiel. „Aber auch nicht unmöglich“, ermutigt die Expertin. Mit dem richtigen Sommerfahrplan in Sachen Pflege tragen auch Sie den Sommer nicht nur im Herzen, sondern wunderschön auf der Haut.

Kosmetische Durstlöscher: Feuchtigkeit für die Haut.

Haut und Herrchen geht es bei 30 Grad im Schatten gleich: Sie schwitzen und haben dadurch einen unbändigen Durst. Geben Sie dem Körper daher zurück, was er braucht: Feuchtigkeit – und zwar sowohl von innen als auch von außen. Zwei Liter Wasser trinken sich an heißen Sommertagen fast von allein. Mit gleicher Sorgfalt sollte man die Haut auch von außen mit Feuchtigkeit versorgen. Hydratisierende Lotions mit Aloe vera und Hyaluron durchtränken die trockenen Zellen und schützen vor übermäßigem Feuchtigkeitsverlust durch Sonne und Wind. Lipidhaltige Cremes gilt es in den Sommermonaten hingegen zu meiden. Die ohnehin fettige Haut würde durch den Fettanteil regelrecht zugekleistert. Einzige Ausnahme ist die empfindliche Haut um die Augen. Hier wird von Natur aus weniger Talg produziert, sodass die Haut zu Trockenheit und Fältchen neigt. Das Verwenden einer separaten, reichhaltigen Augenpflege ist daher gerade dann wichtig, wenn man im restlichen Gesicht auf leichte Konsistenzen setzt.

Safer Sun: Strahlenschutz für die Haut.

Mittlerweile wissen wir es: UV-Strahlen sind Gift für die Schönheit. Und darüber hinaus auch ein echtes Gesundheitsrisiko für die Haut. Daher cremen, pflegen und schützen wir die sensiblen Zellen vor den gefährlichen Strahlen – und merken dabei oft gar nicht, wenn wir zu viel des Guten wollen. Expertin Laubender warnt: „Im Sommer ist vermehrt auf den Schutz der Haut vor UV-Licht zu achten. Jedoch sollte man die Haut dabei nicht permanent einer Hautcreme mit Sonnenschutz aussetzen. Viele Sonnencremes besitzen nämlich einen hohen Aluminiumanteil, der der Hautgesundheit abträglich ist. Eine Sonnenschutzcreme sollte daher nur aufgetragen werden, wenn man sich auch tatsächlich der Sonne aussetzt.“ Gleiches gelte laut der Expertin auch für den täglichen UV-Schutz in der Tagespflege. UV-Schutz in der Kosmetik mache nur dann Sinn, wenn man tatsächlich der Sonne ausgesetzt ist. An Tagen ohne Sonnenkontakt seien Cremes ohne einen integrierten Lichtschutz – aus oben genannten Gründen – empfehlenswerter.

Schein-Stopp: das Anti-Glanz-Programm.

Im Sommer legen die Talgdrüsen Überstunden ein. Unaufgefordert. Und das ist unschön. Dadurch beginnt die Haut zu glänzen und manchmal auch unangenehm zu jucken. Schlimmstenfalls sammeln sich Bakterien in der Talgschicht und lassen Wimmerln entstehen. Machen Sie also schnell Schluss mit dem unschönen Schein! „Regelmäßige, gründliche, aber keinesfalls zu aggressive Reinigung ist der Grundstein der mattierenden Pflege“, sagt Laubender. Vor allem wer zu trockener Haut neigt, sollte dabei trotz Hitze eine sahnige Reinigungsmilch verwenden. Extra mattierend wirken Reinigungsprodukte mit Zink. Dieser Mineralstoff bewirkt, dass sich die Talgdrüsen zusammenziehen und dadurch weniger Fett absondern. Erfrischend und belebend wirkt im Anschluss ein kühler Schwall Gesichtswasser. Von Tonics mit Alkohol raten Dermatologen allerdings ab. Alkohol trocknet die Poren aus, wodurch die Haut angeregt wird, noch mehr Fett zu produzieren, und daher anschließend oft mehr glänzt als zuvor. Eine mildere Alternative sind Gesichtswasser mit Farnextrakten oder Eukalyptus. Sie wirken ebenfalls kühlend, spenden gestresster Sommerhaut aber gleichzeitig ausreichend Feuchtigkeit.

Experten-Tipp: Stoppen Sie den Sommerglanz!
„Puder ist die Zauberformel jedes Sommerlooks. Sowohl nach dem Auftragen der Pflege als auch nach dem Verwenden einer Foundation bestäubt man das gesamte Gesicht großzügig mit losem, transparentem Puder. Dieser saugt überschüssigen Schweiß und Talg auf und mattiert so das Hautbild“, empfiehlt Laubender.


 

Frische-Nebel: Sprühen Sie sich schön.

Einen kühlen Kopf zu bewahren ist bei Rekordtemperaturen nicht immer einfach. Helfen Sie mit einem kosmetischen Cooldown nach. Erfrischungssprays, die zwischendurch über die Haut im Gesicht und Körper gesprüht werden, hinterlassen nicht nur einen zarten Frischenebel auf der Haut, sondern pflegen sie gleichzeitig. Tipp zum Selbermachen: Mischen Sie zu gleichen Teilen Wasser und frischen Aloe-vera-Saft oder mildes Gesichtswasser in einer kleinen Sprühflasche, lagern Sie diese im Kühlschrank und benebeln Sie Ihre Haut damit, wann immer diese nach einer Erfrischung dürstet. Übrigens: Sämtliche Kosmetika hinterlassen im Sommer einen angenehmen Frische-Kick auf der Haut, wenn man sie zuvor im Kühlschrank gelagert hat.

Gleichmäßiger Teint: Fleck-weg-Kosmetik.

Ein paar vorwitzige Sommersprossen sind ja ganz süß. Unregelmäßige Pigmentflecken lassen jedoch den Teint unruhig und alt wirken. Die Expertin warnt daher: „Wer sich der Sonne aussetzt, sollte zuvor keine Cremes mit Fruchtsäuren verwenden, da diese die Entstehung von Pigmentflecken begünstigen. Auch Laserbehandlungen und chemische Peelings sollten im Sommer nicht durchgeführt werden, weil die Hautoberfläche entweder durch mechanische Verletzungen oder durch chemische Mittel wesentlich lichtempfindlicher werden kann. Damit steigt das Risiko, einen Sonnenbrand und/oder Pigmentflecken zu bekommen, um ein Vielfaches.“ Sind die bösen Punkte jedoch schon entstanden, gilt es, sie mit gezielten kosmetischen Fleckenteufeln wegzuradieren. Je früher man mit der Behandlung beginnt, desto besser. Vor allem Cremes mit Maulbeerextrakt und Shiitakepilz wirken aufhellend.

Brutzel-Braun: Sonnenküsse für die Haut.

Fakt ist: In Braun sieht der Mensch einfach besser aus. Ein sonnengeküsster Teint wirkt erholt, schlank und glücklich. Damit die Sonnenküsse auch gleichmäßig und lange auf der Haut bleiben, empfiehlt Laubender eine Pflege mit einem hohen Vitaminanteil. Aber auch das Salben mit reinem Olivenöl gilt als Geheimtrick zur Konservierung der Sommerbräune. Am besten massiert man das Öl nach dem Duschen in die noch feuchte Haut ein. Nach einer kurzen Einwirkzeit wird die Haut vorsichtig abgetupft, sodass viel Öl in den Zellen erhalten bleibt.

Guter Glanz: Lichteffekte auf der Haut.

Den fettigen Glanz auf Nase und Stirn mag niemand. Es gibt aber auch eine Art von Glanz, der die Haut zart und sexy wirken lässt. Profi-Visagisten nennen diesen zarten Sommerschimmer auch „Glow“ und zaubern ihn mit einem simplen Trick auf die Modelhaut. Zum Nachmachen: Vermischen Sie etwas Cremerouge mit einem Klecks Vaseline und bestreichen Sie damit die Wangenknochen, die Brauenböden und den Schlitz des Dekolletés. Wer sich im Bikini sehen lassen will, vermischt etwas Olivenöl mit einem Hauch Bronzepuder und poliert damit seine Kurven auf Hochglanz. Die Silhouette wirkt durch den Glanz nicht nur straffer, sondern durch den zarten Braunton schlanker.

Experten-Tipp: Sommer-Make-up light
Auch in Sachen Make-up verlangt die von Hitze geplagte Haut nach leichten Konsistenzen, die sie nicht belasten und nicht maskenhaft wirken. „Vor allem ölhaltige Foundations gilt es zu meiden. Ihr fetthaltiger Film könnte Hitzestauungen und Pickel auf der Haut verursachen. Verzichten Sie entweder gänzlich auf eine Foundation oder arbeiten Sie mit leichten Varianten, wie BB Cremes, einer getönten Tagespflege oder ölfreien Texturen“, empfiehlt.

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