Dienstag, 19. Februar 2019

Träumen Sie sich schön!

Ausgabe 09/2013
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Nur wer gut ruht, sieht gut aus und fühlt sich auch so. Eine kosmetische Nachtlektüre von GESÜNDER LEBEN.


Foto: Can Stock Photo Inc. - kostolom

Schlaf ist einer der besten Schönmacher überhaupt. Und der Jungbrunnen schlechthin. Einfach hinlegen, einschlafen und in voller Pracht wieder erwachen. „Mehr müssen Sie fast nicht tun", sagt auch Sibylle Wichlas, Dermatologin im „Juvenis Medical Center" in Wien. Was nämlich aussieht wie nächtliches Faulenzen, ist ein minutiös durchorganisiertes Full-Service-Beauty-Programm des Körpers, das bei gestresster Haut und gepeinigter Seele sämtliche sichtbaren und spürbaren Spuren des Alltags wieder ausradiert.

Nachtschicht der Schönheit.

„Der Köper richtet seine biochemischen Prozesse nach einer Art inneren Uhr aus. Er orientiert sich dabei vor allem am Hell-Dunkel-Rhythmus von Tag und Nacht", erklärt Wichlas. Das Tageslicht übt dabei eine anregende Funktion auf die Hormonproduktion und die Stoffwechselprozesse aus, während die Dunkelheit der Nacht regenerierende Maßnahmen in Gang setzt. Tagsüber ist vor allem die Blut-, Nährstoff- und Feuchtigkeitsversorgung der Haut aktiv. „In der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen erledigt der Organismus hingegen all das, wozu er tagsüber keine Gelegenheit hat. Wichtige physische Regenerationsvorgänge finden daher in der Nacht statt", erklärt die Expertin. Einer der maßgeblichsten Schönheitsprozesse der Nacht ist dabei die Aktivität sogenannter Wachstumshormone, wie z. B. HGH (Human Growth Hormon). Wachstumshormone gelten als die Jung- und Schlankmacher schlechthin. Sie machen ihrem Namen alle Ehre, indem sie junges Zellgewebe dort nachwachsen lassen, wo altes verbraucht oder beschädigt wurde. Wichlas: „HGH unterstützt die Zellen quasi bei der Selbsterneuerung. Die Haut verjüngt sich somit jede Nacht automatisch selbst."

Schöner schlafen

Mit ein paar einfachen, aber wirksamen Tricks kann man die Schlafqualität positiv beeinflussen. Hier sind die besten Tipps.

  • Dunkelheit. Im Dunkeln lässt es sich tiefer schlummern, weil der Körper dann mehr vom Schlafhormon Melatonin produziert. Wer im Lichtermeer der Großstadt wohnt: Eine Schlafbrille à la Audrey Hepburn ist glamourös und wirkungsvoll zugleich.
  • Schlafbeschleuniger. Aromaöle von Lavendel und Vanille wirken schlaffördernd. Träufeln Sie doch etwas davon auf Ihr Kopfkissen. Auch sanfte Musik oder Kerzenlicht schafft eine gemütliche Atmosphäre, die dem Körper vermittelt: Es ist Zeit, einen Gang herunterzuschalten.
  • Regelmäßigkeiten schaffen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – er braucht seinen Rhythmus. Dies betrifft vor allem die Zeitpunkte des Zu-Bett-Gehens und des Aufstehens sowie die Zeitpunkte der Hauptmahlzeiten.
  • Cool bleiben. Der Körper kühlt in der Nacht um circa ein Grad ab. Eine gedrosselte Außentemperatur erleichtert ihm diesen Prozess. Eine Raumtemperatur von 18 Grad ist daher ideal.
  • Bett bleibt Bett. Nutzen Sie das Bett nur zum Schlafen – nicht zum Fernsehen, Essen oder für sonstige Aktivitäten. Der Körper soll lernen, dass er an diesem Ort zur Ruhe findet.

Schönheitsschlaf: Je länger, desto besser?

Schlafen macht also schön und schlank. Schon Grace Kelly soll auf das nächtliche Renovierungsprogramm von Mutter Natur geschworen und täglich elf Stunden geschlafen haben. Müssen wir jetzt also auch unseren halben Tag verschlafen, um der Schönheit auf die Sprünge zu helfen? „Nein", entwarnt die Medizinerin. „Nur weil man viel schläft, heißt das noch lange nicht, dass man auch gut schläft. Durchschnittlich braucht der Mensch zwar etwa sieben Stunden Schlaf. Dieser Wert ist jedoch individuell verschieden und für den Erholungswert weniger entscheidend als Intensität und Tiefe des Schlafs." Mit einem umgangssprachlich „tiefen Schlaf" ist das Eintreten der sogenannten Tiefschlafphase gemeint. Sie beginnt in der Regel in den ersten vier bis fünf Stunden der Nachtruhe. Einen hohen Erholungswert hat der Tiefschlaf vor allem deshalb, weil es in dieser Zeit zu einer hohen Aktivität von Wachstumshormonen kommt. „Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Körper überhaupt in der Lage ist, solche Wachstumshormone auszuschütten. Die Produktion von HGH ist beispielsweise nur dann möglich, wenn der Körper nicht mit anderen Tätigkeiten (z. B. Verdauung) beschäftigt ist und recht geringe Insulinwerte im Blut sind", so Wichlas. Insulin ist das Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse produziert wird, sobald wir Nahrung zu uns nehmen. Schlafexperten und Mediziner raten aus diesem Grund dazu, vor dem Schlafen keine üppigen oder fettigen Speisen mehr zu sich zu nehmen. Auch andere körperliche Belastungen wie Nikotin oder Alkohol stören die Ausschüttung von Dornröschen-Hormonen wie HGH. Wer sich schön schlafen will, verzichtet daher am besten auf solch ungesunde Betthupferl.

Abnehm-Tipp: Anhänger des sogenannten „Dinner Cancellings" nutzen die Nacht gezielt zum Abnehmen. Sie verzichten dafür ab circa 17 Uhr komplett auf Nahrung und kalorienhaltige Getränke. Ziel ist es, eine möglichst lange Insulinpause und damit einen langen HGH-aktiven Zeitraum und intensiven Fettverbrennungseffekt zu erzeugen.

Kosmetischer Weckdienst

Zu wenig Schlaf ist nicht gesund – aber zum Glück kosmetisch ausgleichbar.

  • Dicke Augen. Gestaute Lymphflüssigkeit an den Augen entsteht oftmals durch eine zu hohe Position des Kopfes oder zu wenig Flüssigkeit während der Nachtruhe. Abschwellend wirkt alles, was die Zirkulation der Zellflüssigkeit anregt. Cremes mit Koffein, Massagen und kalte Kompressen wirken abschwellende Wunder.<
  • Müdigkeit. Wach werden Geist und Körper durch eine kalte Dusche. Denn Kälte regt die Durchblutung und damit die Lebensgeister an. Direkt nach dem Erwachen wirken auch Gesichtssprays wie ein belebender Morgennebel.
  • Dunkle Schatten. Gegen dunkle Augenringe helfen nur noch deckende Concealer. Wählen Sie den Farbton der Deckpaste dabei keinesfalls zu hell, um den Look nicht unnatürlich aussehen zu lassen. Einen besonderen Anti-Grau-Effekt haben Produkte mit integrierten Perlmuttpartikeln. Auch gut: Gletscherweißer Kajal am unteren Lidrand öffnet den Blick müder Augen.

Übersicht zu diesem Artikel:
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